Fresenius

17.09.19
Deals

Fresenius wird Transfusionssparte doch nicht verkaufen

Eigentlich stand bei Fresenius der Verkauf des Bluttransfusionsgeschäfts im Raum. Es wäre die Rückabwicklung eines Milliardendeals gewesen, doch die ist nun vom Tisch.

Nun also doch nicht: Fresenius wird sein Bluttransfusionsgeschäft nicht verkaufen. Die Sparte, die das Geschäft mit Transfusionsmedizin und Zelltherapien umfasst, wird weiterhin Teil von Fresenius Kabi bleiben. Das bestätigte ein Sprecher auf Nachfrage von FINANCE. Zuerst hatte die FAZ über den Stopp des potentiellen Verkaufs der Einheit berichtet.

Im Februar dieses Jahres gab das Bad Homburger Unternehmen bekannt, dass es die Geschäfte mit Transfusionsmedizin und Zelltherapien (TCT) in einer eigenen Einheit bündeln und verschiedene Möglichkeiten prüfen werde, um diese Einheit und das Geschäft weiterzuentwickeln. Unter anderem wurde eine US-Investmentbank mandatiert, die mögliche Kaufinteressenten ansprechen sollte. Ein tatsächlicher Bieterprozess wurde letztlich aber offenbar nicht mehr aufgesetzt.

„Ergebnis dieser Sondierung ist, dass TCT Teil von Fresenius Kabi bleibt und wir die Einheit auch künftig durch Investitionen weiterentwickeln werden“, kommentierte ein Fresenius-Sprecher gegenüber FINANCE. Der Bereich wachse profitabel, Markt und Perspektiven seien attraktiv. „Insofern war ein Verkauf von TCT von Anfang an ausdrücklich auch nur eine von mehreren Optionen“, betont der Sprecher.

Fresenius hatte Fenwal erst 2012 übernommen

Ein Verkauf der Sparte wäre für Fresenius eine Rolle rückwärts gewesen: Das Geschäft mit Transfusionsmedizin dürfte im Wesentlichen aus der US-Gesellschaft Fenwal bestehen, die Fresenius erst 2012 übernommen hatte. Dem Vernehmen nach zahlte der Medizinkonzern damals zwischen 900 Millionen und 1 Milliarde Euro für den US-Konzern und integrierte ihn anschließend in seine Tochter Fresenius Kabi.

Als potentielle Käufer der Sparte wären nicht nur Industrieunternehmen in Frage gekommen, sondern auch Private-Equity-Gesellschaften. Wie die FAZ aus Branchenkreisen erfuhr, wäre ein Verkauf an einen Wettbewerber möglicherweise mit kartellrechtlichen Auflagen verbunden gewesen. Vermutlich hätten die Kartellbehörden in diesem Fall einen Weiterverkauf von Teilen des Geschäfts an Dritte gefordert. Das könnte die Suche nach Interessenten erschwert haben.

Fresenius will Transfusionsgeschäft dauerhaft betreiben

Über die genauen Gründe für die Entscheidung von Fresenius ist nichts bekannt. Durch die Bündelung der vormaligen Teilbereiche zu einer eigenständigen, schlagkräftigen Einheit habe der Konzern aber „sehr gute Voraussetzungen geschaffen, dieses Geschäft dauerhaft erfolgreich zu betreiben“, heißt es von Seiten von Fresenius.

Allerdings entwickelte sich der Markt für Bluttransfusionen zuletzt wenig dynamisch. Es gebe laut FAZ zwar eine wachsende Nachfrage in den Schwellenländern, aber nachlassenden Bedarf in Europa und Nordamerika.

marcel.thiel[at]finance-magazin.de