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Deutsche-Bahn-CFO Holle soll ins Kanzleramt wechseln

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Deutsche-Bahn-CFO Levin Holle soll offenbar ins Kanzleramt wechseln. Foto: Deutsche Bahn
Deutsche-Bahn-CFO Levin Holle soll offenbar ins Kanzleramt wechseln. Foto: Deutsche Bahn

Im Koalitionsvertrag der künftigen Regierungskoalition ist sie bereits angekündigt, nun deutet sich die erste Personalie im Vorstand der Deutschen Bahn an: Deren aktueller CFO Levin Holle könnte in das Kanzleramt des designierten Kanzlers Friedrich Merz wechseln. Dort soll er als wirtschaftspolitischer Chefberater agieren und die Abteilung Wirtschaftspolitik leiten. Zuerst berichtete die Nachrichtenagentur Reuters auf Berufung von Insidern über die Personalie.

Auf FINANCE-Anfrage bestätigte die Deutsche Bahn die Personalie nicht. „Wir freuen uns natürlich, wenn verdiente Vorstandsmitglieder im Gespräch für eine wichtige Aufgabe in der künftigen Bundesregierung sind“, sagt ein Sprecher der Bahn. „Allerdings haben Sie sicherlich Verständnis, dass wir einer offiziellen Kommunikation nicht vorgreifen würden, zumal Personalangelegenheiten ohnehin Sache des Aufsichtsrats sind.“ Wer bei der Deutschen Bahn als CFO auf Holle folgen könnte, ist bislang ebenfalls unklar.

Deutsche Bahn schreibt rote Zahlen

Levin Holle ist seit Februar 2020 für die Finanzen des Staatskonzerns verantwortlich und leitet neben dem Finanzressort auch den Bereich Logistik. Dort begleitete der promovierte Jurist als Finanzchef unter anderem den Verkauf der Auslandstochter Arriva sowie der Logistikgesellschaft DB Schenker. Finanziell schreibt die Bahn, die sich in den Händen des Bundes befindet, seit Jahren rote Zahlen. Im vergangenen Jahr belief sich der Verlust auf rund 1,8 Milliarden Euro, nachdem das Minus 2023 noch bei 2,7 Milliarden Euro gelegen hatte. Für 2025 stellte das Unternehmen zumindest operativ wieder einen Gewinn in Aussicht.

Der Personalwechsel auf der CFO-Position könnte unter der neuen Regierung aus Union und SPD womöglich nicht der Einzige bleiben. Sowohl beim DB-Konzern als auch bei der Infrastrukturgesellschaft DB InfraGo „soll eine Neuaufstellung von Aufsichtsrat und Vorstand erfolgen, mit dem Ziel, mehr Fachkompetenz abzubilden und eine Verschlankung zu erreichen“, heißt es dazu im Koalitionsvertrag der künftigen Regierung.

Levin Holle: Rückkehr in die Politik

Für den Finanzmanager wäre die neue Position im künftigen Kanzleramt eine Rückkehr in die Politik. Von 2012 an hatte Holle bereits sechs Jahre als Leiter der Abteilung Finanzmarktpolitik im Bundesministerium der Finanzen fungiert. Während dieser Zeit fielen unter anderem die nationale und europäische Finanzmarktregulierung, das Schuldenmanagement des Bundes sowie die Aufsicht über die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) und die Finanzinstitute des Bundes, einschließlich der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in seinen Zuständigkeitsbereich.

Anfang 2018 kehrte Holle in die Privatwirtschaft zurück, zunächst als Aufsichtsratsmitglied bei der Deutschen Bahn, bevor ihn die Berliner zum Finanzvorstand beriefen. Seine Karriere hatte der 57-Jährige nach seinem Jura-Studium bei der Unternehmensberatung Boston Consulting Group gestartet.

Jasmin Rehne ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die Themen Controlling, Gehalt und Personal. Sie hat in Marburg Sprache und Kommunikation studiert. Neben ihrem Studium arbeitete Jasmin Rehne bereits als studentische Hilfskraft bei FINANCE.