Noch gehört die Fisch-Fast-Food-Kette Nordsee Theo Müller und Heiner Kamps. Doch die beiden deutschen Unternehmer sind wohl bereit sich für 300 Millionen Euro von ihren Anteilen zu trennen.

juefraphoto / iStock / Thinkstock / GettyImages

12.10.16
Deals

Fast-Food-Kette Nordsee steht zum Verkauf

Die Fast-Food-Kette Nordsee soll verkauft werden, das Preisschild über 300 Millionen Euro anzeigen. Finanzinvestoren stehen schon in den Startlöchern.

Die Bremer Fast-Food-Kette Nordsee soll für mehr als 300 Millionen Euro verkauft werden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider. Die bisherigen Eigentümer der Nordsee-Kette – der Großbäcker Heiner Kamps und der Molkerei-Unternehmer Theo Müller – sollen bereits die Investmentbank GCA Altium mandatiert haben, um einen Käufer für Nordsee zu finden. 

Die Kette umfasst 372 Restaurants und setzte mit 4.800 Mitarbeitern im Geschäftsjahr 2015 rund 360 Millionen Euro um. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll bei 30 Millionen Euro gelegen haben und dieses Jahr bestätigt werden. Daraus errechnet sich ein Kaufpreis-Multiple von mindestens 10x Ebitda.

Diese Bewertung für ein nur schwach wachsendes Food-Unternehmen zeigt, wie sehr die Preise am M&A-Markt angezogen haben. Dabei liegt Nordsee noch in der Norm: In den USA werden größere Ketten wie McDonald’s, Yum! oder Wendys sogar mit 12 bis 13x Ebitda bewertet.

Nordsee hat Private-Equity-Vergangenheit

Die hohen Multiples schrecken Investoren aber offenbar nicht ab. Laut Reuters gibt es bereits Interessenten für Nordsee. Neben Branchenkonkurrenten hätten hauptsächlich Finanzinvestoren ihr Interesse hinterlegt, dass sie mit der Nordsee-Kette international expandieren möchten. Denkbar wäre eine für Private Equity typische Buy-and-Build-Strategie. 

Neu wäre ein Private-Equity-Investor für das Nordsee-Management um CEO Robert Jung und CFO Claus Schlüter nicht. Zwischen 1997 und 2005 gehörte die Nordsee-Kette dem Finanzinvestor Apax, ehe Heiner Kamps die Kette übernahm. 2010 reichte er einen Mehrheitsanteil an Theo Müller weiter.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de