Christoph Junge

adesso AG

Name:
Christoph Junge
Unternehmen:
adesso AG
Ressort:
Finanzen, IR, HR, Legal & Administration
Position:
CFO seit Januar 2003
Ausbildung:
Hochschulübergreifendes Studium mit den Schwerpunkten Produktionstechnik, EDV und BWL an der Technischen Universität Hamburg, Universität Hamburg und Fachhochschule Hamburg (Abschluss: Dipl. Ing. oec. Wirtschaftsingenieur)
Geburtstag:
31.03.1970
Familie:
Geschieden, eine Tochter
Ehrenamt:
Mitglied der Rotarier, Gründungsvorstand des Fördertum e.V. Essen
Hobbies:
Sport, Autos

Karriere

Nach seinem Studium zum Wirtschaftsingenieur beginnt Christoph Junge 1997 eine Karriere im Beratungsgeschäft bei Angermann & Partner M&A in Hamburg, dem ältesten M&A-Beratungshaus Deutschlands. Dort steigt er zum Senior Consultant M&A auf und ist zudem als Vorstand im Bereich Emissionsberatung tätig. Drei Jahre später wechselt Junge in die Industrie und wird Leiter Corporate Development bei dem börsennotierten IT-Dienstleister BOV in Essen, der inzwischen mit adesso fusioniert ist. Dort baut Junge die internationale Zusammenarbeit mit Investmentbanken, M&A-Beratern, Banken sowie Wirtschaftsprüfern auf und agiert als Prozess- und Verhandlungsführer bei Übernahmen.

2001 kehrt Christoph Junge zurück nach Hamburg und wird als CFO in den Vorstand des SAP-Beratungshauses Plan business (heute: BASF IT Services) berufen. Während dieser Zeit führt er unter anderem ein SAP R/3-System für die zuvor aufgebaute Buchführung und das Controlling ein. Er ist zudem für die Entwicklung und Umsetzung eines Sanierungskonzepts zuständig und managt auch die Einwerbung von Eigen- und Fremdkapital.

2003 kehrt Junge schließlich zu BOV zurück, restrukturiert als Vorstandsmitglied die Gesellschaft und führt die BOV später im Rahmen einer Fusion zur heutigen, börsennotierten adesso AG mit über 1.200 Mitarbeitern zusammen. Neben den Ressorts Finanzen, Investor Relation, Legal & Administration leitet Junge seit 2010 dort auch das Ressort Human Resources.

Karriere-Highlights:

1) 2006 begleitet Junge die Fusion von BOV mit adesso, wodurch adesso mit Hilfe eines Reverse Takeovers an die Börse gelangt.

2) Während seiner Zeit bei der M&A-Beratung Angermann & Partner baut Junge die IT/Technology Group des weltweit agierenden M&A-Beratungsnetzwerks M&A International Inc. auf und baut die Angermann Emissionsberatungs AG als Einzelvorstand auf.

Deals

M&A-Akquisition
Datum:
07/2013
Dealvolumen der M&A-Akquisition:
keine Angaben
Kaufendes
Unternehmen :
adesso AG
Zielunternehmen:
evo.it GmbH
Land:
Deutschland
Land:
Deutschland
Umsatz des Unternehmens:
50 – 250 Millionen EUR
Umsatz des Unternehmens:
0 - 25 Millionen EUR
Datum:
03/2012
Dealvolumen der M&A-Akquisition:
0 - 24 Millionen Euro
Kaufendes
Unternehmen :
adesso AG
Zielunternehmen:
Arithnea
Land:
Deutschland
Land:
Deutschland
Umsatz des Unternehmens:
50 – 250 Millionen EUR
Umsatz des Unternehmens:
0 - 25 Millionen EUR
Datum:
05/2008
Dealvolumen der M&A-Akquisition:
keine Angaben
Kaufendes
Unternehmen :
adesso AG
Zielunternehmen:
BOV
Land:
Deutschland
Land:
Deutschland
Umsatz des Unternehmens:
50 – 250 Millionen EUR
Umsatz des Unternehmens:
25 – 50 Millionen EUR
Verkäufer:
BOV

MEHR zur Person

Christoph Junge, adesso: Der Entwickler

Christoph Junge blickt am liebsten nach vorne: Er liebt es, wenn er sich mit Aufbau, Wachstum und Entwicklung von Unternehmen beschäftigen kann. Doch in seiner Karriere musste er auch unliebsame Restrukturierungen hinter sich bringen.

