Réne Obermann, hier noch zu Telekom-Zeiten 2012, soll Partner beim PE-Investor Warburg Pincus werden.

Deutsche Telekom

27.08.14
CFO

René Obermann geht offenbar zu PE-Investor Warburg Pincus

Der ehemalige Telekom-CEO René Obermann soll einem Medienbericht zufolge Partner beim PE-Investor Warburg Pincus werden. Seine Kontakte in der Telekommunikationsbranche dürften den Deutschen für das Private-Equity-Haus wertvoll machen, das gerade das Frankfurter Büro schließt.

Der PE-Investor Warburg Pincus hat offenbar einen Coup gelandet: Der ehemalige Telekom-CEO René Obermann, derzeit noch Vorstandschef beim niederländischen Kabelunternehmen Ziggo, könnte ab dem nächsten Frühjahr für das US-amerikanische Private Equity-Haus arbeiten. Das erfuhr das Handelsblatt aus dem Umfeld von Warburg Pincus. Obermann werde nicht als Berater einsteigen, sondern Vollzeit als Partner für den PE-Investor tätig sein, berichtet die Zeitung. Warburg Pincus wollte die Personalie gegenüber FINANCE nicht kommentieren.

Von der Londoner Zentrale aus soll sich Obermann um die Bereiche Telekommunikation und Technologie kümmern. Diese Sektoren gehören zu Warburg Pincus‘ Schwerpunkten: In Deutschland ist der PE-Investor seit 2009 an dem Kleincomputerhersteller Kontron beteiligt, der im TecDax notiert ist. Laut der Website von Warburg Pincus ist Kontron derzeit die einzige Beteiligung in Deutschland.

Bis 2012 war Warburg Pincus gemeinsam mit dem PE-Investor Cinven ebenfalls an Ziggo – Obermanns aktuellem Arbeitgeber – mehrheitlich beteiligt. So kam nun offenbar auch der Kontakt zustande: Der Europa-Chef von Warburg Pincus, Joseph Schull, kennt und überwacht als Aufsichtsrat des niederländischen Unternehmens die Arbeit von Obermann.

Warburg Pincus gewinnt bestens verdrahteten Partner

Für Warburg Pincus dürfte Obermann eine wichtige Verstärkung sein: Nach sieben Jahren an der Spitze des größten europäischen Telekommunikationskonzerns gilt Réne Obermann als bestens verdrahtet in der Branche. Der Selfmade-Man hat außerdem stets sein Interesse an der Internet-Start-up-Szene bekundet. In seiner Amtszeit hatte die Telekom den Einstieg in den Bereich intelligente Netze gestartet, mit denen der Dax-Konzern sein Geschäftsmodell neu ausrichtet.

Dass der Posten als Vorstandschef bei dem niederländischen Kabelunternehmen Ziggo nur ein kurzes Intermezzo für den 51-Jährigen werden wird, zeichnete sich bereits im Januar ab: Nur wenige Wochen nach Obermanns Amtsantritt gab Liberty Global die Übernahme von Ziggo bekannt. Obermann kündigte daraufhin umgehend seinen Rücktritt nach Abschluss der Übernahme im Herbst an. Seither war über die Zukunft von Obermann gerätselt worden.

Warburg Pincus schließt Frankfurter Büro

Obermann soll von London aus für den PE-Investor tätig sein. Im Juli wurde bekannt, dass Warburg Pincus seine deutsche Niederlassung in Frankfurt im Laufe des Jahres schließt. Das Europa-Geschäft, das aktuell aus 15 Beteiligungen mehrheitlich in Großbritannien besteht, solle künftig von London aus gemanagt werden.

Eine Sprecherin betonte gegenüber FINANCE, die Schließung des Frankfurter Büros sei keinesfalls ein Anzeichen für einen Rückzug vom deutschen Markt. Obwohl man aktuell nur eine Beteiligung in Deutschland halte, sei das Land weiterhin attraktiv. Die Schließung des Büros sei vielmehr darauf zurückzuführen, dass man die Kräfte und Verantwortlichkeiten an einem Ort bündeln wolle. In Amsterdam und Luxemburg unterhält der PE-Investor ebenfalls noch europäische Niederlassungen. Ob der deutsche Statthalter Lars Singbartl ausscheidet oder an einen anderen Standort wechselt, blieb offen. Medien hatten zuvor von einem Ausscheiden berichtet.

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