Eigentlich wäre der Moment für einen Exit passend. Doch Blackstone schafft seit fast einem Jahr nicht den Ausstieg bei Leica.

Leica

15.06.18
Deals

Blackstone hadert mit Leica-Exit

Der US-Finanzinvestor Blackstone findet offenbar keinen Käufer für seine Beteiligung an dem Kamerahersteller Leica. Nun nimmt Mehrheitseigentümer Andreas Kaufmann die Investorensuche selbst in die Hand – und denkt über einen Börsengang nach.

Bereits seit knapp einem Jahr will sich der US-amerikanische Private-Equity-Investor Blackstone von seiner Beteiligung an dem hessischen Kamerahersteller Leica trennen. Doch seit dem Bekanntwerden der Verkaufspläne im Frühsommer 2017 ist Blackstone immer noch keinen Schritt weiter. Nun sucht der Leica-Mehrheitseigentümer Andreas Kaufmann offenbar selbst nach Investoren. Einem Bericht des „Manager Magazins“ zufolge, verhandelt Kaufmann mit fünf Interessenten. Bis Spätsommer soll der Prozess abgeschlossen sein.

Investorensuche scheiterte bisher an Kaufmann

Dabei war es wohl Kaufmann selbst, der die Verkaufspläne von Blackstone zunächst torpediert hatte: Dem Bericht zufolge hatte der PE-Investor im vergangenen Jahr die US-amerikanische Bank Morgan Stanley mit der Käufersuche beauftragt. Das Institut habe das Mandat aber wieder zurückgegeben, nachdem man mit der Investorensuche erfolglos blieb. Maßgeblich zum Scheitern beigetragen haben soll auch Kaufmann, der nach den Informationen des „Manager Magazins“ kein Interesse daran gezeigt habe, mit potenziellen Investoren zu verhandeln.

Blackstone war 2011 bei Leica eingestiegen und hält seitdem 45 Prozent der Anteile an dem Wetzlarer Unternehmen. Die übrigen Anteile liegen bei dem 64-jährigen Kaufmann. Nach Blackstones Einstieg nahmen die Partner Leica von der Börse.

Der Zeitpunkt für einen Exit käme für Blackstone gut gelegen. Die einst totgesagte Kultmarke Leica entwickelte sich in den vergangenen Jahren wieder positiv. Eigenen Angaben zufolge konnte der Kamerahersteller seinen Umsatz zwischen 2015 und 2018 um knapp 80 Millionen Euro steigern.

Rückkehr an die Börse statt neuer Investor?

Der Käufer müsste für das Anteilspaket von Blackstone allerdings tief in die Tasche greifen. Der Finanzinvestor soll 450 Millionen Euro fordern – dreimal so viel wie er bei seinem Einstieg bezahlt hatte.

Sollte sich kein Investor finden, liebäugelt Kaufmann offenbar auch mit einer Rückkehr an die Börse: Blackstone könne dann über einen IPO seinen Anteil verkaufen – und Leica über eine Kapitalerhöhung frisches Geld einsammeln, so offenbar der Plan der Milliardärs. Kaufmann selbst will allerdings langfristig an Leica beteiligt bleiben.

andreas.mehring[at]finance-magazin.de