Finanzierungen: Osram, Deutsche Börse, Volkswagen

Osram

25.03.13
Finanzierungen

Finanzierungen: Osram, Deutsche Börse, Volkswagen

Die Siemens-Lichttochter Osram hat sich erstmals einen syndizierten Kredit über 1,25 Milliarden Euro gesichert. Die Deutsche Börse platziert eine Anleihe über 600 Millionen Euro und schließt zusammen mit Clearstream Banking eine syndizierte Kreditlinie in Höhe von 750 Millionen Euro ab. Der Autobauer Volkswagen nennt die Konditionen für eine zweiteilige, in Euro denominierte Anleihe. Diese und weitere Finanzierungen finden Sie im FINANCE-Überblick.

Osram schließt erstmals syndizierte Kreditfazilitäten ab

Die Siemens-Lichttochter Osram hat sich bei mehreren Banken erstmals einen syndizierten Milliardenkredit gesichert. Das vor der Abspaltung von Siemens stehende Unternehmen hat einen Kredit über insgesamt 1,25 Milliarden Euro mit vorwiegend europäischen Banken abgeschlossen. Die syndizierte Kreditfazilitäten bestehen aus einem Darlehen über 300 Millionen Euro und einer revolvierenden Kreditlinie über 950 Millionen Euro in verschiedenen Währungen. Beide Fazilitäten laufen fünf Jahre und dienen Unternehmensangaben zufolge allgemeinen Unternehmenszwecken der Osram Gruppe. Den „Term Loan“ will Osram  teilweise dazu nutzen, Schulden bei der Mutter Siemens zurückzuführen.

Der syndizierte Kredit stelle sicher, dass Osram nach der geplanten Abspaltung von Siemens mittelfristig über ausreichend Finanzierungsmöglichkeiten verfüge, sagt Osram-Finanzvorstand Klaus Patzak einer Mitteilung zufolge. Osram hatte bereits im vergangenen Dezember angekündigt, im Rahmen des geplanten Spin-offs von Siemens eine neue „stand-alone“ Finanzierungsstruktur aufzubauen.  Die Underwriters, Mandated Lead Arrangers und Bookrunner der Transaktion sind Commerzbank, Deutsche Bank, Goldman Sachs, UBS und UniCredit. BBVA, BayernLB, Citibank, DZ Bank, Helaba, HSBC Trinkaus & Burkhardt, JPMorgan Chase Bank, LBBW, RBS und Société Générale agierten als zusätzliche Mandated Lead Arrangers bei der Syndizierung.

Ursprünglich hatte der Technologiekonzern Siemens einen IPO seiner Lichttochter Osram geplant, diese Variante zuletzt aber zugunsten eines Spin-offs verworfen. Eigentlich war die Abspaltung für April geplant gewesen. Das verzögert sich nun wegen klagender Aktionäre. Nachdem der Spin-off von einer großen Mehrheit der Aktionäre befürwortet wurde, haben einige Anteilseigner eine Anfechtungsklage gegen die Abspaltung eingereicht und so die Eintragung ins Handelsregister verhindert. Das Oberlandesgericht München wird bald darüber verhandeln, ob der Münchener Konzern den Spin-off trotzdem in das Handelsregister eintragen darf.

Die Deutsche Börse platziert eine Anleihe und schließt zusammen mit Clearstream Banking eine syndizierte Kreditlinie ab

Die Deutsche Börse platziert eine Unternehmensanleihe im Volumen von 600 Millionen Euro. Die Schuldverschreibungen mit einer Stückelung von jeweils 1.000 Euro laufen fünf Jahre und sind mit einem jährlichen Zinskupon von 1,125 Prozent ausgestattet. „In Kombination mit der Anleiheemission im Oktober 2012 konnten wir nun die Refinanzierung bestehender Instrumente zu günstigen Konditionen zum Abschluss bringen“, sagt Finanzvorstand Gregor Pottmeyer in einer Mitteilung. Mit der Emission sei die geplante Ablösung von Anleihen mit Fälligkeit 2013 abgeschlossen. An der Emission war ein Bankenkonsortium beteiligt, das von den Joint-Bookrunnern Commerzbank, DZ Bank und JP Morgan geführt wurde.

Zudem haben die Deutsche Börse und Clearstream Banking eine syndizierte Kreditlinie in Höhe von 750 Millionen Euro abgeschlossen. Allen & Overy hat die beiden Institute  im Zusammenhang mit der von BNP Paribas und Commerzbank koordinierten und arrangierten Konsortialkreditlinie beraten.

Volkswagen nennt Konditionen für zweitranchige Euro-Anleihe

Der Autobauer Volkswagen legt eine zweiteilige, in Euro denominierte Anleihe auf. Das teilte einer der mit der Emission beauftragten Banken mit. Die dreijährige Tranche über 1,25 Milliarden Euro wird mit 1 Prozent verzinst. Der Spread beträgt 37 Basispunkte über Midswaps. Die achtjährige Tranche hat ein Volumen von 750 Millionen Euro und ist mit einem Kupon von 2 Prozent ausgestattet. Der Spread beträgt bei dieser Tranche 67 Basispunkte über Midswaps. Leadmanager der Transaktion sind die Bank of America Merrill Lynch, die BNP Paribas, die Danske Bank und die Deutsche Bank. Moody’s bewertet den Wolfsburger Autokonzern mit A3, S&P sieht VW bei A-.

