Bayer

19.05.16
Deals

Bayer plant Übernahme von Monsanto

Der deutsche Pharmakonzern Bayer will tatsächlich den US-Saatguthersteller Monsanto kaufen. Die Bayer-Investoren sind von dem ambitionierten Plan nicht begeistert.

Der deutsche Pharmakonzern Bayer bietet tatsächlich auf den amerikanischen Saatgut-Riesen Monsanto. Das haben beide Unternehmen jetzt bestätigt. Damit bewahrheiten sich Spekulationen, die schon seit einigen Tagen im Umlauf sind.

Bayer wird an der Börse mit knapp 80 Milliarden Euro bewertet. Monsanto ist mit gut 42 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 38 Milliarden Euro) knapp halb so groß. Insofern ist der US-Landwirtschaftskonzern ein sehr ehrgeiziges Übernahmeziel für die Leverkusener.

Doch das hält Bayer nicht davon ab, den M&A-Deal zu verfolgen. Bayer-Manager hätten „vor kurzem Mitglieder der Geschäftsführung von Monsanto Company getroffen, um vertraulich über eine einvernehmliche Übernahme von Monsanto zu sprechen“, teilte Bayer am Donnerstag mit. Die Fusion würde „ein führendes integriertes Agrargeschäft schaffen“.

Bayer-Aktionäre sehen Monsanto-Übernahme kritisch

Zuvor hatte Monsanto Gespräche zwischen den beiden Unternehmen zwar bestätigt, allerdings in einem deutlich skeptischeren Ton. Die Amerikaner hätten ein unverbindliches, unerbetenes Angebot erhalten. Der Verwaltungsrat würde dieses prüfen.

Nicht nur das Monsanto-Management, sondern auch die Bayer-Aktionäre reagieren skeptisch auf den geplanten Milliarden-Deal. Die Aktie gab am Donnerstagvormittag knapp 7 Prozent ab. Seitdem vor einer Woche erste Gerüchte über die Übernahmepläne in den Medien aufgetaucht waren, hat das Papier insgesamt mehr als 10 Prozent verloren. Die Skepsis der Investoren verwundert wenig angesichts der schieren Größe des geplanten Zukaufs.

Genau gegenteilig entwickelt sich die Monsanto-Aktie. Diese springt am Donnerstagmorgen um 7 Prozent. In der vergangenen Woche hat das Papier in Summe knapp 14 Prozent gewonnen.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de