R.Stahl hat den Übernahmeplänen durch Weidmüller eine klare Absage erteilt.

R.Stahl

11.04.14
Deals

R. Stahl-CFO Marx: „Waren von Weidmüller-Angebot überrascht“

Weidmüller liebäugelt mit der Übernahme des börsennotierten Familienunternehmens R. Stahl – das Target will davon allerdings nichts wissen. R. Stahl-CFO Bernd Marx erteilte einer Übernahme auf der heutigen Bilanzpressekonferenz eine klare Absage und zeigte sich verwundert über den Vorstoß von Weidmüller.

Der Explosionsschutz-Spezialist R. Stahl wehrt sich gegen eine feindliche Übernahme durch Weidmüller. Man sei über die Ankündigung des Familienunternehmens Weidmüller überrascht gewesen, sagt CFO Bernd Marx heute bei der Präsentation der Zahlen für das Jahr 2013 in Frankfurt. Weidmüller habe Anfang des Jahres das Gespräch mit Vorstand und Aufsichtsrat gesucht und eine Übernahme vorgeschlagen. „Im März haben die Familienaktionäre allerdings einstimmig beschlossen, die Gespräche mit Weidmüller nicht aufzunehmen“, betonte Marx. R. Stahl steht im Mehrheitsbesitz der Familien Stahl und Zaiser, die gemeinsam 51 Prozent der Anteile halten. Der Rest der Aktien wird im Prime Standard gehandelt.

Insofern zeigte sich Marx erstaunt über den gestrigen Vorstoß des Detmolder Unternehmens. Weidmüller hatte am Donnerstag angekündigt, den Aktionären von R. Stahl ein Übernahmeangebot vorlegen zu wollen. Das Unternehmen möchte den Anteilseignern pro Aktie 47,50 Euro zahlen. Vor der Ankündigung notierte die Aktie von R. Stahl bei 33 Euro, was einem Aufschlag von knapp 50 Prozent entspricht. Danach sprang der Kurs der Aktie vorübergehend auf über 47 Euro. Das Angebot hätte damit ein Gesamtvolumen von knapp 306 Millionen Euro, was einem EBIT-Multiple von mehr als 12 gegenüber dem Jahresergebnis 2013 entspricht.

R. Stahl: Kein Interesse an Übernahme

„Wir haben schriftlich geantwortet, dass beim Hauptaktionär kein Interesse besteht. Daher waren wir gestern doch ein wenig überrascht, dass Weidmüller mitgeteilt hat, mehr als die Hälfte der Stimmrechte erwerben zu wollen“, sagte Marx. In der Vergangenheit hat es nach Aussage des CFOs bereits ähnliche Versuche gegeben. „Aber wir sind gut aufgestellt und können unseren Weg eigenständig gehen.“

Weidmüller hingegen verspricht nicht nur sich, sondern auch R. Stahl erhebliche Synergieeffekte von einem möglichen M&A-Deal. So könnten beide Unternehmen in Zukunft gemeinsam sowohl Systemlösungen als auch Komponenten produzieren und weiter im Ausland expandieren, heißt es bei Weidmüller. Der Elektronikkonzern erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 640 Millionen Euro. R.Stahl konnte rund 304 Millionen Euro umsetzen.

sarah.nitsche[at]finance-magazin.de

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