Wenn man Christoph Junge nach Meilensteinen seiner Karriere fragt, fängt er nicht an, die üblichen Meilensteine vorzutragen: große Finanzierungen, spannende M&A-Deals. Stattdessen berichtet er von seinem Jahr an der High School in Richmond, USA: „Das hat mir unglaublich viel gebracht. Wenn man als 16-Jähriger zum ersten Mal alleine in einem fremden Land ist, gewinnt man enorm an Selbstbewusstsein und Eigenständigkeit.” Eigenschaften, die er für den Grundstein seiner späteren Karriere hält.

Schon während seines Aufenthalts im Ursprungsland des Kapitalismus interessierte sich Junge für Wirtschaft, doch ein Finanzer durch und durch zu werden, wie sein Vater einer war, konnte er sich damals nicht vorstellen. Dafür hat er sich „einfach zu gerne mit Technik beschäftigt und an der Stereoanlage rumgefummelt, wenn irgendetwas kaputt war”. Da hat das Studium zum Wirtschaftsingenieur genau gepasst. Ein kurzer Abstecher in die Wirtschaftsprüfung macht ihm endgültig deutlich, dass der rein vergangenheitsorientierte Ansatz nichts für ihn ist. Lieber denkt er nach vorne, baut auf, entwickelt –  und fängt schon im Studium damit an.

Gemeinsam mit Kommilitonen gründet er eine studentische Unternehmensberatung, die inzwischen schon seit mehr als zwanzig  Jahren erfolgreich arbeitet. Der Verdacht liegt nahe: Damit sich die Beratung so lange halten konnte, müssen die Gründer neben all dem persönlichen Einsatz auch die richtigen Strukturen eingezogen haben – eine Aufgabe, für die Junge Zeit seines Berufslebens Feuer gefangen hat. Dies kann er nach seinem Studium auch bei dem M&A-Beratungshaus Angermann ausleben, wo er die IT/Technology Group des internationalen M&A-Netzwerks M&A International aufbaut.

2000 dann der nächste Karriereschritt, aber wieder der gleiche Schwerpunkt. Junge wechselt zur BOV AG nach Essen, einem börsennotierten IT-Dienstleister, und leitet fortan das Corporate Development. Doch er bleibt nicht lange. Das Angebot, schon sechs Jahre nach seinem Berufsstart CFO zu werden, kann er nicht ablehnen, er wechselt in den Vorstand des SAP-Beraters Plan business in Hamburg. Dort lernt er schnell, dass auch in einem Wachstumsunternehmen die CFO-Arbeit nicht nur aus Aussähen und Aufbauarbeit besteht. Junge macht „erste harte Erfahrungen” mit Massenentlassungen, als er das Unternehmen mitsanieren muss.

Nach dem Abschluss der Sanierung ertönt wieder der Ruf von BOV aus Essen. Auch dieses Unternehmen muss nach dem Platzen der New-Economy-Bubble zunächst einmal restrukturiert werden, was Junge als CFO zusammen mit den Firmengründern und seinem Kollegen nach einer langen Wegstrecke gelingt. Mit der anschließenden Verschmelzung von BOV und adesso wird Junge CFO von adesso und ist sich sicher: das hat sich gelohnt. Mit adesso steht das Entwickeln wieder im Vordergrund, von der Equity Story und dem Recruiting über das Controlling, Firmenzukäufe und Internationalisierung. So wächst die Gesellschaft zwischen 2006 und 2013 von 110 auf 1.200 Mitarbeiter und der Umsatz von 11 auf 135 Millionen Euro.

Dabei betont Junge mehrmals, dass er die enorme Entwicklung von adesso nicht im Alleingang gestemmt hat: Insbesondere das langjährige Führungsteam habe sie operativ und organisch erarbeitet – er als CFO und Personalvorstand helfe, die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen. Er klingt wie ein Teamplayer, der im richtigen Team spielt.  

Und was kommt als nächstes? Junge will adesso mit zu einem der größten IT-Dienstleister im deutschsprachigen Raum ausbauen und Akquisitionen vorantreiben. Und auch international hat adesso seine Fühler ausgestreckt: Weitere Standorte befinden sich in der Türkei, in England und in den Vereinigten Staaten, einem Standort, mit dem sich der im Ruhrgebiet heimisch gewordene Hamburger bis heute verbunden fühlt.

julia.becker[at]finance-magazin.de