Loewe

17.01.14
Deals

Asset Deal: Loewe ist verkauft

Der insolvente Fernsehhersteller Loewe bleibt durch einen Asset Deal als Marke erhalten: Eine Investorengruppe wird wesentliche Teile des operativen Geschäfts übernehmen. Die Loewe AG verschwindet von der Börse und wird abgewickelt.

Der insolvente Fernsehhersteller Loewe ist verkauft: Die seit dem Herbst 2013 laufenden Verhandlungen mit Investoren sind beendet. Eine „Investorengruppe aus deutschen Familienunternehmern und ehemaligen Apple- und Bang&Olufsen-Topmanagern“ übernimmt im Zuge eines Asset Deals wesentliche Teile des Premium-Fernsehproduzenten, wie das Unternehmen mitteilte. Nähere Details waren zunächst nicht zu erfahren.

Loewe-Standorte bleiben nach M&A-Deal erhalten

Die neue Unternehmenszentrale in München, Entwicklungszentren in Kronach und Hannover sowie „weitere zentrale Unternehmensfunktionen am Hauptstandort Kronach“ blieben bestehen. Strategisch wolle man mit der Fokussierung auf Smart-Home-Entertainment-Systeme und Digital-Lifestyle-Produkte neue Akzente setzen. Auch eine „Ausweitung der strategischen Partnerschaft“ mit Hisense, einem chinesischen Technologielieferanten käme noch hinzu.

Was die beabsichtigte Verstärkung der Zusammenarbeit mit Hisense konkret bedeuten soll, ist noch unklar. Hisense ist auf die Produktion von TV- und Kühlgeräten spezialisiert, der chinesische Konzern betreibt ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Düsseldorf.

Durch den Verkauf wird die Loewe AG zur wertlosen Hülle. Noch ist unklar, wie hoch die Entschädigungszahlungen für die Altaktionäre um Ankerinvestor Sharp ausfallen können. Die Aktionäre hatten vor allem seit der Einleitung des Insolvenzverfahrens verloren, ihre Forderungen sind bei der Befriedigung der verschiedenen Forderungen nachrangig: Aus der Insolvenzmasse werden nach dem Insolvenzverwalter und den Gerichtskosten zunächst die Gläubiger bedient, erst dann folgen die Aktionäre. „Durch den Asset Deal verbessert sich die Situation der Aktionäre also nicht – sie verschlechtert sich aber auch nicht.“, erklärt der Insolvenzrechtsexperte Dr. Rainer Bähr. Der Aktienkurs stieg zuletzt auf 3,84 Euro.

vernessa.oberhansl[at]frankfurt-bm.com