Die italienische Großbank Unicredit treibt ihre geplante Übernahme der Commerzbank voran. Sie hält bereits direkt und über Finanzinstrumente knapp 42 Prozent der Anteile – mehr als zwei Wochen, bevor die Annahmefrist zu dem Übernahmeangebot endet. Zuletzt hatten Anteilseigner auf der Hauptversammlung dem Commerzbank-Vorstand den Rücken gestärkt. FINANCE bündelt hier alle aktuellen Entwicklungen rund um Angebot, Aktionärsstruktur, Regulierung, Strategie und die Rolle des Bundes.
Unicredit baut Commerzbank-Position stark aus
Beim Versuch, sich die Commerzbank einzuverleiben, ist Unicredit ein gutes Stück vorangekommen. Die Mailänder Großbank kontrolliert inzwischen knapp 42 Prozent des Grundkapitals der Frankfurter. Das gab Unicredit in einer Mitteilung zum Stand des Übernahmeansinnens bekannt. Die Angaben beziehen sich auf den vergangenen Montag (26. Mai) um 14 Uhr.
Von den 41,75 Prozent am Grundkapital, die Unicredit bereits hält, entfallen 27,83 Prozent auf Aktien und 13,92 Prozent auf verschiedene Total Return Swaps, darunter einer über Anteile von 10,7 Prozent. Da die Commerzbank selbst rund 4,14 Prozent ihrer Aktien selbst hält, liegen die Stimmrechtsanteile für Unicredit etwas über dem Anteil am Grundkapital.
Die Frist für das aktuelle Übernahmeangebot von Anfang Mai endet am 16. Juni.
Commerzbank schüttet 1,2 Milliarden Euro Dividende aus
Die Hauptversammlung der Commerzbank hat den Dividendenvorschlag des Vorstands für 2025 abgesegnet. Damit schüttet die Commerzbank je Aktie 1,10 Euro an ihre Anteilseigner aus – insgesamt 1,2 Milliarden Euro. Zusammen mit Aktienrückkäufen führen die Frankfurter damit das gesamte Nettoergebnis für 2025 vor Restrukturierungskosten und nach Abzug der AT-1-Kuponzahlungen in Höhe von 2,7 Milliarden Euro an die Aktionäre zurück. Vorstand und Aufsichtsrat wurden von der Hauptversammlung entlastet.
Kritik an Unicredit-Vorgehen, viel Zuspruch für Orlopp
Die Commerzbank-Spitze um CEO Bettina Orlopp bekommt von den Aktionären im Abwehrkampf gegen Unicredit viel Rückendeckung. Auch die Vertreter großer Aktionäre bezeichneten das vorliegende Angebot der Unicredit als zu niedrig. Den von Unicredit vorgelegten Plan, die Commerzbank im Falle einer Übernahme zunächst drei Jahre nach dem Vorbild der deutschen Tochter HVB zu restrukturieren und beide Häuser im Anschluss zu fusionieren, kritisierte Andreas Thomae, Vertreter der Sparkassen-Fondsgesellschaft Deka als „zu wenig unterfüttert“. Zudem würden wegfallende Erträge – etwa durch den Umbau des Geschäfts – kaum berücksichtigt. „Insgesamt reden wir über einen Zeitraum von fünf Jahren, was die Commerzbank intern binden würde, mit der Gefahr, den Kundenfokus zu verlieren“, fürchtete er.
Das Vorgehen von Unicredit-CEO Andrea Orcel verglich Thomae mit dem sprichwörtlichen Elefant im Porzellanladen. „Das sind keine guten Voraussetzungen, um sich an einen Tisch zu setzen und vernünftig über mögliche Perspektiven zu sprechen.“ Sein Appell an das Management: Vorstand und Belegschaft sollten sich nicht ablenken lassen und sich stattdessen auf das Kerngeschäft konzentrieren. „Der beste Schutz vor einer Übernahme ist die eigene Wertsteigerung“, so Thomae.
Dem Sinnbild des Elefanten schloss sich auch Hendrik Schmidt an. Der Vertreter der Deutsche-Bank-Fondstochter DWS mahnte jedoch: „Auch wenn die letzte Alpenüberquerung auf Elefanten nun schon eine Weile her ist, sie war letztlich erfolgreich.“ Vor diesem Hintergrund mahnte unter anderem auch der Vizepräsident der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz, Klaus Nieding, die Bereitschaft der Commerzbank-Spitze zu Gesprächen mit den Mailändern an. Wenn sich abzeichne, dass der Vorstand die Eigenständigkeit des Instituts nicht erhalten könne, sei er gut beraten, mit Unicredit über eine Fusion zu verhandeln, um das Maximum für die Bank und ihre Aktionäre herauszuholen, so es dazu nicht bereits zu spät sei, so Nieding.
