FINANCE Private Equity-Konferenz diskutiert Branchenprobleme.

FINANCE

31.03.14
Deals

Deal-Sourcing im Midmarket: PE-Investoren uneinig

Die PE-Investoren im deutschen Mittelstand leiden unter dem mangelnden Dealflow. Über die Frage, welche Wege zum Erfolg führen, zeigt sich die auf der 11. Deutschen Investorenkonferenz versammelte Private Equity-Branche gespalten.

Der schwache Dealflow stellt die PE-Investoren im deutschen Mittelstand vor nachhaltige Probleme. Die Marktschwäche von 2013 dürfte sich 2014 fortsetzen.  Die Frage des richtigen Umgangs mit dieser kritischen Lage bestimmte die Diskussionsrunden und Gespräche am Rande der 11. Deutschen Investorenkonferenz, die vergangene Woche in Frankfurt stattfand. Und der Branchentreff hat gezeigt: Die  Community ist entzweit.

Manche PE-Investoren vertrauen auf erprobte Strategien. Uwe Kolb, Chairman und Senior Advisor beim PE-Investor Bridgepoint, sagte bei einer Podiumsdiskussion: „Wir müssen die Geduld haben, auf die richtigen Targets zu warten.  Unseren Investoren haben wir ein Versprechen abgegeben, wie wir investieren wollen.  Daran halten wir uns.“

Auch Alexander Friedrich, Partner beim Mittelstands-PE-Investor Gilde, erteilte drastischen Strategieveränderungen infolge des geringen Dealflows eine Absage: „Zwar haben wir letztes Jahr keinen Deal umgesetzt, sind aber sicher, dass dieses Jahr besser für uns wird.“

Equistone-Geschäftsführer Peter Hammermann hingegen betonte die Notwendigkeit flexibler Strategien bei der Dealauswahl und -kreierung – sei es bei der Auswahl der Sektoren oder ungewöhnlichen Einstiegsszenarien wie Minderheitspositionen. Seiner Meinung neigt die Mehrheit der bei  der Konferenz versammelten GPs zu, wie eine Ted-Umfrage ergab.

Auch in der damit verknüpften Frage, ob sich GPs zukünftig spezialisieren müssen, ist die Branche gespalten. Gilde-Partner Alexander Friedrich wies auf die Schwierigkeiten hin: Eine Spezialisierung auf manche Branchen sei für einen mittelständischen Fonds schon allein aus Kostengründen nicht darstellbar.

Bridgepoint-Chairman Uwe Kolb: „Erwachsen diskutieren“

Eine weitere Herausforderung: die gestiegenen Kaufpreise und ihre Folgen für die Fondsrenditen. Das Vintagejahr 2014 werde ein gutes Jahr für Exits, aber ein schlechtes für Deals werden, glaubt die deutliche Mehrheit der versammelten GPs einer Ted-Frage zufolge. Auch dass die IRRs auf Fondsebene sinken werden, glauben Publikum und Diskutanten. Bridgepoint-Advisor Uwe Kolb warb indes für eine „erwachsene Diskussion“ über Renditeerwartungen mit den LPs: Der IRR sei nur der eine Teil der Wahrheit, Cash-on-Cash für LPs ebenso wichtig.

Immerhin dämpft die gute Lage am Finanzierungsmarkt den Renditeschwund in Folge der hohen Einstiegspreise. Doch ohne Risiken ist das nicht. Johannes Schmittat von Altium Capital warf mit Blick auf die deutlich aggressiveren Finanzierungsstrukturen die Frage auf,  ob der Markt nichts aus den Übertreibungen der Finanzkrise gelernt habe. Seine Antwort: Ein klares: Doch, er hat gelernt.  Etwa bei der Auswahl der Sektoren seien die Finanzierungspartner deutlich selektiver geworden – für ihn ein Zeichen, dass die Risikoneigung noch nicht aus dem Ruder läuft. Kritischer betrachtet er hingegen die 2013 mit Macht zurück in den Markt gekommenen Dividend-Out-Recaps, „die 2012 noch unvorstellbar schienen.“ Ob diese gut für den Finanzierungmarkt sei, stehe dahin, so Schmittat vorsichtig. Gut für die Private Equity Spieler ist es allemal.

Regulierung von Debt Fonds steht bevor

Der ehemalige Dresdner Bank-CEO Herbert Walter warnte die PE-Welt jedenfalls davor, die derzeitigen sorglosen Finanzierungsbedingungen auch für die Zukunft so fortzuschreiben. Er rechnet vielmehr mit einer Reihe zyklischer Unruhen in den kommenden Jahren, die dazu führen können, dass die Banken ihre Kreditbücher verkürzen müssen.  Den versammelten GPs riet er zu einem wachsamen Blick auf den Kreditzyklus.

Das Auftreten der Debt-Fonds dürfte insofern willkommen sein – wenngleich Walter den PE-Investoren auch rät, sich auf eine baldige Regulierung des Schattenbankensektors einzustellen, zu dem auch die Debt Fonds gehören: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass man es nach der Bankenregulierung bei der derzeitigen Situation der Schattenbanken belässt.“

marc-christian.ollrog[at]finance-magazin.de