Bayer tätigt seinen größten M&A-Deal seit dem Kauf von Schering: Für 10,3 Milliarden Euro kauft das Unternehmen das Consumer-Care-Geschäft von Merck und geht eine strategische Kooperation mit dem Pharma-Konzern ein. Damit nimmt Bayer Spitzenposition im Bereich der rezeptfreien Medikamente ein.

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06.05.14
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Megadeal: Bayer kauft Consumer-Care-Geschäft von Merck

Bayer tätigt seinen größten M&A-Deal seit dem Kauf von Schering: Für 10,4 Milliarden Euro kauft der Leverkusener Dax-Konzern wie erwartet das Consumer-Care-Geschäft von Merck & Co. und geht eine strategische Kooperation mit dem US-Konzern ein. Im Bereich der rezeptfreien Medikamente kommt Bayer damit auf einen Spitzenplatz.

Es ist der zweitgrößte M&A-Deal der Bayer-Geschichte und der bisher größte M&A-Deal in Deutschland 2014: Für 14,2 Milliarden US-Dollar (10,4 Milliarden Euro) übernimmt Bayer das Consumer-Care-Geschäft des US-Konzerns Merck. Durch den Deal wird Bayer im Geschäft mit rezeptfreien Produkten zum weltweit zweitgrößten Anbieter. Die Transaktion soll im zweiten Halbjahr dieses Jahres abgeschlossen werden.  

Vor zwei Jahren sagte Bayer-CFO Werner Baumann noch im Gespräch mit FINANCE-TV, dass keine Großeinkäufe geplant sind, jetzt kam es doch ganz anders. Der Deal bewertet die Merck-OTC-Sparte mit einem Ebitda-Multiple von 21, Kostensynergien erwartet Bayer nur in Höhe von 200 Millionen Dollar jährlich ab 2017, Umsatzsynergien hingegen in Höhe von 400 Millionen Dollar. Die Einmalkosten für die Zusammenführung beziffert Bayer auf 500 Millionen Dollar.

Den Kauf will Bayer mit einem Brückenkredit zwischenfinanzieren, bereitgestellt wird er von der Bank of America Merrill Lynch, BNP Paribas und Mizuho. Bei der anschließenden Aussyndizierung soll eine größere Gruppe aus dem Kreis der Bayer-Kernbanken beteiligt sein. Für die spätere Ausfinanzierung am Kapitalmarkt plant Bayer-CFO Werner Baumann vor- und nachrangige Anleihen zu platzieren.

Bayer: Strategische Kooperation im Rahmen von M&A-Deal

Im Rahmen der Akquisition ist außerdem eine strategische Kooperation im Bereich Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit Merck & Co. geplant. Beide Unternehmen wollen eine gemeinsame Entwicklungs- und Vermarktungsstrategie erarbeiten, um die Forschung voranzutreiben. Kosten und Erträge entfallen zu gleichen Teilen auf die beiden Parteien. In diesem Zusammenhang wird Merck Zahlungen bis zu 2,1 Milliarden US-Dollar (1,5 Milliarden Euro) an Bayer leisten, davon eine Vorauszahlung von 1 Milliarden US-Dollar und umsatzabhängige Meilensteinzahlungen von bis zu 1,1 Milliarden Dollar.

julia.becker[at]finance-magazin.de