Die Commerzbank-Chefin hatte zuvor betont, man bleibe offen für Gespräche, „sofern es eben eine echte Bereitschaft gibt, die von uns aufgezeigten Punkte zu diskutieren: mit der klaren Absicht, unseren Aktionären eine attraktive Prämie zu bieten“.
Orlopp hält an eigener Strategie „Momentum 2030“ fest
Wie erwartet gab sich die Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp in ihrer Begrüßungsrede zur Hauptversammlung den Aktionären gegenüber kämpferisch. Sie bekräftigte unisono mit dem Aufsichtsratschef Jens Weidemann: „Nehmen Sie das Angebot der Unicredit nicht an!“ Dieses reflektiere nicht den fundamentalen Wert der Commerzbank und biete de facto keine Prämie auf Commerzbank-Aktien.
Vielmehr sei der Plan, den Unicredit für die Commerzbank vorgelegt hat „vage, birgt erhebliche Risiken und bietet kaum Wertsteigerungspotential“, so Orlopp. Stattdessen hob die Commerzbank-Chefin einmal mehr die eigene Strategie „Momentum 2030“ hervor, die aus Sicht des Vorstands mehr Wert schaffe – „bei geringerem Umsetzungsrisiko“, betonte Orlopp.
Als Beispiel führte sie das Firmenkundensegment an, das sich zuletzt gut entwickelt habe. So verzeichnete das von Vorstand Michael Kotzbauer verantwortete Segment im vergangenen Geschäftsjahr beim ausgereichten Kreditvolumen ein Plus von 10 Prozent. Eine zentrale Rolle im Firmenkundengeschäft der Bank spiele dabei neben Finanzierungen für die Energie-, Infrastruktur- und Verteidigungsindustrie die Begleitung der deutschen Unternehmen ins Ausland. Unicredit plane jedoch die Reduzierung des internationalen Netzwerks der Commerzbank. „Eine Reduzierung, die genau das schwächen würde, was uns stark macht: die Fähigkeit, den deutschen Mittelstand weltweit zu begleiten“, so die Bankchefin.
Ihr Fazit: „Die Ertragsverluste werden erheblich unterschätzt, das Kostensenkungspotential wird zu optimistisch gesehen und die Restrukturierungsaufwendungen lägen erheblich höher.“
Commerzbank-Hauptversammlung ohne Unicredit
Im Übernahmekampf um die Commerzbank setzt Unicredit bei der heutigen Hauptversammlung auf eine passive Rolle. Die italienische Großbank hat sich zu dieser nicht angemeldet.
Es war viel spekuliert worden im Vorfeld: Könnte Unicredit nach der Vorlage des Übernahmeangebots Anfang Mai bereits auf der Hauptversammlung der Commerzbank am heutigen Mittwoch in Wiesbaden ihre Stimmrechte nutzen, etwa um die Besetzung des Aufsichtsrats zu verändern und eigene Kandidaten in das Gremium wählen zu lassen. Doch inzwischen ist klar, ein solcher Paukenschlag dürfte beim Aktionärstreffen nicht zu erwarten sein. Die italienische Großbank hat sich nicht zur Versammlung angemeldet. Damit dürfte Mailand, wie von Unicredit-Chef Orcel zuletzt angekündigt, vorerst eine passive Rolle einnehmen.
Vielmehr dürfte das Aktionärstreffen voll im Zeichen des Abwehrkampfes gegen die Übernahmebemühungen der Italiener stehen. Für deren Offerte haben Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank eine eindeutige Meinung. „Das Angebot wird dem Wert, den Perspektiven und der strategischen Bedeutung der Commerzbank nicht gerecht.“ Folglich empfiehlt der Vorstand den Aktionären, „bei der Commerzbank investiert zu bleiben und das Angebot der Unicredit nicht anzunehmen“.
Alle spannenden Entwicklungen rund um die Hauptversammlung, die um 10 Uhr startet, lesen Sie in unserem Ticker.
