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Mysteriöser Aktienkauf bei der Deutschen Bank

Wer kauft sich bei der Deutschen Bank ein? Im Bild ein Telefon im Tradingsaal des Geldhauses.
Mario Andreya/Deutsche Bank

Man kann nicht behaupten, dass die Deutsche Bank ihren Investoren in den vergangenen Jahren viel Freude bereitet hätte. Von einem Kurs von fast 120 Euro in Vorkrisenzeiten ist der Wert auf gut 15 Euro pro Papier kollabiert. Und der viel herbeizitierte Turnaround wollte sich bisher nicht einstellen.

Inmitten dieser Großwetterlage hat jetzt ein unbekannter Investor seine Anteile an der größten deutschen Bank merklich aufgestockt: Über verschiedene Finanzinstrumente hat die Investmentbank Morgan Stanley laut einer Pflichtmitteilung rund 6,5 Prozent der Anteile an dem Geldhaus erworben. Da das US-Haus vorher schon knapp 0,5 Prozent der Anteile besaß, hält es jetzt in Summe knapp 7 Prozent.

Käufer kontrolliert 2 Milliarden Euro Deutsche-Bank-Kapital

Zu den gekauften Produkten zählen eine Call-Option sowie eine Wertpapierleihe. Die Instrumente sind laut Pflichtmitteilung jederzeit in Aktien umtauschbar. Betrachtet man den Wert der Aktien, die den Instrumenten zugrunde liegen, wäre der Anteilskauf knapp 2 Milliarden Euro schwer.

Meist handeln Investmentbanken in derartigen Fällen nicht auf eigene Rechnung, sondern auf die eines Kunden. Die Frage ist also, wer sich in derartigem Ausmaß bei der Deutschen Bank einkauft.

Steigt ein Aktivist bei der Deutschen Bank ein?

Das „Handelsblatt“ bringt in dem Zusammenhang Gerüchte ins Spiel, ein aktivistischer Investor könnte hinter dem Deal stecken. Tatsächlich haben die niedrigen Bewertungen europäischer Geldhäuser schon in einigen Fällen zu Einstiegen von aktivistisch orientierten Finanzinvestoren geführt.

So hält der öffentlichkeitsscheue US-Investor Cerberus mehr als 5 Prozent an der Commerzbank und ist damit der zweitgrößte Anteilseigner nach der Bundesrepublik Deutschland. Bei der Credit Suisse hat sich unterdessen der Hedgefonds RBR mit 0,2 Prozent eingekauft und ruft zur Aufspaltung des Schweizer Geldhauses auf.

Die Deutsche Bank und Morgan Stanley gaben auf FINANCE-Anfrage keinen Kommentar zum möglichen Käufer des Aktienpakets ab.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de

Update (15.11.17, 13:56 Uhr): In einer weiteren Stimmrechtsmitteilung wurde erklärt, dass Cerberus jetzt 3 Prozent an der Deutschen Bank hält. Ob es einen Zusammenhang zu dem Aktienkauf durch Morgan Stanley gibt, ist nicht bekannt.