Der PE-Investor Bridgepoint und das Management suchen nach drei Jahren einen neuen Eigentümer für Infront.

Infront

05.09.14
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PE-Investor Bridgepoint startet Verkaufsprozess für Infront

Der Schweizer Sportrechte-Vermarkter Infront steht zum Verkauf. Wie das Schweizer Portfoliounternehmen des PE-Investors Bridgepoint bestätigte, suchen das Private Equity-Haus und das Management nach drei Jahren einen neuen Eigentümer. Bridgepoint dürfte der Zeitpunkt des Exits gelegen kommen. Der Abschluss des Fundraisings steht FINANCE-Informationen nach kurz bevor.

Der PE-Investor Bridgepoint sucht einen Käufer für sein Portfoliunternehmen Infront. Das im schweizerischen Zug ansässige Unternehmen bestätigte gegenüber FINANCE, dass das Private Equity-Haus und das Management unter CEO Philippe Blatter einen Verkaufsprozess angestoßen haben. „Ausgehend von der erfolgreichen Position im internationalen Sportbusiness-Markt ist Infront nun bestrebt, sein erstklassiges Rechte- und Service-Portfolio weiter zu diversifizieren sowie sein weltweites Geschäft auszubauen“, teilte das Unternehmen mit. Dafür benötigt es neues Geld – Bridgepoint dagegen ist an einem raschen Exit interessiert. FINANCE-Informationen nach steht das Fundraising zum neuen Buyout-Fonds kurz vor dem Abschluss.

Der 2008 begebene Fonds Bridgepoint IV im Volumen von 4,8 Milliarden Euro war bereits vor einem Jahr zu 80 Prozent ausfinanziert, wie Bridgepoint-Deutschlandchef Marc Zügel damals bestätigte. Ende August dieses Jahres hat Bridgepoint mit Moneycorp noch einen weiteren Zukauf vermeldet.

PE-Investor Bridgepoint steckt mitten im Fundraising

Seit der Übernahme durch Bridgepoint im Jahr 2011 für 550 Millionen Euro von der Jacobs Holding Junkermeyer und Martin Steinmeyer sei Infront substantiell und profitabel gewachsen, teilte Infront mit. Details zur Entwicklung nannte der Sportbusiness-Anbieter nicht. In den vergangenen Jahren habe sich Infront stark auf Europa und Asien konzentriert. Neben dem Sportrechtevertrieb wurde teils durch Zukäufe oder Joint Ventures auch ein b-to-c-Sportmarketingzweig aufgebaut, etwa im Bereich der Jedermannrennen in Deutschland und in China.

Bridgepoint, das im deutschsprachigen Markt seit 2007 beim Brillenhersteller Rodenstock und seit 2013 beim Kältespezialisten AHT Cooling engagiert ist, hat über Infront im Juli einen Kredit über 155 Millionen Euro aufgenommen, um sich eine Sonderdividende auszuschütten. Bereits 2013 hatte Bridgepoint eine so genannte „Dividend Recap“ von 160 Millionen Euro vorgenommen. Bridgepoint nahm zu diesen Daten auf Anfrage nicht Stellung.

An Infront könnten sowohl PE-Investoren als auch Strategen interessiert sein. Der größere Sportrechteanbieter IMG wurde im Dezember 2013 gemeinsam von der Agentur William Morris Endeavor Entertainment und der US-PE-Investor Silver Lake in einem milliardenschweren M&A-Deal übernommen.

marc-christian.ollrog[at]finance-magazin.de