Commerzbank begründet Widerstand gegen Unicredit-Offerte
Die Commerzbank sperrt sich unvermindert gegen das Übernahmeangebot von Unicredit. Am Montagmittag veröffentlichte die Frankfurter Großbank eine gemeinsame Stellungnahme von Vorstand und Aufsichtsrat. Darin empfehlen beide Gremien den Aktionären, das Angebot abzulehnen. Zentral für diese Empfehlung ist der Schluss, dass der Mailänder Wettbewerber den Anteilseignern „keine angemessene Prämie“ und „keinen nachvollziehbaren und belastbaren strategischen Plan für einen Zusammenschluss“ aufzeige.
Das Management und der Aufsichtsrat der Commerzbank ziehen auch eine Fusion der beiden Geldhäuser selbst in Zweifel. Unicredit schätze „Ertragsverluste, Kostensenkungspotential und Restrukturierungsaufwendungen sowie die Umsetzungsdauer der von ihr geplanten Maßnahmen unzutreffend ein“, schreiben sie in einer Mitteilung. Die geplante Reduzierung des internationalen Netzwerks der Commerzbank würde deren Fähigkeit empfindlich schwächen, die exportstarken mittelständischen Unternehmen weltweit zu begleiten. Darauf setzte die Frankfurter Bank zuletzt verstärkt in ihrer Strategie für das Firmenkundengeschäft.
Statt des Zusammengehens mit der italienischen Großbank setzen Vorstand und Aufsichtsrat auf die Strategie „Momentum 2030“, die CEO Bettina Orlopp Anfang Mai anlässlich der Quartalszahlen für Januar bis März vorstellte. Diese sieht vor, die Erträge auf rund 16,8 Milliarden Euro hochzuschrauben, der Konzerngewinn soll sich verglichen mit 2025 mehr als verdoppeln auf 5,9 Milliarden Euro. Auch die Kosten sollen deutlich sinken, sodass die Cost-Income-Ratio nur mehr 43 Prozent betragen soll – inklusive Pflichtbeiträge. Eine eigenständige Umsetzung dieses Plans biete ein „deutlich höheres und nachhaltigeres Wertschöpfungspotential als die von Unicredit skizzierte Alternative“.
Unicredit seinerseits wies die Sicht der Commerzbank nur wenig später zurück: „Es versteht sich von selbst, dass wir vielen der vorgebrachten Argumente grundlegend widersprechen und diese für nicht begründet oder durch belastbare Daten gestützt halten“, schrieb die Bank in einer Mitteilung: „Wir werden zu gegebener Zeit Stellung nehmen, nachdem wir die in dem Dokument angesprochenen Sachverhalte geprüft haben.“ Ihren Anteil an den Stimmrechten erhöhte die Bank inzwischen auf knapp 39 Prozent. Davon entfallen 26,77 Prozent auf Aktien, 12,10 Prozent auf Finanzinstrumente.
EZB-Vizepräsident kritisiert Bundesregierung
Der scheidende EZB-Vize Luis de Guindos kritisiert die Bundesregierung für die ablehnende Haltung gegenüber den Übernahmeplänen der Unicredit. In einem Interview mit der „Financial Times” sagte der Spanier: „Es ist sehr schwierig für Regierungen zu argumentieren, dass sie die Spar- und Investitionsunion unterstützen, wenn sie dann sagen ‚nun ja, wir sind gegen diese konkrete Transaktion’.” Solche Eingriffe in grenzüberschreitende Geschäfte widersprächen dem Geist des EU-Binnenmarkts. Den deutschen Bankenmarkt bezeichnete der seit 2018 im Amt befindliche de Guindos als sehr fragmentiert.
Solche Einlassungen von EZB-Vertretern zu konkreten Übernahmekämpfe sind unüblich. Die Amtszeit von Luis de Guindos endet in wenigen Wochen. Seinen Platz übernimmt der Kroate Boris Vujcic.
Unicredit-Pläne: Verdi sieht 15.000 Stellen gefährdet
Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi geht bei einem Zusammenschluss von Commerzbank und Hypovereinsbank, der deutschen Tochter von Unicredit, davon aus, dass bis zu 15.000 Stellen bei beiden Banken gefährdet sein könnten. Jan Duscheck, Bundesfachgruppenleiter Banken, warnte in einer Mitteilung, betroffen wären „vor allem tausende Stellen in den Zentralen in Frankfurt und München sowie in den Servicegesellschaften“.
