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PE-Investor Montagu kauft Augenklinik Artemis

Die Augenklinik Artemis steht offenbar kurz vor dem Verkauf an den PE-Investor Montagu.
Huntstock/Thinkstock/Getty Images

Der europaweit aktive PE-Investor Montagu kauft offenbar die Frankfurter Augenklinik Artemis. Wie der Branchendienst Debtwire unter Berufung auf zwei mit der Situation vertraute Personen berichtet, klopfen die Beteiligten gerade die letzten Details der Transaktion ab.

Artemis – keine Kette, sondern eine einzelne Frankfurter Augenklinik, die Sehschwächen per Laser-Operation kuriert – ist seit 2011 im Besitz von der Pariser Beteiligungsgesellschaft G Square Capital. Dem Vernehmen nach stand der PE-Investor Nordic Capital bereits kurz vor dem Abschluss eines Deals, ehe Montagu ein besseres Angebot vorlegte. Beraten wird die Transaktion seitens Montagu von CF Mittelstand. Den Verkaufsprozess organisiert dem Bericht zufolge die Investmentbank William Blair.

Eine wichtige Rolle im M&A-Prozess hat offenbar die ungewöhnliche Finanzierungsstruktur von Artemis gespielt. Artemis hat sich im Jahr 2014 von dem Private-Debt-Fonds Alcentra einen Unitranche-Kredit über 100 Millionen Euro besorgt. Das Geld hat Artemis genutzt, um einen Bankkredit über 20 Millionen Euro zu refinanzieren, vor allem aber für eine kreditfinanzierte Sonderausschüttung an seine Eigentümer um den PE-Investor G Square Capital. Der neue Eigner müsste die Finanzierung laut Vertrag übernehmen, schreibt Debtwire.

Mit Artemis macht Montagu wieder ein deutsches Investment

Die Pariser Beteiligungsgesellschaft G Square Capital hatte das Unternehmen 2011 von den Gründern erworben. Der Zeitpunkt, jetzt zu verkaufen, erscheint günstig. Artemis erwartet für 2015 ein Umsatzwachstum von mehr als 20 Prozent auf knapp 49 Millionen Euro. Das Ebitda soll mit 20 Millionen Euro deutlich über den Erwartungen liegen. Da aktuell für hoch profitable Healthcare-Spezialisten am M&A-Markt hohe Bewertungen aufgerufen werden, könnte sich der Transaktionswert auf deutlich über 200 Millionen Euro belaufen.

Das passt zu Montagus Ausrichtung: Der PE-Investor bevorzugt nach eigenen Angaben mittelgroße Unternehmen, deren Wert zwischen 100 Millionen Euro und 1 Milliarde Euro liegt. Derzeit verwaltet die Beteiligungsgesellschaft ein Vermögen von mehr als 4 Milliarden Euro.

Montagu hat seiner Website zufolge zurzeit keine deutschen Unternehmen im Portfolio. Früher zählte der PE-Investor jedoch den Automobilzulieferer Stabilus zu seinen Investments, ebenso wie den Pflasterhersteller BSN Medical und den Wursthüllenproduzenten Kalle.

Auch Nordic Capital und Waterland zieht es in den Healthcare-Markt

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Jakob Eich ist Redakteur der Fachzeitungen FINANCE und DerTreasurer des Fachverlags F.A.Z Business Media, bei dem er auch sein Volontariat absolviert hat. Eich ist spezialisiert auf die Themen Digitalisierung im Finanzbereich und Treasury. Durch seine Zwischenstation bei der Schwesterpublikation „Der Neue Kämmerer“ ist 1988 geborene Journalist auch versiert beim Thema Kommunalfinanzen. Erste journalistische Erfahrungen hat der gebürtige Schleswig-Holsteiner in den Wirtschaftsmedien von Gruner+Jahr sowie in der Sportredaktion der Hamburger Morgenpost gesammelt.

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