Voith

09.05.16
Deals

Voith verkauft Servicesparte an Triton

Der Private-Equity-Investor Triton übernimmt die Servicesparte von Voith. Für den Anlagen- und Maschinenbauer geht damit eine zähe Investorensuche zu Ende.

Voith macht Fortschritte beim Konzernumbau: Der Anlagen- und Maschinenbauer trennt sich von seiner Dienstleistungssparte Industrial Services. Wie Voith heute mitteilte, übernimmt der Private-Equity-Investor Triton 80 Prozent der Anteile an der Sparte. Sie macht mit 1 Milliarde Euro Umsatz immerhin ein Fünftel des Konzernumsatzes aus.

Triton wird Industrial Services unter anderem Namen und Markenauftritt fortführen. Die Kartellbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen.

Voith behält Minderheitsanteil an Servicesparte

Den Kaufpreis nannte das Familienunternehmen aus Heidenheim nicht. Kolportiert wurden zuletzt einmal 350 Millionen Euro, ein Wert der offenbar erreicht werden konnte. Mit 20 Prozent bleibt Voith allerdings selbst an Industrial Services beteiligt. Der Anlagenbauer will so von möglichen künftigen Wertsteigerungen profitieren, die die Sparte unter der Regie des Private-Equity-Investors erleben soll. „Wir glauben weiterhin an das Potential des Bereichs“, sagte ein Sprecher gegenüber FINANCE. Strategisch passen Dienstleistungen allerdings nicht mehr in das Konzept von Voith.

Industrial Services ist ein Dienstleister, unter anderem für die Automobil- und die Energiebranche. Der Bereich fällt bei Voith einem groß angelegten Konzernumbau zum Opfer: Der Maschinenbauer will sich künftig auf die Digitalisierung und die Vernetzung der Produktion (Industrie 4.0) konzentrieren. Das hatte Voith bereits im Februar 2015 beschlossen.

Verkaufsprozess dauerte länger als erwartet

Seither suchte das Familienunternehmen nach einem passenden Käufer. Ursprünglich wollte das Unternehmen die Dienstleistungssparte bereits bis Ende März verkaufen. Das hatte Voith-Chef Hubert Lienhard bei der Bilanzpressekonferenz im vergangenen Dezember angekündigt. Doch offenbar gestalteten sich die Verhandlungen zäher als erwartet. Mit der nun geschlossenen Vereinbarung mit Triton findet ein langer Verhandlungsprozess zum Ende.

Anfang Dezember hatte die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass mit der Deutschen Beteiligungs AG (DBAG), Triton, Rhone Capital und Sun Capital gleich vier Investoren endgültige Angebote angekündigt hätten. Kurz vor Weihnachten hieß es dann, noch zwei Bieter seien im Rennen: Triton sowie DBAG gemeinsam mit finnischem Gebäudedienstleister Caverion. Nun hat sich Triton durchgesetzt.

Voith braucht Verkaufserlös um das Rating zu stabilisieren

Die frischen Mittel, die Voith durch den Deal zufließen, kann CFO Hermann Jung gut gebrauchen. Zum einen muss er die ambitionierten Investitionsvorhaben von CEO Hubert Lienhard finanzieren. Der hatte angekündigt, mit Zukäufen zu liebäugeln. Seit dem Erwerb eines Minderheitsanteils an Kuka, den sich Voith knapp 600 Millionen Euro kosten lassen hat, ist aber das Liquiditätspolster geschrumpft. Das Familienunternehmen weist zu Ende September eine Nettoverschuldung von 574 Millionen Euro aus.

Die frischen Mittel sind aber auch wichtig, um das Rating nicht weiter unter Druck zu setzen: Die Ratingagentur Moody’s hat die Bonität von Voith seit Ende 2014 zweimal heruntergestuft. Aktuell liegt das Rating mit Ba1 nicht mehr im Investmentgrade-Bereich. „Der Verkaufserlös ist in der aktuellen Bewertung bereits eingepreist“, sagte Moody’s-Analyst Martin Fujerik im Januar gegenüber FINANCE. Insofern dürfte der Deal mit Triton eine Erleichterung sein.

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