Nach einem ungewöhnlich lange dauernden Verkaufsprozess, in den mehrere Dutzend Einzelaktionäre und verschiedene Gläubigerbanken eingebunden waren, hat der Werkzeughersteller Metabo mit dem französischen Finanzinvestor Chequers Capital einen neuen Eigentümer gefunden. Im Zuge einer Kapitalerhöhung hat Chequers die Mehrheit der Anteile von den drei Gründerfamilien erworben. Die Bilanzstruktur, die nach der verfehlten Expansionsstrategie stark angespannt gewesen sein soll, ist laut Aussage von Karsten Hartmann, Deutschlandchef von Chequers Capital, nun wieder ins Lot gebracht worden: "Durch die Kapitalerhöhung hat sich die Nettoverschuldung in etwa halbiert", sagte Hartmann gegenüber FINANCE.
Metabo geriet nach einer verfehlten Vertriebsstrategie in die Krise – der Verkauf des Profi-Equipments in Baumärkten hatte die Marke stark verwässert und das Unternehmen in die Verlustzone getrieben. "Jetzt ist die Restrukturierung aber abgeschlossen, und das Produktportfolio wurde aktualisiert", begründete Hartmann den Einstieg bei dem Werkzeugmaschinenbauer aus Nürtingen. Ähnlich äußerte sich Vorstandschef Horst W. Garbrecht, der sich ebenso wie Finanzvorstand Erik Oellerer am Unternehmen beteiligt hat. Zum Umfang der Transaktion und zu einem möglichen Exitmodus war nichts zu erfahren. Übliche EBITDA-Multiples für Mid-Cap-Unternehmen liegen derzeit bei maximal 7, sagt Andrej Kirschke von Kepler Capital Markets zu FINANCE. Nimmt man eine 5-Prozent-EBITDA-Marge bei einem Umsatz von zuletzt 341 Millionen Euro an, käme man auf einen Unternehmenswert (Enterprise Value) von 120 Millionen Euro.
Gemeinsam mit dem Management will der Investor nun die Expansion des Unternehmens in Osteuropa, Russland und den USA vorantreiben. "Dafür steht ein zweistelliger Millionenbetrag zur Verfügung", erklärte Hartmann. Neue Fertigungsstandorte seien aber nicht geplant. Aktuell produziert Metabo in Nürtingen und in Shanghai.
Chequers Capital ist auf dem deutschen Markt noch kein prominenter Player. 2010 übernahm das 1973 in Paris gegründete Haus Anteile an der DTK Deutsche Telekabel und Silver Care Holding, 2011 Anteile an Cordenka. Französische PE-Häuser wenden sich Marktinformationen zufolge verstärkt deutschen Unternehmen zu.