Uniper hat ein sibirisches Gasfeld für Milliarden verkauft. Ist jetzt die Dividende in Gefahr?

Uniper

06.03.17
Deals

Uniper senkt Schulden durch Milliardenverkauf

Uniper verkauft für 1,75 Milliarden Euro ein Gasfeld in Sibirien. Damit erreicht die E.on-Abspaltung mit nur einem Deal fast ihr Ziel beim Schuldenabbau. Gleichzeitig stellt der Verkauf das Unternehmen vor eine Herausforderung.

Christopher Delbrück ist ein Coup gelungen: Der Finanzchef von Uniper hat den Verkauf der Beteiligung des Konzerns am sibirischen Gasfeld Yuschno Russkoje abgeschlossen. 1,75 Milliarden Euro legt der österreichische Öl- und Gasversorger OMV für den 25-prozentigen Anteil hin.

Damit drückt Uniper – das Unternehmen, in das E.on sein Geschäft mit Kohle- und Gaskraftwerken und den Großhandel ausgelagert hat – seine Schuldenlast auf einen Schlag drastisch. Bei 3,7 Milliarden Euro hatte die Nettoverschuldung von Uniper zum Ende des dritten Quartals gelegen. Die Aktionäre reagieren dementsprechend positiv auf die Nachricht: In der Spitze legte der Kurs um 6 Prozent zu.

Uniper hat zwei Finanzziele fast erreicht

Uniper-CEO Klaus Schäfer hatte den Investoren versprochen, bis Ende 2017 Assets im Wert von rund 2 Milliarden Euro zu verkaufen. Analysten hatten daraufhin gerätselt, ob dieses Ziel realistisch ist. Jetzt hat das Unternehmen es fast erreicht.

Das gleiche gilt für die angestrebte Verschuldungsquote, betonte Uniper-CEO Klaus Schäfer am gestrigen Sonntagabend. Uniper hatte angekündigt, eine Nettoverschuldung von weniger als dem Zweifachen des um Sondereffekte bereinigten Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) anzustreben. Der Stromkonzern gibt seine Geschäftszahlen für 2016 am Donnerstag bekannt.

Gleichzeitig stellt der Verkauf Uniper vor eine neue Herausforderung. Nachdem der Konzern für 2016 eine feste Dividende von 200 Millionen Euro ausschütten will, soll die Höhe der Ausschüttung sich ab 2017 nach dem Erfolg des operativen Geschäfts richten.

Was bedeutet der Deal für die Dividende von Uniper?

Das Modell: Vom operativen Cashflow zieht Uniper Pensionsbeiträge, Working-Capital-Effekte und andere Kennzahlen ab, um zu den angepassten Funds from Operations zu kommen. Davon subtrahiert der Konzern die Investments in die Aufrechterhaltung und den Ersatz von Produktionsanlagen und bekommt als Ergebnis den so genannten Free Cash from Operations. Daraus berechnet sich die Dividende.

Der Wegfall von Yuschno Russkoje dürfte den Cashflow erheblich senken – und damit potentiell auch die Dividende. Das wäre nicht unproblematisch, weil die Ausschüttung das zentrale Element in der Investmentstory von Uniper ist, handelt es sich bei dem Konzern doch um ein Konglomerat aus unter Druck stehenden Geschäften, die wenig bis gar kein Wachstum versprechen.

Uniper-CFO Delbrück bleiben drei Stellschrauben

Uniper erwartet das Closing des Deals erst bis Jahresende. Das legt nahe, dass die Auswirkung auf die Dividende für 2017 begrenzt sein wird. Danach dürfte die Auswirkung des Verkaufs auf die angepassten Funds from Operations nach FINANCE-Informationen im niedrigen dreistelligen Millionenbereich pro Jahr liegen.

Uniper-CFO Delbrück hat drei Möglichkeiten, die Dividende trotz des Verkaufs von 2016 an zu steigern und damit die Erwartungen des Marktes zu erfüllen: Er kann Aktien zurückkaufen, noch mehr Kosten kürzen als ohnehin geplant und den Anteil der Dividende an den Adjusted Funds from Operations hochschrauben. Das Uniper-Management hatte für die Ausschüttungsquote eine Bandbreite von 75 bis 100 Prozent angegeben. Eine Ausschüttungsquote nahe 100 Prozent könnte allerdings problematisch für Uniper sein, weil die Reinvestments damit gegen Null gehen würden.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de

Nach dem Spin-off fängt für Uniper-CFO Christopher Delbrück die Arbeit erst an. Lesen Sie alles über ihn in seinem Profil bei FINANCE-Köpfe.