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Roland Berger wird 75

Roland Berger
obs/Roland Berger Strategy Consultants GmbH

Einer der bekanntesten Strategieberater feiert heute einen runden Geburtstag. Roland Berger wird 75 Jahre alt und denkt noch nicht ans Aufhören. Er ist weiterhin als Partner und Berater in seiner 1967 gegründeten Unternehmensberatung aktiv und fliegt von Berlin über New York und Tokio nach Mailand, um unter anderem Vorstände und Finanzchefs aus der ganzen Welt zu treffen. Sein Kalender ist bis Frühjahr kommenden Jahres ausgefüllt. Die Beraterlegende ist gefragt. Noch heute engagiert sich Berger auch außerhalb der von ihm gegründeten Strategieberatung. Er hält Unternehmensbeteiligungen und ist Mitglied in Bei- und Aufsichtsräten großer internationaler Unternehmen. Er engagiert sich in politischen Kommissionen, kulturellen Stiftungen und wissenschaftlichen Institutionen. Mit seiner aus privaten Mitteln 2008 gegründeten Stiftung widmet er sich der Menschenwürde und Bildungsförderung sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher.

Hunderte Glückwunschkarten von CEOs und CFOs

Angesichts dieser zahlreichen Aktivitäten überrascht nicht, dass Roland Berger zu den am besten vernetzten Beratern gehört. Es gibt kaum einen in der deutschen Wirtschaft oder Politik, der ihn nicht kennt – und umgekehrt. Josef Ackermann, Ferdinand Piëch, Jürgen Hambrecht, Martin Winterkorn oder  Wolfgang Reitzle sind nur einige namhafte Beispiele aus der Wirtschaft. Viele CEOs und CFOs haben ihm bereits die Hand geschüttelt. Auch Politiker wie Gerhard Schröder, Helmut Kohl und der portugiesische Staatspräsident Aníbal Cavaco Silva kennt er persönlich. Er erwartet mehr als 1000 Glückwunschkarten zu seinem Geburtstag. Da werden auch einige von CEOs und CFOs darunter sein. Bei solch einer Vernetzung muss Berger allerdings darauf achten, wo er sich engagiert, um mögliche Interessenskonflikte zu vermeiden. Seine persönliche Rolle bei der Rettung des Autobauers Opel sorgte beispielsweise für Irritationen.

Tatsache ist jedoch, dass solch ein Netzwerk auch bei der Karriereplanung helfen kann: Berger selbst hat im Laufe seines Lebens mehrfach das Angebot bekommen, an die Spitze eines Unternehmens zu wechseln oder in die Politik einzusteigen. Das Amt des Wirtschaftsministers ist ihm gleich zweimal angeboten worden. Doch Roland Berger ist „halt mit Leib und Seele Berater und Unternehmer“, wie er in einem Interview mit der F.A.Z. kürzlich sagte und ist sich selbst treu geblieben. Denn schon in jungen Jahren ist ihm klar: „Ich will Unternehmer werden, mein eigener Chef sein.“ Das ist ihm gelungen: Seine vor 45 Jahren gegründete Beratungsgesellschaft „Roland Berger Strategy Consultants“ zählt heute eigenen Angaben zufolge als einzige Strategieberatung europäischen Ursprungs zu den Top-Fünf-Beratungen weltweit in diesem Segment. Diese Unabhängigkeit will Berger aber auch behalten. Er stellte sich deshalb beispielsweise gegen einen Verkauf an die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte, die den Partnern der Strategieberatung im Herbst 2010 ein Übernahmeangebot unterbreitet hatte. Die erzielte Unabhängigkeit war Berger wichtiger als die Möglichkeiten zur internationalen Expansion, die seine Beratung nun aus eigenen Mitteln stemmen muss.

sabine.paulus[at]finance-magazin.de

Info

Roland Berger wurde am 22. November 1937 in Berlin geboren. Ab 1956 studiert er Betriebs- und Volkswirtschaft und belegt zudem Kurse in Geschichte, Theaterwissenschaften und Psychologie. Nach Abschluss des Studiums startet er seine berufliche Laufbahn 1962 als Berater bei der Mailänder Strategieberatung Pietro Gennaro Associati, später Gennaro-Boston Associati. Dort steigt er in fünf Jahren zum Partner auf.

Mit 29 Jahren gründet Roland Berger 1967 in München die Roland Berger International Marketing Consultants. In den 1990er Jahren beginnt er die Transformation seines Unternehmens von der Eigentümergeführten Beratung hin zur heutigen Struktur einer Partnerschaft: Eigentumsanteile werden auf die Partner übertragen und ein dreiköpfiges Führungsgremium entsteht, mit Roland Berger als CEO. Im Alter von 65 Jahren gibt der Berater im Zuge einer Nachfolgeregelung im Jahr 2003 das Amt des CEO ab und übernimmt den Vorsitz im Aufsichtsrat des Unternehmens. Eine neue Geschäftsführung unter dem Vorsitz von Burkhard Schwenker leitet fortan die Geschäfte. Am 16. Juli 2010 erfolgt der letzte Schritt des über 15 Jahre verlaufenen Generationswechsels: Martin C. Wittig löst Schwenker, der selbst den  Vorsitz des Aufsichtsrates übernimmt, als CEO ab. Firmengründer Roland Berger wird Ehrenvorsitzender des Unternehmens.

sabine.paulus@finance-magazin.de | + posts

Sabine Paulus ist seit 2008 Redakteurin beim Fachmagazin FINANCE und der Online-Publikation DerTreasurer. Ihre Themenschwerpunkte sind Personal, Organisation, Karriere und Finanzierung. Sie ist M.A. und hat an der Universität Konstanz unter anderem das Hauptfach Deutsche Literatur studiert.

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