Thomas Cook reduziert Kreditrahmen um 100 Millionen Pfund Sterling

Der Reiseveranstalter Thomas Cook kommt mit seinem Sparprogramm voran. Der Konzern verringerte seinen Kreditrahmen um 100 Millionen Britische Pfund Sterling. Seine Liquiditätsfazilität sei entsprechend reduziert worden, heißt es. Deshalb müsse eine Zusatzgebühr von bis zu 2 Prozent der ausstehenden Fazilitäten von 26 Millionen Pfund Sterling nicht gezahlt werden.

Moody's stuft Evonik-Bonität hoch

Die Ratingagentur Moody's hat die Bonität des kurz vor einem Börsengang stehenden Spezialchemiekonzerns Evonik angehoben. Das Kreditrating von Evonik Industries wurde von Baa3 mit positivem Ausblick auf Baa2 mit positivem Ausblick erhöht. Die Agentur begründete den Schritt mit der robusten operativen Performance und dem geplanten Verkauf des Immobiliengeschäfts. S&P beurteilt die Bonität von Evonik mit BBB+ und stabilem Ausblick.

Weitere Finanzierungen

Die Ratingagentur Standard & Poor's setzt den Ratingausblick des Versicherungskonzerns Allianz wegen dessen gestärkter Kapitalsituation von negativ auf stabil und bestätigte das Langfrist-Rating bei AA und die kurzfristige Bonitätsbewertung bei A-1+.

Siemens hat mit einer Wandelanleihe von Atos rund 300 Millionen Euro erlöst. Der Technologiekonzern hat die positive Entwicklung des Atos-Aktienkurses genutzt und die von Atos im Juli 2011 erhaltene Wandelanleihe im Nominalwert von 250 Millionen Euro an institutionelle Anleger durch ein beschleunigtes Bookbuilding-Verfahren verkauft. Der Münchner DAX-Konzern hatte die Anleihe im Rahmen der Veräußerung ihres IT-Servicegeschäfts (SIS) an Atos bekommen. Mit der Veräußerung realisiert Siemens vereinbarungsgemäß nun einen Teil des Kaufpreises.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Hamburger Getreide-Lagerhaus AG haben unter Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2010 beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 122.870,83 Euro zu erhöhen.

Der Versicherer Baloise begibt unter Federführung der UBS (mit Co-Lead der Basler KB und der Bank Sarasin) eine Anleihe über 225 Millionen Schweizer Franken. Der Zinssatz beträgt 1,75 Prozent. Die öffentliche Anleihe läuft zehn Jahre und wird am 26. April 2023 fällig.

Die KfW Ipex-Bank finanziert zwei High-Tech-Schiffe für die niederländische Reederei RollDock. Mit einem Kredit über 74 Millionen Euro unterstützt ein von der KfW Ipex-Bank geführtes Bankenkonsortium den Bau dieser zwei Spezialtransportschiffe, die auf der FSG-Werft in Flensburg gebaut werden. Die KfW Ipex-Bank beteiligt sich mit 37 Millionen Euro an der Finanzierung, die beiden niederländischen Banken ABN Amro und Rabobank sind mit jeweils 18,5 Millionen Euro mit dabei. Die Gesamtfinanzierung ist mit einer Exportkreditversicherung des Bundes versehen. Sie hat eine Laufzeit von zwölf Jahren ab Ablieferung der Schiffe.

Moody's hat der Bayer Nordic SE ein vorläufiges A3-Rating zugewiesen. Das Unternehmen ist ein zusätzlicher Emittent unter dem existierenden 10 Milliarden Euro schwerem Debt Issuance Programm der Bayer AG. Fitch stuft nach guten Jahreszahlen das Rating von Bayer um eine Stufe hoch. Das Langfristrating des Konzerns sieht Fitch nun bei A statt A- mit einem stabilen Ausblick, das Kurzfristrating bei F1 statt F2.

Moody's versieht das B2-Rating von Nokia Siemens Networks mit einem positiven Ausblick.

Aufgrund mehrfacher Überzeichnung wird das Angebot der fünfjährigen Schuldverschreibung der Adler Real Estate vorzeitig beendet. Ursprünglich war für die Zeichnung ein Zeitraum vom 18. März 2013 bis zum 28. März 2013 vorgesehen. Die Unternehmensanleihe über 20 Millionen Euro  ist mit 8,75 Prozent p.a. verzinst.

Telefónica Deutschland erwägt einem Zeitungsbericht zufolge die Emission einer Anleihe. Das Unternehmen sei darauf bedacht, die attraktivsten Finanzierungskosten auszuloten. Daher sei eine Bondemission „eine Möglichkeit, die wir prüfen“, sagte Finanzvorstand Rachel Empey der Börsen-Zeitung. Denkbar sei künftig eine Mischung aus firmeninternen Darlehen der Mutter, des spanischen Telekommunikationskonzerns Telefónica SA, und einer Anleihe. „Es ist aber auch möglich, dass wir komplett auf eine Bondfinanzierung umstellen.“

sabine.paulus[at]finance-magazin.de