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Roche stemmt Milliarden-Deal für Darmgesundheit

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Pharmakonzern Roche investiert Milliarden in Großoffensive gegen Darmerkrankungen. Wird das Medikament zugelassen, hat sich der Milliardendeal ausgezahlt. Foto: diy13 - stock.adobe.com
Pharmakonzern Roche investiert Milliarden in Großoffensive gegen Darmerkrankungen. Wird das Medikament zugelassen, hat sich der Milliardendeal ausgezahlt. Foto: diy13 - stock.adobe.com

Großoffensive gegen Darmerkrankungen: Der Pharmakonzern Roche nimmt mehr als 7 Milliarden US-Dollar in die Hand und kauft ein experimentelles Magenmittel vom US-Biotechunternehmen Roivant. Hierbei übernehmen die Baseler die Telavant Holding, die zuvor im Besitz von Roivant und Pfizer war.

Der Deal umfasst neben dem Kaufpreis von 7,1 Milliarden US-Dollar (rund 6,8 Milliarden Euro) auch eine kurzfristige Meilensteinzahlung von 150 Millionen US-Dollar. Denn, zu der Akquisition gehören zudem die Entwicklungs-, Herstellungs- und Vermarktungsrechte für den Wirkstoff RVT-3101 in den USA und Japan, die Roche von Telavant übernehmen wird.

Neuartiger Wirkstoff für Roche

Jener Wirkstoff sei Unternehmensangaben zufolge ein neuartiger Antikörper gegen entzündliche Darmerkrankungen. Darüber hinaus berge das Medikament das Potenzial, bei zahlreichen anderen Krankheiten eingesetzt zu werden, da es sowohl auf Entzündungen als auch auf Fibrose abzielt.

Außerdem hat Roche sich verpflichtet, so bald wie möglich eine weltweite Phase-III-Studie für RVT-3101 zu beginnen, um eine Therapie für Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen verfügbar zu machen. Außerhalb der USA und Japans hält weiterhin Pfizer die Vermarktungsrechte.

Bislang besaß Roivant 75 Prozent der ausgegebenen sowie ausstehenden Telavant-Aktien und Pfizer die restlichen 25 Prozent. Die Transaktion werde voraussichtlich im vierten Quartal 2023 oder im ersten Quartal 2024 abgeschlossen.

Umsatzrückgang bei Roche wegen Corona

Nach Abschluss des dritten Quartals liegt der derzeitige Umsatz des Pharmariesen Roche bei 44,1 Milliarden Schweizer Franken (46,5 Milliarden Euro). Damit liegt er 6 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Insgesamt verzeichnete die Pharmasparte der Schweizer in den vergangenen Monaten einen positiven Verlauf. Die Umsätze in der kleineren Diagnostiksparte sind hingegen erwartungsgemäß gesunken. Dies ist auf die geringere Nachfrage nach Corona-Tests zurückzuführen, die in den vergangenen Jahren Rekordzahlen beschert hatten.

Der Konzern gibt nach drei Quartalen wie üblich keine Informationen zum Gewinn bekannt. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte Roche einen Gesamtumsatz von 63,3 Milliarden Schweizer Franken, der deutsche Arm erwirtschaftete 8,1 Milliarden Euro in 2022.

Esra Laubach ist Redakteurin bei FINANCE und widmet sich schwerpunktmäßig den Themen Transformation, Restrukturierung und Recht. Sie ist Sprach- und Kommunikationswissenschaftlerin. Vor FINANCE war sie rund fünf Jahre als Legal-Journalistin für den Juve Verlag in Köln tätig, wo sie auch ihr journalistisches Volontariat absolvierte. Esra Laubach arbeitete während ihres Studiums multimedial u.a. für das ARD-Morgenmagazin, mehrere Zeitungen und moderierte beim Hochschulradio Kölncampus.

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