Bei der Commerzbank selbst geht die Gewerkschaft davon aus, dass rund 10.000 Arbeitsplätze wegfallen könnten. Insgesamt kam die Großbank Ende März auf rund 40.000 Beschäftigte weltweit. Über den Abbau von rund 3.000 Vollzeitstellen in den Jahren 2029 und 2030 schloss der Betriebsrat am Donnerstag eine Vereinbarung mit dem Commerzbank-Management.
Unicredit hat ein freiwilliges Übernahmeangebot vorgelegt und will Commerzbank-Aktionären neue Unicredit-Aktien im Tausch anbieten.
Unicredit hält direkt rund 26,77 Prozent der Commerzbank-Aktien und kommt inklusive Finanzinstrumenten auf knapp 39 Prozent.
Der Bund hält weiterhin etwas mehr als 12 Prozent an der Commerzbank, also einen bedeutenden Anteil.
Unicredit hat ein Aktientauschangebot vorgelegt. Vorgesehen sind 0,485 neue Unicredit-Aktien je Commerzbank-Aktie.
Die Bafin untersagte Unicredit bestimmte Werbeanzeigen, weil sie diese im laufenden Übernahmeverfahren als unsachlich und reißerisch einstufte.
Unicredit stutzt Russland-Geschäft zurück
Unicredit verringert ihr Geschäft in Russland, indem sie einen Großteil an einen Investor aus den Vereinigten Arabischen Emiraten abgibt. Dazu plant die Mailänder Großbank, den internationalen Zahlungsverkehr in Euro und US-Dollar herauszulösen und das Restgeschäft zu veräußern. Es handelt sich um eine vorläufige Übereinkunft, auch sämtliche behördlichen Freigaben stehen aus. Der Abschluss des Deals ist für das erste Halbjahr 2027 vorgesehen.
Den Gewinn von Unicredit schmälert die Transaktion voraussichtlich um 3 bis 3,3 Milliarden Euro, gab die Bank am Donnerstagmorgen bekannt. Ausschüttungen und sonstige Leistungen an Aktionäre sollen davon nicht betroffen sein, auch die Gewinnziele für die Jahre 2028 bis 2030 blieben bestehen.
Die bei Unicredit verbleibenden Zahlungsdienstleistungen richten sich nach Angaben der Mailänder Bank an westliche und russische Geschäftskunden, die nicht von Sanktionen aufgrund des Ukraine-Kriegs betroffen sind. Insbesondere die US-Sanktionen stellen westliche Banken mit Russlandgeschäft vor Probleme. Im Zuge der anvisierten Übernahme der Commerzbank benötigt Unicredit auch eine Freigabe der US-Notenbank Fed.
Commerzbank-Betriebsratschef weist Orcels Angebot zurück
Sascha Uebel, stellvertretender Aufsichtsratschef und Konzernbetriebschef der Commerzbank, hat das erneute Gesprächsangebot von Unicredit-Chef Andrea Orcel scharf zurückgewiesen. „Mir reicht es jetzt wirklich! Wo sind wir denn hier? Mitten in einem feindlichen Übernahmeangebot kommt nun die Aufforderung, dass der Vorstand wieder mit ihm sprechen soll, sonst erhöht er sein Angebot nicht?“, so Uebel gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.
Orcel knüpft ein möglicherweise höheres Übernahmeangebot an die Bedingung, dass der Commerzbank-Vorstand zunächst Gespräche mit ihm aufnehme. Das kritisierte Uebel scharf: Der Vorstand sei laut ihm in der Lage, die Situation eigenständig zu bewältigen.
Orcel hatte seine Position zuvor in einem Interview mit dem Anlegermagazin „Börse Online“ bekräftigt. Ein Dialog könne die Bewertungsgrundlagen klären und den erzielbaren Wert optimieren, argumentierte der Unicredit-Chef. Das Tauschangebot in Unicredit-Aktien, das der Commerzbank-Vorstand als feindlich einstuft, läuft seit Dienstag. Es liegt derzeit unter dem Commerzbank-Aktienkurs und zielt vorrangig darauf ab, Unicredit über die Schwelle von 30 Prozent der Anteile zu bringen.
Sascha Uebel sprach sich zudem klar für eine Aufstockung des Staatsanteils an der Commerzbank aus, um die Übernahme zu verhindern, und befürwortete nach eigenen Angaben nahezu jede Maßnahme, die eine Übernahme durch Unicredit abwenden könne. Zugleich übte er Kritik am Verkauf von 4,5 Prozent der Bundesanteile unter dem damaligen Finanzminister Christian Lindner – dieser Schritt hatte Unicredit im Sommer 2024 erst den Einstieg ermöglicht.
