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Finanzierungen: ProsiebenSat.1, Palfinger, ZF Friedrichshafen

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ProsiebenSat.1 kann seine finanzielle Zukunft momentan nur unter Vorbehalt planen. Foto: ProSiebenSat.1 Media
ProsiebenSat.1 kann seine finanzielle Zukunft momentan nur unter Vorbehalt planen. Foto: ProSiebenSat.1 Media

ProsiebenSat.1 verlängert Kreditlinien

Der Unterföhringer Unterhaltungskonzern ProsiebenSat.1 hat einen Teil seiner Kreditlinien bis 2029 verlängert. Das geht aus der Mitteilung des Unternehmens zu seinen Halbjahreszahlen hervor. Konkret wurde ein Großteil der Darlehenstranchen der Unterföhringer in Höhe von 810 Millionen Euro sowie die revolvierende Kreditlinie (RCF) im Volumen von 500 Millionen Euro verlängert. Laut Angaben von ProsiebenSat.1 auf der Unternehmenswebsite wäre der RCF regulär im April 2027 ausgelaufen.

Die Verlängerungen der Kreditlinien treten zum 5. September in Kraft – vorausgesetzt, bis dahin tritt kein Change-of-Control-Ereignis ein, heißt es in der Mitteilung des Unterhaltungskonzerns. Dass es dazu kommt, ist nicht unwahrscheinlich, denn derzeit werden die Unterföhringer von gleich zwei Großaktionären mit Übernahmeangeboten umworben.

Neben der tschechischen PPF Group, die derzeit rund 15 Prozent an ProsiebenSat.1 hält, gehört der italienische Medienkonzern Media for Europe (MFE) zu den Bietern. Die Italiener haben ihr Angebot für den Unterföhringer Unterhaltungskonzern in der vergangenen Woche noch einmal erhöht. Mittlerweile halten sie über 30 Prozent an ProsiebenSat.1. Sowohl das Übernahmeangebot von PPF als auch von MFE läuft am 13. August aus.

Neben den Verlängerungen der Kreditlinien kündigte ProsiebenSat.1 an, Darlehensverbindlichkeiten in Höhe von 250 Millionen Euro vorzeitig zurückzuführen. Hierzu sollen die Mittel aus den „jüngsten Portfoliomaßnahmen“ genutzt werden. Im März hatte ProsiebenSat.1 einen Teil seines Online-Angebots abgegeben und das Vergleichsportal Verivox für 232 Millionen Euro an die Moltiply Group aus Italien verkauft. Zudem veräußerte der Unterhaltungskonzern zwei Beteiligungen durch seinen Venture-Capital-Arm Seven Ventures.

Palfinger sammelt 100 Millionen Euro ein

Das österreichische Maschinenbauunternehmen Palfinger hat im Wege einer beschleunigten Privatplatzierung rund 2,8 Millionen Euro seiner Aktien bei institutionellen Investoren platziert. Das entspricht laut Angaben des Unternehmens rund 7,5 Prozent des Grundkapitals der Österreicher. Der Platzierungspreis pro Aktie betrug 35,40 Euro, was zu einem Bruttoverkaufserlös von rund 100 Millionen Euro führt.

Den Erlös will Palfinger nun unter anderem für den Ausbau seiner Servicestrukturen in Europa und Nordamerika verwenden, ebenso wie für die Realisierung weiterer Wachstumschancen insbesondere in Nordamerika und Asien, die Intensivierung der Aktivitäten im Bereich Verteidigung sowie die Stärkung der Kapitalstruktur. „Damit ist Palfinger bestens aufgestellt, um an Investitionsprogrammen wie dem Fiskal-Paket Deutschland, Rearm-Europe und dem US Stargate Projekt zu partizipieren“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

Bank of America und Unicredit agierten im Rahmen der Platzierung als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners.

ZF passt seine Covenant Limits an

ZF Friedrichshafen machte zuletzt erste Fortschritte bei der Restrukturierung. Dennoch ist die Lage des Automobilzulieferers unverändert ernst. Wie der Vorstand am vergangenen Donnerstag bekanntgab, hat sich das Unternehmen daher mit seinen kreditgebenden Banken auf eine weitere Lockerung der Financial Covenants verständigt. Konkret geht es um den maximal zulässigen Verschuldungsgrad, also das Verhältnis der Nettoverschuldung zum bereinigten konsolidierten Ebitda, der bei diversen Krediten der Friedrichshafener als Financial Covenant festgelegt ist.

Nach Angaben von ZF wurden bereits im Juni mit allen betroffenen Banken eine Anhebung der Verschuldungsobergrenze für den Zeitraum von einem Jahr vereinbart. Bis 30. Juni 2026 liegt diese nun bei 4,75x Ebitda. Danach soll sie schrittweise reduziert werden und ab dem 31. März 2028 wieder bei dem ursprünglichen Wert von 3,25x Ebitda liegen.

Es ist bereits das zweite Mal, dass die Friedrichshafener ihre Banken um mehr Spielraum bei den Covenant Limits bitten muss. Bereits im November des vergangenen Jahres lockerten die Banken die Obergrenze des Verschuldungsgrades für ZF.

Weitere Finanzierungsmeldungen

Das Münchener Start-up Project Q hat in einer Seed-Finanzierungsrunde 7,5 Millionen Euro eingesammelt. Angeführt wurde die Runde vom Berliner Risikokapitalgeber Project A, der bereits in andere Defense-Start-ups wie Quantum Systems investiert hat. Zudem beteiligten sich der Expeditions Fund und Superangel. Project Q entwickelt ein offenes, KI-basiertes Sensorsystem, das bestehende militärische und zivile Infrastrukturen miteinander vernetzen und so präzise Lagebilder in Echtzeit liefern soll.

Assistme, ein Medtech-Unternehmen aus Berlin, konnte sich in einer Finanzierungsrunde 5,2 Millionen Euro sichern. Albers Investment, Brandenburg Kapital und das Family Office Conle haben die Finanzierungsrunde angeführt. Auch weitere Bestandsinvestoren wie Next Big Thing und IBB Capital erhöhten ihr Engagement deutlich. Assistme entwickelt digitale Assistenzsysteme in der Pflege. Mit dem frischen Kapital will das Unternehmen seine Plattform Alea in der stationären, ambulanten und klinischen Pflege weiter ausrollen und eine Produktion in Brandenburg aufbauen. Heuking hat die Berliner bei der Finanzierung beraten.

Rating-Meldungen

Fitch bewertet RWE weiterhin mit „BBB+“ und stabilem Ausblick.

Fitch hat das „BBB“-Rating von Continental bestätigt. Der Ausblick bleibt positiv.

Der Ausblick von Brenntag wurde durch S&P von stabil auf negativ herabgesetzt. Das Rating liegt unverändert bei „BBB+“.

S&P hat den Ausblick von Heidelberg Materials von stabil auf positiv geändert. Das Rating liegt weiterhin bei „BBB“.

Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.