Vom Kaffeeröster zum Modeprimus: Nach einem Jahr hat Hugo Boss mit Yves Müller bei Tchibo seinen neuen CFO gefunden.

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30.05.17
CFO

Hugo Boss findet neuen CFO bei Tchibo

Das MDax-Modeunternehmen Hugo Boss hat den Tchibo-CFO Yves Müller abgeworben. Der Handelsmanager soll spätestens Anfang nächsten Jahres die Arbeit aufnehmen.

Der Modekonzern Hugo Boss hat einen neunen Finanzchef gefunden. Wie das Unternehmen am heutigen Dienstag bestätigte, soll Yves Müller beim MDax-Konzern in die Fußstapfen von Mark Langer treten. Dieser wurde vor rund einem Jahr zum CEO befördert und führt das Finanzressort seitdem neben seiner CEO-Tätigkeit.

Yves Müller ist derzeit für die Finanzen der Hamburger Kaffeerösterei Tchibo verantwortlich. Spätestens zum 1. Januar 2018 soll er dann nach Metzingen zu Hugo Boss wechseln. Dort soll Müller die Bereiche Finanzen, inklusive Investor Relations und Verwaltung verantworten. 

Müller gilt als erfahrener Handelsmanager und ist ein Eigengewächs von Tchibo, wo er bereits 2006 mit 35 Jahren in den Vorstand einzog. Zuvor war der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer bei Arthur Andersen tätig.

Hugo Boss tauscht sein Management komplett aus

Mit der Übergabe des CFO-Postens an Yves Müller hat Hugo Boss den Vorstand einmal komplett runderneuert. In den vergangenen Monaten löste nicht nur Finanzchef Mark Langer CEO Claus-Dietrich Lahrs ab, auch der langjährige Markenvorstand Christoph Auhagen hat Hugo Boss im vergangenen Jahr verlassen und wurde im November durch Ingo Wilts ersetzt. Der für Vertrieb und Retail zuständige Vorstand Bernd Hake ist ebenfalls erst seit März 2016 im Amt.

Die Luxus-Modemarke kämpfte zuletzt gegen ein Kostenproblem an. Unter der Regie des Finanzinvestors Permira war Hugo Boss rasant gewachsen, der Umsatz lag 2015 bei 2,8 Milliarden Euro. Doch nach dem endgültigen Exit von Permira bei Hugo Boss im März 2015 drückten gestiegene Kosten und die Krise der Modebranche auf die Profitabilität von Hugo Boss. 

Aktienkurs von Hugo Boss erholt sich

Mit dem Finanzexperten Mark Langer an der Unternehmensspitze will das Unternehmen vor allem an der Kostenschraube drehen. Die Mitte November präsentierte neue Kapitalmarktstrategie konnte den Kapitalmarkt zunächst nicht überzeugen

Seit November, als die Aktie zeitweise unter 54 Euro notierte, hat sich der Aktienkurs von Hugo Boss dann im Anschluss gemeinsam mit dem Markt aber doch noch deutlich erholt und steht derzeit bei knapp 68 Euro. Der Aktienkurs stand allerdings noch vor rund zwei Jahren deutlich höher: Im Frühjahr 2015 notierte die Hugo-Boss-Aktie bei mehr als 115 Euro, ging dann aber in den Sinkflug und notierte im Juli 2016 mit 48 Euro bei weniger als der Hälfte. Mit einem wieder eigenständig besetzten CFO-Ressort kann Hugo Boss den Fokus auf die Neuausrichtung und das Kostenmanagement weiter verschärfen.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de