Bund erwägt wohl Aufstockung der Commerzbank-Beteiligung
Die Bundesregierung denkt wohl über eine Aufstockung seiner Anteile an der Commerzbank nach, um eine mögliche Übernahme durch die Unicredit zu verhindern. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters mit Berufung auf Insider. Es werde erwogen, die bundeseigene Förderbank KfW einzusetzen, um den derzeit gehaltenen Anteil von rund 12 Prozent auszubauen. Ein größere Staatsbeteiligung könnte verhindern, dass Unicredit die Commerzbank vollständig übernimmt, so die Überlegungen.
Ein Ausbau der Staatsbeteiligung würde angesichts des gestiegenen Aktienkurses der Commerzbank jedoch Milliarden Euro kosten. Um eine Sperrminorität zu erreichen, müssten laut dem Bericht rund 5 Milliarden Euro in die Hand genommen werden.
Die KfW und Commerzbank wollten sich auf FINANCE-Anfrage nicht zu den Berichten äußern. Die Bundesregierung hat auf eine FINANCE-Anfrage bislang nicht geantwortet. Widerspruch kommt jedoch aus anderen Kreisen: Insider dementierten gegenüber dem Handelsblatt entsprechende Pläne. Der Bund ziehe einen solchen Schritt derzeit nicht in Betracht, hieß es.
Unicredit mit Rekordgewinn im ersten Quartal
Um satte 16 Prozent hat die Unicredit den Nettogewinn im ersten Quartal steigern können. Mit einem Überschuss von 3,2 Milliarden Euro verzeichnete das Geldhaus den höchsten Quartalsgewinn in der Geschichte der Bank. Das gab Unicredit am heutigen Vormittag bekannt. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 2,68 Milliarden Euro gerechnet. Auch bei den Erträgen schnitt die Unicredit besser ab als erwartet. Die legten im Jahresvergleich um fünf Prozent auf 6,87 Milliarden Euro zu. Die Einschätzung der Analysten hatte bei 6,44 Milliarden Euro gelegen.
Die im Euro Stoxx 50 notierte Bank rechnet für das Gesamtjahr mit einem Nettogewinn von mindestens 11 Milliarden Euro. Vorstandschef Andrea Orcel verwies auf die Stärke des Geschäftsmodells der Bank sowie die konsequente Umsetzung ihrer Strategie. Die Ergebnisse spiegelten die disziplinierte Umsetzung aller Hebel wider – Umsatzwachstum, Kosteneffizienz und Kapitalstärke. Das zeige, wie eine gut geführte, diversifizierte Bank über den gesamten Konjunkturzyklus hinweg überdurchschnittliche Renditen erzielen und gleichzeitig in ihre Zukunft investieren könne. Das goutieren die Anleger: Die Aktie der Bank legte nach Bekanntgabe der Zahlen um mehr als 3 Prozent zu.
Mit diesen Zahlen stärkt die italienische Großbank ihre Position in der Übernahme der Commerzbank. Bereits am gestrigen Montag stimmten die Unicredit-Aktionäre dem Übernahmeplan in einer außerordentlichen Hauptversammlung zu.
Ein offizielles Übernahmeangebot der Unicredit wird für heute vermutet.
Die Commerzbank will ihre Quartalszahlen am kommenden Freitag bekanntgeben.
Unicredit-Aktionäre geben grünes Licht für Übernahmepläne
Die Unicredit-Aktionäre geben grünes Licht für eine Übernahme der Commerzbank: Auf der heutigen außerordentlichen Hauptversammlung stimmte eine große Mehrheit für die notwendige Kapitalerhöhung, teilt Unicredit mit. Damit ist der Weg für das öffentliche Tauschangebot an die Commerzbank-Aktionäre geebnet.
Der Verwaltungsrat wurde demnach ermächtigt, das Grundkapital bis zum 31. Dezember 2027 um nominal bis zu 6,7 Milliarden Euro zu erhöhen. Dafür können bis zu 470 Millionen neue, stimmberechtigte UniCredit-Aktien ausgegeben werden, die dann gegen Commerzbank-Aktien eingetauscht werden sollen. Es handelt sich um eine Sachkapitalerhöhung, bei der die angedienten Commerzbank-Aktien die Einlage darstellen. Wie bei solchen Transaktionen üblich, ist das Bezugsrecht der bestehenden UniCredit-Aktionäre ausgeschlossen.
