Deutsche Forfait

27.02.14
CFO

Deutsche Forfait kämpft um ihren Ruf

Der Vorstand des börsennotierten Exportfinanzierers Ulrich Wippermann hat sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt und das Anstellungsverhältnis beendet. Der Schritt erfolgt im Zusammenhang mit den Ermittlungen der OFAC in den USA, die Wippermann auf die Sperrliste gesetzt hatte. Die Deutsche Forfait hofft auf eine schnelle Einigung mit der US-Behörde. Die Mittelstandsanleihe erholt sich leicht.

Die Deutsche Forfait kämpft um ihre Rehabilitierung: Der für das Iran-Geschäft zuständige Vorstand des Exportfinanzierers, Ulrich Wippermann, hat sich mit sofortiger Wirkung zurückgezogen. Die Deutsche Forfait erhofft sich davon die schnelle Beilegung der Kontroverse mit dem Office of Foreign Asset Controls (OFAC), einer Behörde des US-Finanzministeriums. „Die Amtsniederlegung soll dazu beitragen, eine schnellstmögliche Einigung mit der OFAC zu erreichen, mit dem Ziel, die bestehenden Vorwürfe des Verstoßes gegen Handelssanktionen gegen den Iran auszuräumen“, schrieb die Deutsche Forfait in einer Mitteilung. Wie ein Sprecher gegenüber FINANCE erklärte, sei der Schritt auf Wippermanns Initiative erfolgt, der damit weiteren Schaden vom Unternehmen abhalten wolle.

Allerdings enthält die Meldung kein Schuldeingeständnis. Der Deutschen Forfait seien weder Verstöße der DF-Gruppe noch seitens Herrn Wippermann gegen die US-Sanktionsregelungen bekannt, heißt es weiter. „Man arbeitet intensiv an der Aufklärung des Sachverhalts mit dem Ziel, von der SDN List entfernt zu werden.“ Auf der so genannten List of Specially Designated Nationals and Blocked Persons finden sich Organisationen und Menschen, die einem Geschäftsverbot unterliegen.

Die Deutsche Forfait steht derzeit über ihre Anwälte in Kontakt mit den US-Behörden, um die Vorwürfe auszuräumen. Man habe das Iran-Geschäft in den vergangenen Wochen gründlich untersucht und keine Sanktionsverstöße feststellen können, sagte der Sprecher. Die Fragen der OFAC habe man allesamt beantwortet und weitergeleitet. Der Dialog mit den US-Behörden kann allerdings sehr zäh sein, wie ein Anwalt, der bereits diverse deutsche Unternehmen mit Iran-Geschäft beraten hat, gegenüber FINANCE erklärte.

Deutsche Forfait: Mittelstandsanleihe steigt auf 60 Prozent

Am Kapitalmarkt wurde der Rückzug von Wippermann gemischt aufgenommen: Die in den vergangenen Wochen abgestürzte Mittelstandsanleihe über 30 Millionen Euro erholte sich zunächst um vier Prozentpunkte auf 60 Prozent, die Aktie hingegen verlor knapp 3,9 Prozent. Anfang Februar hatte die OFAC Ermittlungen gegen den Außenhandelsfinanzierer aufgenommen und diesem bis auf weiteres Finanzgeschäfte in den USA und mit US-Bürgern verboten.

Die Deutsche Forfait musste daraufhin 1,6 Millionen Euro ausbuchen und rechnet nun für das Geschäftsjahr 2013 mit einem Verlust von 3,3 Millionen Euro. Am 7. März will das Unternehmen die vorläufigen Geschäftszahlen vorlegen.

marc-christian.ollrog[at]finance-magazin.de