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Rainer Neske wird neuer Chef der LBBW

Die LBBW bekommt einen neuen Chef. Rainer Neske tritt im November die Nachfolge von Hans-Jörg Vetter als Vorstandsvorsitzender an.
LBBW

Die Spekulationen um einen Wechsel des Bankmanagers Rainer Neske an die Spitze der Commerzbank haben sich zerschlagen. Der frühere Privatkundenchef der Deutschen Bank wird stattdessen ab November neuer Vorstandschef der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Bereits im Juli wird Neske in den Vorstand einziehen und dann im Herbst den bisherigen LBBW-Chef Hans-Jörg Vetter beerben, der sich in den Ruhestand verabschiedet. Das teilte die LBBW mit.

Der 51-jährige Neske war im November aus dem Vorstand der Deutschen Bank ausgeschieden, nachdem die damaligen Bankchefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain in ihrer neu formulierten Konzernstrategie ein weiteres Mal das Investmentbanking- und Kapitalmarktgeschäft in den Mittelpunkt stellten. Dem Deutsche-Bank-Vorstand gehörte Neske seit 2009 an, dem Group Executive Committee sogar seit 2002.

Rainer Neske findet bei der LBBW kein Retailgeschäft

Bemerkenswert ist, dass die LBBW einen Privatkundenmanager an die Spitze holt, obwohl das Spitzeninstitut der baden-württembergischen Sparkassen in allererster Linie Firmenkundengeschäft und institutionelles Geschäft betreibt und sich in beiden Geschäftsfeldern vergleichsweise schwungvoll entwickelt. Bei der Auswahl von Vetters Nachfolger ging es laut LBBW-Aufsichtsratschef Christian Brand jedoch vor allem darum, „eine erfahrene und hoch angesehene Persönlichkeit“ zu finden.
  
In der Tat eilt Neske ein guter Ruf voraus, vor allem weil er das mehrfach umgebaute Privatkundengeschäft der Deutschen Bank vergleichsweise geräuschlos und solide durch die Finanzkrise steuerte. Im Vergleich zu den riskanten Geschäften der Investmentbanker gewann Neskes Geschäftsbereich in den Augen vieler Investoren an Prestige, weil dort größere Hiobsbotschaften, Strafzahlungen und Gewinnwarnungen ausblieben.

Gleichwohl ist auch Neskes Leistungsausweis nicht makellos. Die von ihm maßgeblich vorangetriebene Übernahme der Postbank erfüllte die Hoffnungen, die die Deutsche Bank in diesen Deal gesetzt hatte, nicht – allerdings auch, weil sich die Regulierungsauflagen anders entwickelten, als von den Bankmanagern erwartet. Die endgültige Integration der Postbank in die Deutsche Bank zog sich jahrelang hin, bevor sie mit Blick auf die bevorstehende Abspaltung der Postbank schließlich abgebrochen wurde.

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de