Gabriel Pirona wird neuer CFO bei dem hoch verschuldeten Automatenanbieter Selecta.

Selecta

14.03.18
CFO

Selecta tauscht Finanzvorstand aus

Der hoch verschuldete Automatenanbieter Selecta bekommt einen neuen CFO: Gabriel Pirona löst Hugues Rougier ab – und begibt sich bilanziell auf dünnes Eis.

Hugues Rougier, Finanzvorstand von Selecta, wird das Schweizer Unternehmen zum 31. März auf eigenen Wunsch verlassen. Er hatte den CFO-Posten seit Dezember 2015 inne. Sein Nachfolger wird Gabriel Pirona.

Gabriel Pirona, der Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch spricht, preist sein neuer Arbeitgeber als international erfahrenen M&A- und Change-Management-Spezialisten an. Seit August 2015 war Pirona CFO bei dem börsennotierten britischen Technologieunternehmen Photo-Me, einem Entwickler von Bildbearbeitungssoftware und Fotoautomaten. Davor war Pirona zwei Jahre lang CFO des britischen Informationsdienstleisters Recall. Weitere Karrierestationen waren Avery Dennison, TeleGlobal und Netdecisions.

Selecta ist mit über 1 Milliarden Euro verschuldet

Bei Selecta fährt der Hauptgesellschafter KKR einen riskanten Kurs. Der US-Finanzinvestor hatte Selecta 2015 von dem früheren Private-Equity-Arm der Allianz-Versicherung übernommen („Allianz Capital Partners“). Selecta war eines der letzten Unternehmensinvestments, das ACP abstieß. Weil das Unternehmen ein Restrukturierungsfall war, zog sich der Exit länger hin als geplant.

Im Juni 2016 stufte die Ratingagentur Moody’s die Bonität Selectas von B3 auf Caa1 herab. Daraufhin brach die High-Yield-Anleihe des Anbieters von Automaten- und Kaffeeverpflegung bis auf 86 Prozent ein. Inzwischen hat Selecta sich aber erfolgreich refinanziert, und KKR setzt voll auf Wachstum: Allein im vergangenen Jahr setzte Selecta zwei größere Zukäufe auf und übernahm die beiden Kaffeedienstleister Argenta (Italien) und Pelican Rouge (Niederlande).

Doch die Finanzlage ist angespannt: Im zurückliegenden Geschäftsjahr 2016/17 (30. September) konnte Selecta den Umsatz zwar um gut 3 Prozent auf 761 Millionen Euro ausbauen. Das Unternehmen steckt aber tief in den roten Zahlen, der Nettoverlust weitete sich gegenüber dem Vorjahr von 78 auf 102 Millionen Euro aus. Die Nettofinanzschulden türmen sich auf rund 1,1 Milliarden Euro auf.

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de