Nestlé verkauft Alete und Milasan an PE-Investor BWK.

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30.09.14
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PE-Investor BWK kauft Alete und Milasan von Nestlé

Nestlé verkauft im Zuge der Portfoliobereinigung die Marken Alete und Milasan an den PE-Investor BWK. Die Stuttgarter haben bereits Erfahrung in der Branche.

Der Schweizer Lebensmittelriese Nestlé baut sein Portfolio um und verkauft seine beiden Babykostmarken Alete und Milasan. Alete und Milasan, im Bereich Gläschenkost und Anfangsmilch tätig, gehen an den Mittelstandsinvestor BWK. Der Kaufpreis wurde nicht genannt.

Neben der BWK, die künftig 75 Prozent der Anteile besitzt, steigt auch der 66-Jährige  Privatinvestor Horst Jostock mit ein. Er übernimmt zudem die operative Führung der beiden Marken. Die Investoren erwerben zugleich auch das Werk mit Sitz im oberbayerischen Weiding samt 300 Mitarbeitern. Offizielle Umsatzzahlen gibt es nicht. Alete hatte Nielsen-Angaben zufolge zuletzt einen Umsatz von 160 Millionen Euro erwirtschaftet. Andere Quellen sprachen eher von 100 Millionen Euro.

Nestlé will sich stärker auf sein skalierbares Geschäft mit der Marke Beba konzentrieren, die im hochpreisigen Segment für Folgemilch tätig ist. Alete hingegen steht in harter Konkurrenz mit den führenden Babynahrungsherstellern Hipp sowie Milupa auf der einen Seite und auf der anderen Seite mit den günstigen Eigenmarken der Drogerieketten. Die seit einiger Zeit sinkenden Marktanteile wollte der Lebensmittelkonzern offenbar nicht mehr hinnehmen.

PE-Investor BWK will lange dabei bleiben

Mit BWK hat Nestlé einen Investor gefunden, der bereits Erfahrungen in diesem Geschäftsbereich hat. 2009 hatte BWK die Babynahrungsmarke Sunval erworben und bis 2012 gehalten, im Portfolio des Investors soll sie jährlich um 36 Prozent gewachsen sein. Weiterhin hat BWK, an der die LBBW mit 45 Prozent beteiligt ist, durch ihre Evergreen-Struktur anders als typische Private Equity-Fonds keinen Verkaufsdruck. Ein schnelles Umdrehen der zuletzt eingeschlafenen Marke erscheint schwierig. BWK will in das Produktangebot, die Auffrischung der Marke und die europaweite Expansion investieren. Bislang sind die Marken nur in Deutschland und Österreich tätig.

Aktuell ist BWK mit rund 200 Millionen Euro in 12 Unternehmen investiert, für die beiden erworbenen Marken schöpft sie Geld aus einem Evergreen-Fonds. „Die Evergreen-Struktur ohne festgelegten Exitdruck wird uns dabei helfen, Alete zu entwickeln.“, sagte Marc Schrade, Mitglied der Geschäftsleitung der BWK dazu.

julia.becker[at]finance-magazin.de