Valensina sucht einen strategischen Investor. Einen Einfluss auf die Change-of-Control-Klausel der Mittelanstandsanleihe hat das nicht, so Valensina.

Valensina

20.01.14
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Valensina sucht Investor

Der Fruchsafthersteller Valensina bestreitet den von der F.A.Z. gemeldeten Totalverkauf. Man suche nur nach einem strategischen Investor. Die Change-of-Control-Klausel für die Mittelstandsanleihe würde dann nicht greifen.

 

Der Fruchtsafthersteller Valensina steht nicht zum Totalverkauf. Der Konzern dementierte gegenüber FINANCE einen Bericht der F.A.Z., nachdem Valensina zum Verkauf stünde. Die Frankfurter Allgemeine hatte aus Informationsdokumenten an Investoren zitiert. Auf Nachfrage von FINANCE betonte das Unternehmen jedoch: „Valensina steht definitiv nicht zum Verkauf, wir suchen nur nach einem strategischen Partner". Die F.A.Z. beruft sich hingegen auf ein Dokument, in dem es um „den Erwerb von 100 Prozent der Anteile der Gesellschaft" geht. Das könne nicht bestätigt werden, so Valensina.

Mittelstandsanleihe: Greift die Change-of-Control-Klausel?

Würde Valensina mehrheitlich verkauft, hätten die Anleger der 65 Millionen Euro umfassenden Mittelstandsanleihe ein Sonderkündigungsrecht. Eine mögliche Folge davon könnten Liquiditätsengpässe für das Unternehmen sein - eine zusätzliche Hürde für den potenziellen Investor, der zusätzliche Mittel bereitzustellen hätte. Im April 2011 hatte Valensina eine Mittelstandsanleihe mit einem Zins von 7,375 Prozent und einer Laufzeit von fünf Jahren begeben, um die Kernmarke auszubauen und die Finanzierung zu sichern. 2012 wurde sie um 15 Millionen aufgestockt und hat damit ein Volumen von 65 Millionen Euro. Die Anleihe notiert derzeit bei 95 Prozent und erhielt zuletzt ein Rating von BB- der Creditreform, das Emissionsrating betrug 2011 BB.

Valensina in schwierigem Fahrwasser

Valensina jedoch betont gegenüber FINANCE, dass die Suche nach einem strategischen Partner in keinem Zusammenhang mit der Change-of-Control-Klausel stünde. Zudem sei noch völlig unklar, wie hoch der verkaufte Anteil sein könnte. Einzig der Verkauf der Marke Hitchcock sei beschlossen.

Operativ schwächelte Valensina zuletzt, wie andere Hersteller aus der Fruchtsaftbranche. Im Jahr 2012 sank der Umsatz von Valensina auf 129 Millionen Euro (2011: 153 Millionen Euro) bei einem Vorsteuerverlust von 8,4 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote betrug 2011 nur noch 11 Prozent. Geschäftsführende Gesellschafter sind derzeit Wilfried und Tino Mocken, die 85 Prozent bzw. 15 Prozent der Kapitalanleihe halten.

julia.becker[at]finance-magazin.de