Baywa kommt einfach auf keinen grünen Zweig: Der Verkauf der Anteile an dem niederländischen Agrarhändler Cefetra ist geplatzt. Der Käufer, PGFO, hat den Kaufpreis nicht rechtzeitig vorlegen können, wie Baywa mitteilte. Der Agrarhändler halte sich vor, Ansprüche gegenüber der First Dutch Group, dem Mutterkonzern von PGFO, und deren Inhaber, Peter Goedvol, geltend zu machen, heißt es weiter. Trotz des geplatzten Deals hätten die Banken Baywa gegenüber signalisiert, dass sie weiterhin bereit sind, die Finanzierung von Cefetra konstruktiv zu begleiten.
Baywa hatte am 10. Juni mitgeteilt, dass die Niederländer Baways Anteile an Cefetra übernehmen wollen. Als Kaufpreis wurden 125 Millionen Euro kommuniziert. Zudem hieß es in der damaligen Mitteilung, dass, wenn die Kaufpreisfinanzierung oder Refinanzierung scheitern sollte, Baywa eine Auflösungsgebühr von PGFO in Höhe von 12,5 Millionen Euro verlangen kann.
Neuer Käufer steht bereit
Auf FINANCE-Nachfrage heißt es aus dem Unternehmen jedoch, dass diese zunächst nicht fällig wird, da ein neuer Käufer bereits in den Startlöchern steht und die Cefetra zu den gleichen Konditionen übernehmen soll, wie PGFO. Deshalb sei aus Sicht von Baywa noch kein weiterer Schaden entstanden. Um wen es sich konkret bei dem neuen Käufer handelt, wollte Baywa beim jetzigen Verhandlungsstand noch nicht kommunizieren.
Durch den Verkauf erhofft sich Baywa eine Reduzierung ihrer Verbindlichkeiten in Höhe von rund 500 Millionen Euro, wie der Agrarkonzern im Juni mitteilte, als man sich mit PGFO einig geworden war. Diese Summe setzt sich neben dem Kaufpreis aus der Rückführung von Gesellschafterdarlehen im Rahmen der Refinanzierung von Cefetra durch den Käufer zusammen. Außerdem hatte Cefetra selbst hohe Kredite aufgenommen, die Baywa nach dem Verkauf selbst nicht mehr bedienen muss.
Bafin stellt Fehler im Jahresabschluss 2023 fest
Vergangene Woche erst war bekannt geworden, dass die Bundesanstalt für Finanzaufsicht (Bafin) weitreichende Fehler in Baywas Konzernabschluss aus dem Jahr 2023 festgestellt hat. Konkret soll der Agrarkonzern offensichtliche Finanzierungsrisiken und mögliche daraus resultierende Liquiditätsprobleme im Lagebericht nicht transparent kommuniziert haben.
Frederic Haupt ist Redakteur bei FINANCE und betreut schwerpunktmäßig die Themen Private-Equity und M&A. Er hat Journalismus und Unternehmenskommunikation an der Media University (ehemals HMKW) studiert. Nach dem Studium hat er sein Volontariat bei F.A.Z. Business Media absolviert und dabei neben FINANCE für weitere Publikationen des Verlags gearbeitet, unter anderem für die Personalwirtschaft und das Wir-Magazin.
