Siemens Healthineers macht den größten Deal der Unternehmensgeschichte.

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FINANCE+ 07.08.20
Deals

M&A-Deals: Siemens Healthineers, RWE, ThyssenKrupp

Siemens Healthineers macht den größten Deal der Unternehmensgeschichte, RWE übernimmt die europäische Projektpipeline von Nordex, und ThyssenKrupp schließt den milliardenschweren Elevator-Verkauf ab: Die spannendsten M&A-Deals der Woche finden Sie in unserem FINANCE-Rückblick.

Siemens Healthineers übernimmt Varian

Siemens Healthineers zieht einen milliardenschweren M&A-Deal an Land: Der Medizintechnikkonzern plant die Übernahme des US-Krebsversorgungsspezialisten Varian und legt dafür 16,4 Milliarden US-Dollar (rund 14 Milliarden Euro) auf den Tisch, wie die Siemens-Tochter am vergangenen Sonntag mitteilte. Je Varian-Aktie bieten die Erlangener 177,50 US-Dollar. Die US-Amerikaner erwirtschafteten im vergangenen Geschäftsjahr mit weltweit rund 10.000 Beschäftigten einen Umsatz von 3,2 Milliarden Euro. Varian wird demnach mit dem Fünffachen des Umsatzes bewertet – für die Medizintechnikbranche sind Multiples in dieser Größenordnung üblich. Die Wirtschaftskanzlei Latham & Watkins (Federführung: Charles Ruck, Rainer Traugott und Joshua Dubofsky) hat Siemens Healthineers bei der Transaktion beraten.

Den hohen Kaufpreis rechtfertigen sollen die erwarteten Synergien: Siemens Healthineers rechnet durch die Übernahme ab dem Geschäftsjahr 2025 mit Ebit-Synergien von mindestens 300 Millionen Euro pro Jahr. Zudem soll sich der Zukauf von Varian bereits innerhalb des ersten Jahres nach Transaktionsvollzug, der für die erste Hälfte des kommenden Jahres erwartet wird, positiv auf das bereinigte Ergebnis je Aktie auswirken. Für die Akquisitionsfinanzierung holt sich Siemens Healthineers Unterstützung von der Mutter: Siemens wird zunächst eine Brückenfinanzierung in Höhe von 15,2 Milliarden Euro bereitstellen. Zudem planen die Erlangener eine Kapitalerhöhung.

Für den Fall eines Scheiterns des Deals haben die beiden Parteien eine Kaufpreisklausel vereinbart, wie die Nachrichtenagentur „Reuters“ berichtete. Sofern Varian für das Platzen der Übernahme verantwortlich wäre, müssten die Kalifornier 450 Millionen Dollar zahlen. Käme der Deal wegen Siemens Healthineers nicht zustande, so müssten die Erlangener eine sogenannte „Termination Fee” von mindestens 450 Millionen Dollar aufbringen – unter bestimmten Umständen könnte der Wert sogar 925 Millionen Dollar betragen.

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