In seiner Rede an die Aktionäre sagte Unicredit-Chairman Pietro Carlo Padoan, dass die Unicredit-Führung in den vergangenen achtzehn Monaten kontinuierlich einen sinnvollen Dialog mit der Commerzbank gesucht habe, „um zusammen eine Strategie und einen Plan zu erörtern und zu vereinbaren“. Bedauerlicherweise sei dies nicht zustande gekommen. Commerzbank-Firmenkundenchef Michael Kotzbauer erklärte jedoch in einem heute veröffentlichten Interview mit der F.A.Z., dass die Unicredit in keinem dieser Treffen daran interessiert gewesen sei, „über unser Geschäftsmodell oder ihre Pläne bei der Commerzbank zu reden.“
Ein offizielles Übernahmeangebot der Unicredit könnte schon morgen folgen.
Unicredit hält mit Optionen über 30 Prozent der Anteile
Wie ein aktueller Blick auf die Aktionärsstruktur der Commerzbank zeigt, hat die Unicredit ihre Position weiter ausgebaut: Die Mailänder Bank hält direkt 26,77 Prozent der Anteile und hat ihre über Finanzinstrumente abgesicherte Position zuletzt von 3,22 auf 5,87 Prozent ausgeweitet – der Gesamtanteil beläuft sich damit auf 32,64 Prozent
Die aktuelle Aufstellung zeigt zudem, dass die Jefferies Financial Group, die zwar keine direkten Aktien hält, sich aber aktuell über Instrumente einen Zugriff auf 9,90 Prozent gesichert hat. D.E. Shaw hingegen ist nicht mehr aufgeführt, nachdem dort Mitte April Optionen ausgelaufen waren.
Zudem stimmen die Unicredit-Aktionäre heute auf der Hauptversammlung über die für das Commerzbank-Tauschangebot nötige Kapitalerhöhung ab.
Unicredit muss „reißerische“ Werbung zu Commerzbank stoppen
Unicredit muss bei ihrem Versuch, die Commerzbank zu erwerben, vorsichtiger agieren. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat der Mailänder Bank unsachliche Werbung verboten: Sie habe „als Bieterin im Übernahmeverfahren Werbeanzeigen in reißerischer und unsachlicher Aufmachung in den sozialen Medien veröffentlicht“, schrieb die Bafin in einer Mitteilung vom Freitag: „Inzwischen sind sie jedoch nicht mehr aktiv.“ Zuvor waren die Anzeigen nach Bafin-Angaben innerhalb der gesamten Europäischen Union abrufbar.
Als Gründe für das Einschreiten nannte die Bafin, dass die Anzeigen „Mutmaßungen zur wirtschaftlichen Lage der Commerzbank“ enthielten. Ihr Verbot der Werbemaßnahmen habe zum Ziel, Missstände in laufenden Übernahmeverfahren zu unterbinden und „Klarheit über die Grenzen von zulässiger Werbung zu schaffen“.
Bafin kann Bußgeld verhängen
Die Maßnahme ist laut der Aufsichtsbehörde sofort vollziehbar, aber noch nicht bestandskräftig. Bei vorsätzlicher oder fahrlässiger Zuwiderhandlung gegen die Anordnung drohe Unicredit ein Bußgeld. Rechtliche Basis für das Vorgehen ist §28 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG).
Indes könnte bei der Commerzbank ein Personalabbau über die bereits angekündigten 3.900 Vollzeitstellen hinaus anstehen. Die aktualisierte Strategie soll laut Medienberichten vom Freitag solch einen Schritt vorsehen. Das Frankfurter Geldhaus will die neue Strategie am 8. Mai vorstellen. Die Bank äußerte sich nicht zu den Berichten.
Unicredit baut Aktienanteil an Commerzbank aus
Die Unicredit hat ihren Aktienanteil an der Commerzbank leicht erhöht. Aus einer Stimmrechtsmitteilung vom Donnerstag ist ersichtlich, dass dieser von 26,04 Prozent auf 26,77 Prozent stieg. Auch ihren Bestand an Derivaten weitete die Mailänder Großbank aus. Dieser liegt nun bei 5,87 Prozent.
