Der Windanlagenbauer Senvion kommt bei seiner Indien-Strategie einen großen Schritt voran: Die Hamburger kaufen Fabriken und Serviceportfolios des indischen Anbieters Kenersys.

Senvion

17.08.16
Deals

Mit M&A Deal: Senvion expandiert nach Indien

Der Windanlagenbauer Senvion ist bei seiner Expansion in Indien einen großen Schritt vorangekommen: Die Hamburger kaufen Fabriken und Anlagen des indischen Anbieters Kenersys.

Im Februar 2016 kündigte Senvion Indien als neuen und damit fünften Kernmarkt des Unternehmens an. Jetzt steht dank eines M&A-Deals der Erschließung dieses Wachstumsmarktes nichts mehr im Wege: Der Hamburger Hersteller von Windenergieanlagen kauft Produktionsanlagen, Infrastruktur, Windenergieanlagen und das Servicegeschäft des indischen Anbieters Kenersys.

Dieser ist freilich kein besonders dicker Fisch: Die Gesamtleistung der von Kenersys installierten Windturbinen beträgt 220 Megawatt. Dies dürfte etwas mehr als 100 Anlagen entsprechen. Zum Vergleich: Senvion, als sechstgrößter Hersteller der Welt außer in China, kommt aktuell auf mehr als 6.600 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 14.000 Megawatt.

Senvion-Chef Geißinger will Technologie-Transfer nach Indien

Für Senvion soll Kenersys als Sprungbrett dienen. Seit wenigen Monaten sind die Hamburger bereits mit einem kleinen Management und einem R&D-Team in Indien vor Ort. Jetzt kommen die Kunden und die Fertigungskapazitäten hinzu.

Senvion-Chef Jürgen Geißinger plant, mit Hilfe des lokalen R&D-Teams Technologie aus Hamburg nach Indien zu transferieren und das Produktportfolio von Kenersys entsprechend weiterzuentwickeln. Ziel sei es, den indischen Kunden die im Betrieb wirtschaftlichere Senvion-Technologie anzubieten.

Mit Ausstieg von Suzlon verlor Senvion Zugang nach Indien

Die Zeit für eine Expansion nach Indien drängt, denn die indische Regierung gibt gerade kräftig Gas und hat einen Ausbau der Windenergie auf 60 Gigawatt bis zum Jahr 2020 angekündigt. Mit einer neu installierten Leistung, die derzeit um mehr als 3.000 Megawatt wächst, ist der Zubau in Indien sogar auf einem höheren Niveau als aktuell in Deutschland. Fast ein Drittel des Marktes kontrolliert die frühere Mutter Suzlon.

Für Senvion-CFO Manav Sharma hat der Kenersys-Deal eine persönliche Komponente: Sharma ist gebürtiger Inder.

bita.mohammadi[at]finance-magazin.de