Mehr als 100 Gäste haben gestern die Vergabe der ersten Corporate Compliance Awards im Hilton Hotel in Frankfurt am Main verfolgt. Die Online-Zeitschrift Compliance, eine Schwesterpublikation der FINANCE, hatte erstmals zu der Veranstaltung eingeladen.
Gregor Barendregt ist „Compliance Officer des Jahres“
Über den Preis für den „Compliance Officer des Jahres“ freute sich Gregor Barendregt, Director Corporate Compliance Office und Compliance Officer bei Carl Zeiss. „Als einzige Vollzeit-Compliance-Kraft hat Herr Barendregt es nicht nur geschafft, in der Zeiss-Zentrale in weniger als drei Jahren ein funktionierendes Compliance System einzurichten, sondern in dieser Zeit auch die Organisation in den weltweiten Tochtergesellschaften aufgebaut“, lobte Jens Carsten Laue von KPMG in seiner Laudatio auf den Preisträger.
Gregor Barendregt stieg 2008 als Syndikusanwalt bei Carl Zeiss ein, 2009 übernahm er zeitgleich mit dem Aufbau der Compliance-Organisation die Leitung des Corporate Compliance Offices des Zeiss-Konzerns.
Thomas Muth für erfolgreiche Compliance-Arbeit im Mittelstand geehrt
Die besonderen Herausforderungen der Compliance-Arbeit in mittelständischen Unternehmen wurden auf der Veranstaltung mit dem Preis für den „Compliance Officer Mittelstand des Jahres“ gewürdigt. Geehrt für seine Arbeit in dieser Kategorie wurde Thomas Muth, Leiter Organisation & Compliance von Corpus Sireo Asset Management, der bei dem Immobiliendienstleister erfolgreich ein Compliance-Management-System eingeführt hat, das mittlerweile auch extern auditiert wurde.
Diese Leistung sei vor dem Hintergrund der begrenzten Ressourcen für die Compliance-Arbeit in einem mittelständischen Unternehmen besonders zu würdigen, betonte Michael Kayser, Geschäftsführer von Digital Spirit, der die Laudatio für Muth hielt: „Herr Muth hat etwas Besonderes geleistet, das sicherlich einen wichtigen Beitrag zur Diskussion um Best Practices leisten kann.“ Thomas Muth arbeitet seit 2003 für Corpus Sireo. Neben der Compliance leitet er auch die Bereiche Prozesse & Organisation.
„Compliance Idee des Jahres“: Kartellschadensprävention der Deutschen Bahn
Den Award für die „Compliance Idee des Jahres“ gewann die Deutsche Bahn für ihr Konzept „Kartellschadensprävention“. Mit dem prämierten Konzept möchte die Bahn das Risiko, Opfer wettbewerbswidriger Absprachen zu werden, minimieren. Kern des Konzepts ist die Einteilung von Geschäftspartnern in vier verschiedene Risikogruppen, anhand derer die Deutsche Bahn entscheidet, ob und unter welchen Umständen sie mit einem anderen Unternehmen kooperieren kann.
Den Preis nahmen Dirk Middelschulte, Leiter Kartellrecht und Thilo Reimers, Senior Counsel Kartellrecht, entgegen. Laudator Michael Walther, Partner bei der Kanzlei Gibson, Dunn & Crutcher, lobte besonders die abteilungsübergreifende Arbeit des Teams, das in den vergangenen Monaten bereits erste Erfolge seines Konzepts verbuchen konnte.
Info
Die Awards
Insgesamt erreichten die Redaktion rund 25 Vorschläge für die drei ausgelobten Awards. Die Entscheidung über die Auszeichnung lag bei den Chief Compliance Officers, die Mitglieder des Leserfachbeirats der Zeitschrift Compliance sind. Ihnen wurden die Bewerbungen für eine möglichst objektive Bewertung anonymisiert vorgelegt. Die Jury bewertete die Bewerbungen mit einer Erst- und einer Zweitstimme, die Zweitstimme kam nur bei Gleichstand nach Erststimmen zum Tragen.