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Personalabgänge bei PE-Investor Odewald

Erfolgreiches Investment des Odewald & Compagnie III-Fonds: Das Hebebühnen-Unternehmen Mateco verkaufte der PE-Investor 2012 an den belgischen Strategen TVH. Mit weiteren Investments machte Odewald seinen Investoren dagegen deutlich weniger Freude.
Mateco

Personalbewegung beim Private Equity-Haus Odewald: Götz Meyer, seit 2010 Direktor bei Odewald & Compagnie (Ocie) hat den traditionsreichen PE-Investor verlassen und bei Hannover Finanz als Investmentmanager angeheuert. Bei Odewald war der 38-Jährige für die 2012 erworbenen Oberbergkliniken und das Verpackungsunternehmen Oystar zuständig. Bei Hannover Finanz soll er das Team von Professionals der jüngeren Generation verstärken, heißt es aus Hannover.

Es ist nicht der erste Abgang eines Private Equity-Managers, den Odewald in der jüngeren Vergangenheit verzeichnet hat: Ende Juni 2014 hatte Odewald & Compagnie mit Christoph Schröder einen Partner verloren, der zur Tailwind Holdings gewechselt ist. Ende 2013 war auch der Odewald-Partner Andreas Fetting gegangen. Beide hätten Odewald „in bestem Einvernehmen verlassen“, teilt der PE-Investor gegenüber FINANCE mit. Doch so viel Veränderung im Management ist eher ungewöhnlich für die Private Equity-Welt.

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Odewald steht kurz vor Verkauf von Oystar

2015 steht Odewald auch vor einem richtungsweisenden Jahr. Den 2007 aufgelegten Fonds Odewald & Compagnie III, das Flaggschiffprodukt mit einem Volumen von 610 Millionen Euro, müssen die Odewald-Chefs Ernst-Moritz Lipp und Torsten Krumm, 2010 von Apax zu Odewald gekommen, nach einem unglücklichen Start zu einem versöhnlichen Abschluss bringen. Zwei Investments aus dem Fonds haben die Berliner in den Turbulenzen der Finanzkrise verloren: den Autozulieferer Saargummi (Ende Dezember 2007 übernommen, im November 2011 insolvent)und den Call-Center-Betreiber Walter Services, der im Zuge einer Insolvenz 2011 an den PE-Investor HIG Capital abgegeben werden musste.

Doch es gibt auch Hoffnungszeichen: So hat Odewald die Probleme beim Verpackungsunternehmen Oystar offenbar überwunden und das Unternehmen nachhaltig profitabel gemacht. Teil-Exits bei Oystar-Tochterunternehmen wurden bereits 2012 und 2013 realisiert. Der Verkauf des Gesamtunternehmens steht Marktkreisen zufolge kurz bevor. Odewald selbst wollte sich dazu nicht äußern.

Noch befinden sich vier von ehemals insgesamt acht Investments im Portfolio. Neben Oystar sind das der Industrieanlagenbauer Scholpp, die Oberbergkliniken und der Elektronikspezialist D&B Audiotechnik. Weitere große Investments sind nicht mehr drin: Ein zweistelliger Millionenbetrag stehe noch für Add-On-Akquisitionen zur Verfügung, teilt Odewald mit.

Odewald: Künftiger Schwerpunkt im KMU-Segment?

Verkauft hat Ocie aus seinem großen Fonds bereits das Hebebühnenunternehmen Mateco an den belgischen Strategen TVH. Auch das Zeitarbeitsunternehmen Tempton weist Odewald nicht mehr als Teil des Portfolios aus, der Verkauf an ein Investorenkonsortium sei im April 2014 erfolgt. Dokumentiert wurde der Verkauf nicht. In welche Richtung sich das Money Multiple des Fonds entwickelt, will Odewald noch nicht beantworten. Derzeit stehe die aktive Portfolioarbeit ganz oben auf der Agenda der Odewald-Chefs Ernst-Moritz Lipp und Torsten Krumm, die gemeinsam für den Ocie III verantwortlich sind.

Deutlich störungsfreier läuft der kleinere Odewald KMU-Fonds: Der 2008 aufgelegte Odewald KMU mit einem Volumen von 150 Millionen Euro sei „zu einem großen Teil“ investiert, heißt es. 2014 erwarb Odewald den B2B-Versandhändler 7days-Gruppe. Weitere Portfoliounternehmen sind der Industriedienstleister Ebert Hera, der Pflegeheimbetreiber DPUW, der Augenchirurgiedienstleister Polytech, die Mediaagentur Media Central, der Dienstleister Univativ sowie der Trachtenhersteller Spieth & Wensky.

Doch bevor an ein Fundraising für die Nachfolgergeneration der beiden Fonds zu denken ist, muss Odewald den Wert der Portfoliounternehmen noch erhöhen und zum Teil auch realisieren. Ob angesichts der Personalabgänge im größeren Ocie-Fonds Odewald den Schwerpunkt zukünftig auf das kleinere Segment legen wird, will das Private Equity-Haus derzeit noch nicht beantworten. Die Personalien jedenfalls sprechen dafür.

marc-christian.ollrog[at]finance-magazin.de