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Eine neue Folge Future FINANCE: Wie meistern Young Professionals das Risiko des Unbekannten?

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Insa Thiele-Eich ist Astronautin, Klimaforscherin, Kommunalpolitikerin und fünffache Mutter, und zu Gast in der siebten Folge Future FINANCE. Foto: aschoffotografie/Montage: FINANCE
Insa Thiele-Eich ist Astronautin, Klimaforscherin, Kommunalpolitikerin und fünffache Mutter, und zu Gast in der siebten Folge Future FINANCE. Foto: aschoffotografie/Montage: FINANCE

Mit der siebten Folge geht die erste Staffel von Future FINANCE zu Ende – und wir haben uns für das Finale einen ganz besonderen Gast eingeladen: Insa Thiele-Eich. Die promovierte Meteorologin und Klimaforscherin ist nicht nur wissenschaftliche Koordinatorin am Meteorologischen Institut der Universität Bonn, sondern auch Astronautin in Ausbildung und Kommunalpolitikerin.

In dieser außergewöhnlichen Folge reisen wir an die Grenzen des Machbaren – und darüber hinaus. Wir sprechen über Extremsituationen, Teamwork unter höchstem Druck und die Kunst, Großprojekte zu meistern, bei denen vieles von anderen abhängt.

„Wie meisterst Du das Risiko des Unbekannten?“

FINANCE: Wie bereitet man sich auf Extremsituationen vor?
Insa Thiele-Eich: Als Astronautin durchläuft man ein dreistufiges Training: die Grundausbildung, die Fortgeschrittenenausbildung und die Missionsvorbereitung. Zur Grundausbildung gehören etwa körperliche Trainings wie Parabelflüge und Zentrifuge oder wir haben etwa Tauchmissionen gemacht. Bei dem Training geht es immer darum, den Körper in Grenzerfahrungen zu bringen und zu schauen, was damit passiert, wenn man sich zum Beispiel nicht mehr so wohlfühlt. Es reizt mich an dem Job zu sehen, was mit dem Körper passiert, wenn man ihn noch ein zweites oder gar drittes Mal an seine Grenzen bringt. Man merkt schnell, wie sich die eigene Grenze plötzlich verschiebt.

FINANCE: Worauf zielen derartige Trainings ab?
Insa Thiele-Eich: Nehmen wir das Beispiel der Zentrifuge: Wenn man das erste Mal in die Zentrifuge einsteigt, weiß man nur theoretisch, was passiert. De facto verändert sich die Atmung, man fängt an, grau zu sehen und das Sichtfeld verkleinert sich. Trotzdem müssen wir in der Lage sein, auch unter diesen Bedingungen im All zu arbeiten. Mit dem fortschreitenden Training verschieben sich nach und nach die eigenen körperlichen Grenzen und irgendwann denkt man nicht mehr darüber nach, was der Körper macht.

FINANCE: Welche mentalen Skills lernt ihr?
Insa Thiele-Eich: Auf das Thema Selbstreflexion wird viel Zeit verwendet. Auch im Auswahlprozess macht das Thema rund 50 Prozent aus. Zum Beispiel: Wann brauche ich eine Pause? Das ist in der Raumfahrt sehr wichtig. Es geht darum, selbst zu merken, wann es gefährlich wird, besonders wenn andere Personen involviert sind. Wann gefährde ich mich, wann gefährde ich andere, wann gefährde ich das Experiment? Das Entscheidende ist: Wie gut oder wie schlecht kannst du deine Schwächen einfangen? Kannst du sie kanalisieren? Kannst du sie steuern. Übrigens sind fünf Kinder auch ein ziemlich gutes Training dafür.

Den vollständigen Podcast können FINANCE-Leser auf allen relevanten Plattformen hören – zum Beispiel bei Spotify, Apple Podcasts oder Amazon Music.

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