Als neuer CFO muss Stefan Dohler die Finanzen bei Vattenfall in Ordnung bringen.

Jeanette Hägglund

16.09.16
CFO

Mit Stefan Dohler wird ein Deutscher Vattenfall-CFO

Der deutsche Stefan Dohler wird Finanzchef des schwedischen Stromriesen Vattenfall. 18 Jahre lang hat er sich im Konzern hochgearbeitet.

Ein Deutscher hat es beim schwedischen Stromgiganten Vattenfall bis an die Spitze geschafft: Stefan Dohler, zur Zeit Senior Vice President der Märkte-Sparte, übernimmt zum 1. Dezember das CFO-Amt bei dem Staatskonzern mit knapp 29.000 Mitarbeitern. In Deutschland ist Vattenfall nach Umsatz der viertgrößte Stromversorger, in Europa die Nummer Fünf.

Stefan Dohler begann seine Karriere im Jahr 1998 beim Hamburger Energieversorger HEW. 2002 ging die Firma in Vattenfall auf. Seitdem arbeitete Dohler sich die Hierarchie hoch, 2012 wurde er Teil des elfköpfigen so genannten Executive Management Teams des Konzerns mit Sitz in Stockholm.

Mitte August hat die jetzige Finanzchefin Ingrid Bonde erklärt, Vattenfall verlassen zu wollen, und damit den Platz für den 1966 geborenen Dohler freigemacht. „Die Möglichkeit, in meiner neuen Funktion in großem Umfang zur Weiterentwicklung von Vattenfall beizutragen, ist eine äußerst spannende Perspektive, vor allem in dieser Zeit der Veränderungen in der Energiebranche“, kommentiert er den bevorstehenden Wechsel.

Stefan Dohler muss Bilanz von Vattenfall sortieren

Als CFO dürfte Dohler ein Problem beschäftigen, das wie er aus Deutschland kommt: Die hiesigen Braunkohleanlagen, aus denen Vattenfall ausgestiegen ist, haben dem Konzern im zweiten Quartal 2016 die Bilanz verhagelt. Umgerechnet 2,3 Milliarden Euro musste Vattenfall im Zuge des Verkaufs der Sparte auf die Meiler und Abbaustellen abschreiben. Der Nettoverlust lag im zweiten Quartal bei 2,8 Milliarden Euro.

Die Eigenkapitalquote ist auch durch die Probleme mit der deutschen Kohle auf magere 25 Prozent geschrumpft. Damit ist Vattenfall allerdings immer noch deutlich solider finanziert als die großen deutschen Stromkonzerne RWE (knapp 11 Prozent) und E.on (12 Prozent).

Möglich ist außerdem, dass Vattenfall im Zuge der laufenden Verhandlungen mit dem Bund über die Atomlasten zusätzliche Rückstellungen für den Rückbau seiner deutschen Atomkraftwerke bilden muss. Der Konzern hat dafür schon 3,2 Milliarden Euro zurückgelegt. Doch wenn eine Kommission im Auftrag der Bundesregierung sich mit ihrem Vorschlag durchsetzt, ist eine weitere Milliarde fällig. Mittelfristig will sich Vattenfall auf die Erzeugung von grünem Strom konzentrieren.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de