Derweil sprach sich der italienische Wirtschaftsminister Giancarlo Giorgetti (Lega Nord) nach einer Kabinettssitzung am Mittwoch gegen eine mögliche Verlegung des Hauptsitzes oder zentraler Funktionen der Unicredit nach Frankfurt aus: „Selbstverständlich wären wir nicht dafür“, sagte der Minister in Rom. Die Pläne zum Ausbau des Geschäfts in Deutschland bewertete er jedoch grundsätzlich positiv.
Commerzbank: Orcel-Pläne laufen auf Restrukturierung hinaus
Im Übernahmeversuch durch die Unicredit setzt die Commerzbank unverändert auf ihr unabhängiges Modell und ihren Strategieplan „Momentum“, der bis 2028 läuft.
Unicredit-CEO Andrea Orcel hatte die operative Leistung der Commerzbank von 2021 bis 2025 und den Plan in einer Telefonkonferenz mit Analysten scharf angegriffen: „,Momentum‘ bedeutet fortgesetzte, unzureichende Ergebnisse“, sagte Orcel. Außerdem sehe der Plan keinerlei Schritte vor, um die Commerzbank strukturell wettbewerbsfähig zu machen.
Unicredit kündigt Übernahmeangebot für Commerzbank an
Unicredit hat ein freiwilliges Angebot für die Commerzbank angekündigt. Bezahlen will die italienische Großbank den Erwerb mit eigenen Aktien, wie das Institut mitteilte. Demnach sollen die Aktionäre pro Wertpapier 0,485 neue Unicredit-Aktien im Tausch erhalten – umgerechnet also etwa 30,80 Euro pro Commerzbank-Aktie. Dies entspricht einem Aufschlag von 4 Prozent zum Schlusskurs vom vergangenen Freitag.
Commerzbank dank Tochter MBank weiter auf Rekordkurs
Die Commerzbank hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Rekord beim operativen Ergebnis abgeschlossen. Die Frankfurter Großbank kam auf 4,5 Milliarden Euro, ein Plus von 18 Prozent. Dabei profitierte das Geldhaus vor allem vom guten Geschäftsverlauf bei der polnischen Tochter Mbank, die ihre Erträge um 37 Prozent steigerte, sowie von einem Zuwachs beim Provisionsüberschuss.
Mit diesem Trick könnte Unicredit die Commerzbank übernehmen
Noch 2025 war der heute wichtigste Aktionär, die Unicredit, bei der Commerzbank-Hauptversammlung gar nicht vertreten. Das war damals überraschend, hatte die Mailänder Großbank in den vorangegangenen Monaten doch Schritt für Schritt ihren Anteil an den Frankfurtern ausgebaut. Aktuell hält sie rund 26 Prozent der Anteile als Aktien, weitere 3 Prozent über Finanzinstrumente.
In diesem Jahr lohnt der Blick zur kommenden Hauptversammlung nach Wiesbaden. Denn dort könnte es zu einer Art M&A-Showdown kommen. Unicredit könnte die Kontrolle an der gelben Bank anstreben, indem sie über eine Abstimmung auf der Hauptversammlung sämtliche Anteile an der Hypovereinsbank (HVB) einbringt und gleichzeitig die Bezugsrechte der weiteren Commerzbank-Aktionäre ausschließt.
Mögliche Commerzbank-Übernahme: CFOs und Treasurer skeptisch
CFOs und Treasurer schauen weiterhin skeptisch auf eine mögliche Übernahme der Commerzbank durch Unicredit, zeigt eine neue Umfrage von FINANCE. 72 Prozent der Befragten, die eine Einschätzung abgegeben haben, bewerten eine Übernahme der Commerzbank aus Sicht ihres Unternehmens als negativ. Im Herbst 2024 lag diese ablehnende Haltung ebenfalls bei rund 70 Prozent.
EZB lässt Unicredit-Anteil von knapp 30 Prozent zu
Die EZB hat der Unicredit grünes Licht gegeben, ihren Anteil an der Commerzbank auf 29,9 Prozent aufzustocken. Das teilte die italienische Großbank am Freitag mit. Allerdings stehen noch weitere behördliche Freigaben aus, darunter des Bundeskartellamtes. Gleichzeitig treibt die italienische Großbank zwei weitere M&A-Projekte voran: die Übernahme des italienischen Wettbewerbers Banco BPM und der belgischen Aion Bank inklusive des polnischen Banking-as-a-Service-Anbieters Vodeno.
