Siemens Healthineers-CFO Jochen Schmitz (rechts vorne im Bild) hat das Unternehmen an die Börse geführt.

Siemens Healthineers

16.03.18
Finanzierungen

Holpriger Börsenstart für Healthineers

Der Gang von Healthineers aufs Parkett verlief nicht ganz rund. Die Medizintechniksparte von Siemens ist an der Börse nicht nur deutlich weniger wert als von Analysten erhofft. Der Handel begann auch noch mit einer technischen Panne.

Für Siemens fiel der Börsenstart der Medizintechnik Sparte Healthineers am heutigen Freitag ernüchternd aus. Zunächst startete der Handel mit einiger Verzögerung, da es technische Probleme mit dem elektronischen Handelssystem der Deutschen Börse, Xetra, gab.

Die größere Enttäuschung ist jedoch der festgelegte Emissionspreis von 28 Euro, den Siemens bereits am Vorabend veröffentlicht hatte. Der Preis liegt damit tendenziell am unteren Ende der vorgegebenen Preisspanne, die Siemens auf 26 bis 31 Euro festgesetzt hatte. Immerhin: Der Handel startete schließlich mit 29,10 Euro und damit rund 4 Prozent über dem Ausgabekurs.

Healthineers ist an der Börse 28 Milliarden Euro wert

Siemens trennt sich von 15 Prozent seiner Aktien, wodurch dem Industriekonzern 4,2 Milliarden Euro zufließen. Wichtiger als die liquiden Mittel ist für Siemens jedoch, dass Healthineers seine Wachstumsgeschichte künftig selbst finanzieren kann.

Healthineers als Ganzes wird zum Börsenstart mit rund 28 Milliarden Euro bewertet. Analysten hatten Healthineers im Vorfeld deutlich mehr zugetraut: Von bis 40 Milliarden Euro war laut eines Berichts der F. A. Z. die Rede, damit hätte der IPO der größte deutschen Börsengang aller Zeiten werden können.

Healthineers wird fünftgrößter IPO in Deutschland

Am Ende reichte es nur zu Platz fünf hinter Deutscher Telekom, Deutscher Post, Infineon und der RWE-Ausgliederung Innogy vor rund eineinhalb Jahren. Dass am Ende nicht der ganz große Wurf gelang, liegt zum Teil auch daran, dass sich das Marktumfeld zuletzt eingetrübt hat. Die Märkte reagierten beunruhigt aufgrund politischer Risiken und den drohenden Handelskrieg mit den Vereinigten Staaten von Amerika.

Wie die F.A.Z. berichtet, habe bei potenziellen Investoren aber auch die Labortechnik-Sparte von Healthineers für Diskussionen gesorgt. Kern der Zweifel sei die erst im vergangenen Jahr auf den Markt gekommene Diagnostik-Plattform Atellica, die ein wichtiger Bestandteil der Equity-Story von Healthineers ist und deren Erfolg noch schwer abzusehen ist.

Finanzinvestor Tikehau interessiert sich für DWS

Ein weiterer großer IPO steht bald an: Am 23. März geht der Vermögensverwalter DWS an die Börse. Auch diese Platzierung wird kein Selbstläufer. Die Zeichnungsfrist der Deutsche-Bank-Tochter läuft seit Mittwoch, doch auch DWS musste Abstriche beim Börsenwert machen. Die Bank will 20 bis 25 Prozent anbieten zu einem Preis zwischen 30 und 36 Euro je Aktie. Die Spanne entspricht einer Bewertung von 6 bis 7,2 Milliarden Euro. Dem „Handelsblatt“ zufolge war die Bank in internen Kalkulationen von bis zu acht Milliarden Euro ausgegangen. 

Zwei Ankeraktionäre hat die Deutsche Bank allerdings bereits sicher. Der japanische Lebensversicherer Nippon Life möchte mit 5 Prozent bei DWS einsteigen. Am gestrigen Donnerstag wurde außerdem bekannt, dass auch der französische Finanzinvestor Tikehau Interesse an dem Vermögensverwalter zeigt. Zusammen könnten die beiden Investoren 8 bis 9 Prozent zeichnen, schreibt das „Handelsblatt“.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de