Wer hat bei Cat Oil das Sagen? Zwei Großaktionäre befinden sich um Clinch.

Cat Oil

15.12.14
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Übernahmeschlacht um Cat Oil spitzt sich zu

Das Finanzvehikel Joma Industrial will den österreichischen Ölbohrspezialisten Cat Oil übernehmen. Aber das Unternehmen wehrt sich: Die Holding der Großaktionärin Anna Brinkmann teilte mit, das Angebot von Juma sei unrichtig. Die Finanzierung soll auf tönernen Füßen stehen. Nun ist die BaFin am Zug.

Der Übernahmekrimi um Cat Oil geht in die nächste Runde: Wie das an der Frankfurter Börse notierte Unternehmen mitteilte, sei der Vorstanddarüber informiert worden, dass das am vergangenen Donnerstag vorgelegte Übernahmeangebot von Joma Industrial Source „unrichtig“ sei. Die Information stammt demnach von AB PCO Investment Limited, einem in Zypern registrierten Beteiligungsvehikel von Cat-Oil-Vorstand Anna Brinkmann, der Mitgründerin und Großaktionärin des Ölbohrdienstleisters.

Damit bahnt sich ein Konflikt zwischen Käufer und Target an. Zwar betont das Unternehmen in der Ad-hoc-Meldung, es handle sich dabei nicht um eine Stellungnahme des Vorstands oder des Aufsichtsrates. Man habe lediglich den Aktionärskreis auf die mögliche Unrichtigkeit des Angebots aufmerksam machen wollen, erklärte eine Sprecherin gegenüber FINANCE. Doch allein die Warnung spricht vor dem Hintergrund, dass die Großaktionärin auch im Vorstand sitzt und mit für die Cat Oil-Reaktion verantwortlich zeichnet, dafür, dass sich Cat Oil gegen die Übernahme durch das auf den Britischen Jungferninseln registrierte Finanzvehikel Joma Industrial zur Wehr setzen will.

Joma hatte am 27. Oktober eigenen Angaben zufolge 50,2 Prozent an einer Holding namens „Cat Gmbh“ übernommen. Die restlichen 49,8 Prozent der Cat GmbH hält das Beteiligungsvehikel von Cat-Oil- Mitgründerin Anna Brinkmann, das nun behauptet, das Angebot sei unrichtig. Der Cat GmbH wiederum gehören 47,7 Prozent der Cat Oil AG, weitere 11 Prozent hält Brinkmann direkt, 41 Prozent der Aktien befinden sich im Streubesitz.

Cat Oil: Angebot von Joma nicht ausreichend finanziert

Mit zwei juristischen Details auf der Holdingebene der Cat GmbH hat das Unternehmen nun offenbar einen Weg gefunden, um das Übernahmeangebot zu torpedieren. Dabei stellt der Ölbohrspezialist vor allem auf die angeblich mangelnde Finanzierung des Angebots ab.

Joma soll das Übernahmeangebot mithilfe eines Kredites der Eurobank Cyprus finanziert haben, der offenbar mit Cat Oil-Aktien besichert ist, sagte eine Sprecherin von Cat Oil gegenüber FINANCE. Entgegen der Angebotsunterlage gebe es aber kein Pfandrecht an den von der Cat Holding gehaltenen Aktien der Gesellschaft, heißt es in der Ad-hoc Mitteilung. Das habe Joma AB PCO mitgeteilt. Dies bedeutet, dass Joma die Aktien nicht als Besicherung verwenden könnte. Joma-Anwälte sprechen jedoch von einem Missverständnis.

Außerdem verstoße das Non-Tender Agreement zwischen Joma und der Cat Holding, an der Joma die Mehrheit hält, gegen zwingendes Recht und sei damit nichtig. Mit dieser Vereinbarung schließt Joma aus, dass die AB PCO ihre verbleibenden Cat-Holding-Anteile im Rahmen der Offerte Joma andient. Hätte das Beteiligungsvehikel von Brinkmann das Recht dazu, wäre die Übernahme im Umkehrschluss also deutlich teurer als in der vorliegenden Fassung und damit nicht vollständig finanziert, argumentiert das Unternehmen.

Nun muss die BaFin das Übernahmeangebot prüfen. Die Annahmefrist läuft noch bis zum 8. Januar. Die Aktionäre sind derweil verunsichert: Die Cat-Oil-Aktie fiel am Montagvormittag um 5 Prozent bis auf 13,64 Euro und liegt damit deutlich unter dem Preis des Übernahmeangebots von 15,23 Euro je Cat-Oil-Aktie.

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