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NordLB will Flugzeugfinanzierung beenden

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Die kleinster der Landesbanken hat den Vorsteuergewinn verdoppelt.
Die kleinster der Landesbanken hat den Vorsteuergewinn verdoppelt. Foto: diegograndi - stock.adobe.com

Gute Nachrichten zum Wochenende: Die NordLB hat ihr Vorsteuerergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr mehr als verdoppelt. Nach 104 Millionen Euro im Jahr 2022 erzielte die Landesbank einen Vorsteuergewinn von 271 Millionen Euro. Nach Steuern sprang das Ergebnis von 89 Millionen Euro im Jahr 2022 auf rund 224 Millionen Euro. Bei den Erträgen legte die NordLB um rund 20 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro zu.

Das Ertragswachstum wurde wie bei den Mitbewerbern auch vor allem durch den Zinsüberschuss getrieben, der 2023 bei rund 1 Milliarde Euro lag. Das Provisionsergebnis legte um 26 Prozent auf 209 Millionen Euro zu. Die Kosten konnte die NordLB stabil halten. Sie lagen mit 908 Millionen Euro 1 Million Euro unter dem Wert von 2023.

Dadurch verbesserte sich die Cost-Income-Ratio (CIR) für das Geschäftsjahr 2023 um mehr als 20 Prozentpunkte auf 74 Prozent. 2022 musste die NordLB noch für jeden verdienten Euro 98 Cent ausgeben. Die Eigenkapitalrentabilität (RoE) vor Steuern erhöhte sich dadurch auf 4 Prozent, nach 1,5 Prozent im Jahr zuvor.  

Ertragsbringer Firmenkundengeschäft

Den größten Teil zum Wachstum trug das Firmenkundengeschäft bei, das die NordLB Mitte vergangenen Jahres neu aufgestellt hatte und das seit 2021 von Ingrid Spletter-Weiß geleitet wird. Das Segment Firmenkunden- und Verbundgeschäft erzielte Erträge in Höhe von 448 Millionen Euro, was ein Zuwachs von 7,2 Prozent bedeutet. Zudem musste die Bank mit 35 Millionen Euro nur halb so viel für die Risikovorsorge zurücklegen wie 2022. Damals betrug die Risikovorsorge 77 Millionen Euro.

Die Kosten 2023 stiegen von 123 Millionen Euro um mehr als 50 Prozent auf 186 Millionen Euro. Das Vorsteuerergebnis erhöhte sich um 21 Prozent auf 227 Millionen Euro.

Das Segment Spezialfinanzierungen trug insgesamt 168 Millionen Euro zum Vorsteuerergebnis bei und performte damit deutlich schlechter als 2022. Damals erzielte das Segment noch einen Vorsteuergewinn von 385 Millionen Euro.

NordLB wächst bei Erneuerbaren Energien

Die NordLB unterteilt das Segment in die Bereiche Energie- und Infrastrukturkunden und Flugzeugfinanzierungen. Mit ersteren erzielte die Landesbank ein Vorsteuerergebnis von 153 Millionen Euro. Bei Flugzeugfinanzierungen verzeichnete das Institut im Vergleich nur mickrige 15 Millionen Euro als Vorsteuergewinn – und das auch nur, weil die Risikovorsorge aufgelöst wurde, die während der Corona-Pandemie gebildet worden war. NordLB-CEO Jörg Frischholz kündigte deshalb an, das Geschäft herunterzufahren oder verkaufen zu wollen. Eine Entscheidung soll zeitnah fallen.

Interessant: Die Hamburg Commercial Bank fährt in dieser Hinsicht einen anderen Kurs. Erst im Herbst vergangenen Jahres hatte das Geldinstitut bekanntgeben, in das Geschäft mit Flugzeugfinanzierungen einsteigen zu wollen. Womöglich ergeben sich für die Hamburger mit dem Wegfall der NordLB als Konkurrenz neue Geschäftsmöglichkeiten.

Im Geschäft mit Immobilienkunden erhöhte die NordLB die Risikovorsorge um 132 Millionen Euro, weshalb der Vorsteuergewinn auf 6 Millionen Euro schrumpfte. Im Segment Privat- und Geschäftskunden steigerte die NordLB das Vorsteuerergebnis auf 61 Millionen Euro, nach einem Verlust von 71 Millionen Euro im Jahr 2022.

Für das laufende Geschäftsjahr ist CEO Frischholz verhalten optimistisch. Vor allem im Bereich der erneuerbaren Energien spürt die Bank eine hohe Nachfrage. Die operative Profitabilität soll weiter gesteigert werden.

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Falk Sinß ist Redakteur bei FINANCE. Er hat Soziologie, Politologie und Neuere und Mittlere Geschichte in Frankfurt am Main sowie in Mainz Journalismus studiert, wo er auch einen Lehrauftrag inne hatte. Vor seiner Zeit bei FINANCE war Falk Sinß drei Jahre Redakteur der Zeitschrift Versicherungswirtschaft und zehn Jahre für verschiedene Medien des Universum Verlags tätig.