Unicredit stockt Commerzbank-Anteil weiter auf
Seit September tobt der Übernahmekrimi um die Commerzbank, Unicredit-Chef Andrea Orcel hat den Einsatz nun erhöht. Wie die Mailänder am frühen Mittwochmorgen mitteilten, haben sie sich über Finanzinstrumente weitere 7 Prozent der Anteile an dem Frankfurter Geldhaus gesichert.
„Die Gesamtposition von Unicredit beläuft sich nun auf circa 28 Prozent, wovon 9,5 Prozent auf eine direkte Beteiligung und circa 18,5 Prozent auf derivative Instrumente entfallen“, heißt es dazu aus Mailand. Darüber hinaus habe Unicredit bereits die erforderlichen regulatorischen Anträge eingereicht, um die Beteiligung an der Commerzbank über 10 Prozent hinaus auf bis zu 29,9 Prozent erhöhen zu können.
Unicredit setzt mit Übernahmeplänen auf Größe
Die italienische Großbank Unicredit überraschte im Herbst mit zwei großen, öffentlichen Deals: dem Einstieg bei der Commerzbank und dem Übernahmeangebot für die italienische Konkurrentin Banco BPM – beides binnen weniger Wochen. Ein Blick auf das Umfeld und die Zahlen der Unicredit zeigt, dass der Antrieb in beiden Fällen unterschiedlich gelagert, das Ziel jedoch ist identisch sein dürfte: Die Bank will sich im europäischen Wettbewerb weiter stärken.
Schon zum Monatsende: CFO Bettina Orlopp wird Commerzbank-Chefin
Finanzvorständin Bettina Orlopp steht künftig an der Spitze der Commerzbank. Der Aufsichtsrat von Deutschlands zweitgrößter Privatbank hat die 54-Jährige zum Oktober zur neuen Vorstandsvorsitzenden und damit zur Nachfolgerin von Manfred Knof bestellt.
Bund will vorerst keine weiteren Commerzbank-Anteile verkaufen
Das Bundesfinanzministerium hat dementiert, weitere Anteile des Bundes an der Commerzbank verkaufen zu wollen. „Die Bundesregierung wird die entstandene Lage gründlich analysieren und zu gegebener Zeit Entscheidungen über das weitere Vorgehen treffen“, teilte das Ministerium auf FINANCE-Nachfrage mit.
Unicredit-Chef Orcel will aktiver Commerzbank-Aktionär sein
Nach Bekanntwerden der Pläne zur Übernahme der Commerzbank hat sich nun erstmals Unicredit-CEO Andrea Orcel zu den Zukunftsplänen der Italiener geäußert: Eine Fusion zwischen Unicredit und Commerzbank sei das erklärte Ziel. Sie könne die Commerzbank voranbringen und die Wettbewerbsfähigkeit im Firmenkundengeschäft auf dem deutschen Markt stärken – gerade gegenüber den Sparkassen und Genossenschaftsbanken.
Unicredit übernimmt 9 Prozent an Commerzbank
Paukenschlag in der Bankenbranche: Die italienische Großbank Unicredit hat 9 Prozent an der Commerzbank übernommen. Davon stammen 4,49 Prozent aus dem Besitz des Bundes, die restlichen Anteile wurden am freien Markt zugekauft.
Welche Strategie hinter dem Anteilserwerb steckt, ist noch nicht bekannt. „Der Erwerb der Beteiligung an der Commerzbank AG steht in Einklang mit der Strategie der Unicredit und den Parametern für jede ihrer Investments“, so die Mailänder. Der Griff nach der Mittelstandsbank könnte sich durchaus lohnen, zeigt unsere Analyse.
Zudem wurde bekannt, dass CEO Manfred Knof das Geldinstitut verlassen wird, als Nachfolgerin soll CFO Bettina Orlopp die Position an der Spitze der Commerzbank übernehmen.
Bund will nach 16 Jahren raus aus der Commerzbank
Der Staat will bei der Commerzbank raus. 16 Jahre nach der Finanzkrise sei die Bank „wieder ein stabiles und ertragsstarkes Institut“, heißt es. Konkret liegen die Anteile des Bundes an der Commerzbank derzeit noch bei 16,49 Prozent, womit der deutsche Staat nach wie vor größter Einzelaktionär ist. Dem Steuerzahler steht jedoch ein Milliardenverlust ins Haus.
