The Linde Group

25.01.19
Deals

M&A: Linde profitiert von US-Shutdown

Linde und Praxair können sich nach ihrer Megafusion für die geforderten Verkäufe einiger Geschäftsteile etwas mehr Zeit lassen. Der Grund ist ausgerechnet der Stillstand bei den US-Behörden.

Gute Nachricht für Linde aus kuriosem Anlass: Der Dax-Konzern bekommt mehr Zeit für die Umsetzung der M&A-Auflagen für die im vergangenen Oktober freigegebene Fusion mit Praxair. Wegen des Regierungs-Shutdowns in den USA hat die US-Kartellbehörde FTC die Frist für die Umsetzung der verlangten Verkäufe von Unternehmensteilen vom 29. Januar auf den 1. März verlegt. Dabei handelt es sich ausgerechnet um jene Auflagen, mit denen die FTC um ein Haar den ganzen Deal zu Fall gebracht hätte.

Linde und Praxair agieren länger getrennt

Ein Großteil des US-Geschäfts von Linde sowie weitere Standorte in Südamerika gehen an den deutschen Konkurrenten Messer, der sich dafür mit dem PE-Investor CVC verbündet hat. Das Europageschäft von Praxair ging bereits im Dezember an den japanischen Industriegasehersteller Taiyo Nippon Sanso. Über eine Tochter erwerben die Japaner außerdem Geschäftsteile in den USA.

Dass Linde und Praxair für die Abwicklung der noch verbleibenden Deals jetzt einen Monat mehr Zeit haben, hat aber auch Schattenseiten. Schließlich dürfen die beiden Konzerne ihren Zusammenschluss erst dann auch in der Praxis umsetzen, wenn alle Kartellauflagen erfüllt sind und die FTC dies überprüft hat. Bis dahin müssen Linde und Praxair ihre Geschäfte weltweit unabhängig voneinander führen und dürfen die Geschäftsaktivitäten noch nicht miteinander abstimmen.

Linde gibt riesigen Aktienrückkauf bekannt

Dass sich sowohl Praxair als auch Linde von mehr Geschäftsteilen als ursprünglich erwartet trennen müssen, spült der neufusionierten Gesellschaft viel Geld in die Kasse. Dies soll den Aktionären zu Gute kommen. Linde teilte vor wenigen Tagen mit, die M&A-Erlöse mit Hilfe eines Aktienrückkaufprogramms über bis zu 6 Milliarden Dollar an die Aktionäre auskehren zu wollen. Das Volumen des Aktienrückkaufs ist enorm: Zu den aktuellen Kursen könnte Linde bis zu 15 Prozent seiner 547 Millionen ausstehenden Aktien zurückkaufen.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de