Puzzle trifft Teddybär: Der Spielehersteller Ravensburger beteiligt sich als strategischer Investor mehrheitlich an Steiff und verbindet damit zwei der bekanntesten Namen in der deutschen Spielwarenbranche. Das teilten beide Unternehmen am Mittwoch mit. Verkäufer ist die Steiff Beteiligungsgesellschaft, hinter der die Erben der Firmengründerin Margarete Steiff stehen.
Die Familie bleibt weiterhin wesentlich an Steiff beteiligt. Das Unternehmen soll zudem eigenständig am bisherigen Standort in Giengen an der Brenz fortbestehen, wie es in einer Pressemitteilung der beiden Unternehmen heißt. Einen Kaufpreis nennen beide Parteien nicht.
Ravensburger setzt bei Steiff-Deal auf Wachstum
Für Ravensburger ist der Deal eine strategische Erweiterung des Markenportfolios. Beide Häuser stammen aus Baden-Württemberg, wurden in den 1880er-Jahren gegründet und sind tief im Spielwarenmarkt verwurzelt. Zwischen beiden Marken sieht Ravensburger-Chef Clemens Maier eine charakterliche Verwandtschaft: „Steiff steht in besonderer Weise für das Herz. Mit Produkten, die für viele Menschen seit Generationen Teil ihrer Kindheit sind.“ Der Spiele- und Puzzleproduzent erhofft sich durch die Beteiligung mögliche Synergien sowie den Zugang zu internationalen Wachstumspotentialen der Steiff-Marke.
Warum Steiff sich für einen Verkauf entschieden hat
Für den Plüschtierhersteller Steiff stand bei dem Deal vor allem die Zukunftssicherung im Vordergrund. „Für uns war entscheidend, Steiff in verantwortungsvolle, unternehmerische Hände zu geben, die die Marke, die Werte und die Geschichte verstehen und respektieren“, sagt Frederik Reimann, Geschäftsführer der Steiff Beteiligungsgesellschaft.
Steiff-CEO Frank Rheinboldt sieht den neuen Partner derweil als Wachstumshebel: „Mit Ravensburger schaffen wir den Rahmen, internationale Potentiale gezielt zu nutzen und Tradition mit neuen Impulsen für die Zukunft zu verbinden.“ Die Eigenständigkeit der Marke und der Erhalt des Standorts Giengen waren für die Familie zentrale Bedingungen des Deals.
Der Vollzug der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Freigabe. Die beteiligten Parteien gehen davon aus, dass die erforderliche Genehmigung innerhalb der üblichen Prüfungsfristen erfolgt.
Frederic Haupt ist Redakteur bei FINANCE und betreut schwerpunktmäßig die Themen Private-Equity und M&A. Er hat Journalismus und Unternehmenskommunikation an der Media University (ehemals HMKW) studiert. Nach dem Studium hat er sein Volontariat bei F.A.Z. Business Media absolviert und dabei neben FINANCE für weitere Publikationen des Verlags gearbeitet, unter anderem für die Personalwirtschaft und das Wir-Magazin.
