Jobwechsel: Grundgehalt für Finance-Mitarbeiter am wichtigsten

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20.08.12
Finanzabteilung

Neuer Finanz-Job: Das Grundgehalt gibt den Ausschlag

Arbeitsplatzsicherheit und Gehalt haben für Finance-Mitarbeiter europaweit oberste Priorität. Auch an der Karriereentwicklung sind sie überdurchschnittlich interessiert.

Das Grundgehalt ist für Mitarbeiter in europäischen Finanzabteilungen das zentrale Motiv bei der Wahl ihres Arbeitsgebers. Damit ist der monetäre Aspekt sogar wichtiger als die Chance, die Karriere voranzutreiben oder den Arbeitsplatz zu sichern. Das zeigt die Global Workforce Studie 2012 der Unternehmensberatung Towers Watson, die im Frühjahr dieses Jahres unter 32.000 Arbeitnehmern aus 28 Ländern durchgeführt worden ist. „Wir haben in diesem Jahr eine Renaissance der harten Faktoren“, sagt Bernd Süßmuth, Leiter des Bereichs Talent Management bei Towers Watson Deutschland. „Das Sicherheitsbedürfnis der Arbeitnehmer ist angesichts der Euro- und Staatsschuldenkrise über alle Bereiche hinweg sehr groß. Das gilt auch für die europäischen Finanzabteilungen.“

Karriereentwicklung für Finance-Mitarbeiter essentiell

Für Finance-Mitarbeiter aus ganz Europa hat die Karriereentwicklung allerdings einen höheren Stellenwert als für den durchschnittlichen Mitarbeiter. Auch die flexible Arbeitseinteilung ist in der Finanzabteilung verhältnismäßig wichtiger. „In den Finanzabteilungen gibt es sehr attraktive Jobs, die karrierewirksam sind“, begründet Süßmuth den Unterschied zu den anderen Arbeitnehmern. Zudem gibt es im Finanzbereich mehr Möglichkeiten, flexibel zu arbeiten, als beispielsweise in der Produktion. Durch wiederkehrende Projekte, wie etwa Jahresabschlüsse oder Investorenberichte, ist der Arbeitsalltag gut planbar, und Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen können vermehrt mit Teilzeitmodellen arbeiten.

Finanzmitarbeiter haben weniger Jobangst

Bei der Mitarbeiterbindung sind die Toptreiber im Finanzbereich mit denen in anderen Bereichen identisch. Topperformer und High Potentials bleiben ihrem Arbeitgeber beispielsweise treu, wenn sie der Unternehmensleitung vertrauen oder Karrierechancen sehen. Aber für Finance-Mitarbeiter in Europa ist es verhältnismäßig wichtiger, dass der Arbeitsort bequem zu erreichen ist. Zudem bewerten sie die Sicherheit des Arbeitsplatzes niedriger als der branchenübergreifende Durchschnitt. „Finanzarbeitsplätze sind eher krisenresistent und können mit Ausnahme von beispielsweise Accountingarbeitsplätzen weniger outgesourct werden als andere Positionen“, sagt Süßmuth. Hinzu kommt, dass es gerade in den Finanzabteilungen viele erfolgskritische Positionen gibt, die jedes Unternehmen braucht. Gerade die Finanz- und Wirtschaftskrise hat gezeigt, wie wichtig es für Unternehmen ist, liquide zu sein. Diese Umstände haben die große Bedeutung des Treasury zu Tage geführt und unterstrichen. Dieses interessante und herausfordernde Arbeitsumfeld im Finanzbereich mag auch der Grund dafür sein, dass Mitarbeiter aus Finanzabteilungen ihre Arbeitssituation grundsätzlich etwas positiver bewerten als der Durschnitt der Arbeitnehmer.

sabine.paulus[at]finance-magazin.de