Newsletter

Abonnements

Vatikanbank ernennt Ernst von Freyberg zum Chef

Ernst von Freyberg wird Chef der Vatikanbank.
Thinkstock / Getty Images

Neun Monate war der Chefsessel in der Vatikanbank nicht besetzt, jetzt sorgen die Kardinäle mit ihrer Nominierung für einen Paukenschlag: Ernst von Freyberg, ein deutscher M&A-Banker und aktives Mitglied des Malteserordens, soll die Leitung des Instituts übernehmen und dessen angeschlagenen Ruf verbessern.

Zum Jahreswechsel war von Freyberg von seinem Amt als Geschäftsführer von DC Advisory zurückgetreten. Er ist allerdings weiterhin als Berater für das Corporate Finance-Haus tätig. Der Banker hatte die Vorgängergesellschaft Freyberg Close Brothers mit gegründet und 2010 an die japanische Investmentbank Daiwa verkauft. Wie FINANCE erfuhr, sollen die Japaner unter anderem auf den Top-Manager von Freyberg starken Druck ausgeübt haben. Der Abgang habe sich schon seit längerem angekündigt, als im vergangenen Jahr bereits einige Manager DC Advisory verließen hatten, wie FINANCE exklusiv berichtete.

Ernst von Freyberg: Mann mit zwei Gesichtern

Menschen, die von Freyberg kennen, bescheinigen dem christlichen Investmentbanker zwei Gesichter: Der professionelle Berater könne intern aufbrausend gegenüber Kollegen und Mitarbeitern sein. Von Freyberg ist aber auch ein kommunikativer Typ, exzellent vernetzt und spricht nahezu fließend italienisch, was ihm in seinem neuen Job bei der Vatikanbank entgegenkommen dürfte.

Sein Vorgänger auf dem Chefposten, Ettore Gotti Tedeschi, war im Mai entlassen worden. Hintergrund war offenbar die Frage, wie die Führungsriege mit den Geldwäschevorwürfen gegen die Bank umgehen sollte. Das Institut war wegen seiner undurchsichtigen Geschäftspraktiken immer wieder in Kritik von europäischen und nationalen Aufsichtsbehörden geraten. Zuletzt hatte die italienische Zentralbank den Vatikan sogar vom elektronischen Zahlungsverkehr abgeschnitten.

desiree.backhaus[at]finance-magazin.de