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Porsche stockt bei Rimac auf

Elektro-Sportwagen von Rimac: Porsche stockt bei Rimac auf
Mike Mareen/stock.adobe.com

Porsche investiert erneut in den kroatischen Elektro-Sportwagenbauer Rimac Automobili. Nach dem Einstieg 2018 und der Aufstockung 2019 haben die Schwaben nun mit weiteren 70 Millionen Euro ihre Beteiligung an Rimac um mehr als 8 Prozentpunkte erhöht. Damit hält die deutsche Traditionsmarke nun 24 Prozent an der Supersportwagenschmiede.

Porsche-CFO freut sich über gute Rendite

Bislang hat sich die Partnerschaft mit Rimac, den manche als Europas Elon Musk bezeichnen, für Porsche offenbar ausgezahlt. „Der Wert ist seit unserem Einstieg um ein Vielfaches gestiegen, und Rimac hat sich technologisch sehr gut entwickelt“, sagt Porsche-CFO Lutz Meschke.

Auch sei bereits der erste Serienauftrag von Porsche an Rimac vergeben worden. Zwar stehe die Lieferung noch aus, aber damit befände sich Rimac auf dem besten Weg, ein Tier-1-Lieferant für Porsche zu werden. Genau wie der Mutterkonzern VW sind die Stuttgarter gerade dabei, ihre Modellpalette zu elektrifizieren.

Lob kommt auch von Mate Rimac: „Porsche ist seit 2018 ein großer Unterstützer unserer Firma, und es war immer ein Privileg, dass eine der bekanntesten Sportwagenmarken der Welt ein Teil von Rimac ist. Wir sind stolz darauf, gemeinsam an neuen aufregenden und elektrifizierten Produkten zu arbeiten.“

Porsche respektiert Unabhängigkeit von Rimac

Doch Spekulationen über ein noch engeres Zusammenrücken von Porsche und Rimac nimmt der 33-jährige kroatische Unternehmer den Wind aus den Segeln: „Rimac will ein völlig unabhängiges Unternehmen bleiben.“ Auch Porsche bestätigt, dass die erhöhte Beteiligung ausschließlich der kreativen Partnerschaft der zwei Autobauer diene. Der Elektro-Sportwagenbauer aus Kroatien soll von Porsches Know-how und Prozessabläufen in der industriellen Fertigung profitieren, während sich die Schwaben von der Innovationskraft und den guten Ideen des Rimac-Teams „inspirieren“ lassen wollen.

Um diese Aussage zu unterstreichen, stellt Porsche auch klar,  dass die nun erreichte Beteiligungshöhe knapp unterhalb der Sperrminorität eine Grenze darstellt. Das Unternehmen erkennt den Willen von Rimac an, auch mit anderen Autobauern wie Aston Martin und dem schwedischen Sportwagenhersteller Koenigsegg Geschäfte zu machen. Einen beherrschenden Einfluss auf die Kroaten auszuüben, sei nicht geplant.

Rimac Automobil miit Sitz in der Nähe von Zagreb beschäftigt fast 1.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen entwickelt und baut Hochleistungsantriebe und Batteriesysteme, aber auch eigene elektrische Supersportwagen.

jan.schuermann[at]finance-magazin.de

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