Der Maschinenbauer Aumann hat große Pläne im Bereich Elektromobilität.

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10.02.17
CFO

Aumann macht vor Börsengang Eigengewächs zum CFO

Die Industrieholding MBB bereitet den IPO ihrer größten Tochter Aumann vor. So hat Aumann jetzt mit Sebastian Roll erstmals einen CFO – und den Uber-Deutschlandchef im Aufsichtsrat.

Der Maschinenbauer Aumann hat jetzt einen CFO. Der bisherige Leiter des Bereichs Finanzen, Sebastian Roll, ist in den Vorstand von Aumann aufgerückt. Das gab die Industrieholding MBB, der Aumann seit 2015 gehört, bekannt. Der Diplom-Betriebswirt Roll ist 38 Jahre alt und hat davon stattliche 17 Jahre bei Aumann verbracht.

Mit der Berufung unterstreicht MBB indirekt die Ambition, den Mittelständler Aumann, der Autohersteller mit Maschinen zur Herstellung von Motorkomponenten beliefert, in Kürze an die Börse zu bringen. Laut Presseberichten plant MBB den IPO seines größten Tochterunternehmens im April oder Mai, mandatiert seien die Banken Citigroup, Berenberg sowie Hauck und Aufhäuser. MBB will demnach im Rahmen des Börsengangs 40 Prozent abgeben.

Aumann soll bei IPO mit 20x Ebitda bewertet werden

Außerdem hat MBB den Deutschlandchef von Uber, Christoph Weigler, in den Aufsichtsrat von Aumann geholt. Das passt insofern, als Aumann sich in der Öffentlichkeit derzeit in erster Linie als Zulieferer für Hersteller von Elektrofahrzeugen positioniert.

Nach Angaben von MBB lag der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von Aumann im abgelaufenen Geschäftsjahr bei 20,1 Millionen Euro. Analysten schätzen den Wert von Aumanns Eigenkapital auf 435 Millionen Euro. Weil Aumann keine Schulden hat, sondern netto auf 30 Millionen Euro Bargeld sitzt, bliebe ein Unternehmenswert von gut 400 Millionen Euro.

Das entspräche dem 20-fachen Ebitda, was ein ausgesprochen hohes Multiple ist. Es erklärt sich in erster Linie durch Aumanns starkes Umsatzwachstum von 27 Prozent pro Jahr zwischen 2014 und 2016 sowie durch die ambitionierten Pläne im Zukunftsmarkt Elektromobilität. Aktuell erwirtschaftet Aumann zwar noch rund drei Viertel seiner Erlöse im Geschäft mit klassisch angetriebenen Autos. Ziel des Mittelständlers ist es jedoch, sowohl den Anteil des Elektrogeschäfts am eigenen Umsatz als auch den weltweiten Marktanteil in der Zulieferung von elektrischen Motorkomponenten bis 2025 deutlich auszubauen.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de