Neuer Kandidat für die Frankfurter Börse: Das schwedische Fintech-Unternehmen TF Bank plant den IPO.

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24.08.15
Finanzierungen

Finanzierungen: TF Bank, GFKL, Steilmann

Die schwedische TF Bank strebt an die Börse, auch Steilmann wird als neuer IPO-Kandidat gehandelt und die GFKL platziert einen High-Yield-Bond über 365 Millionen Euro. Diese und weitere Neuigkeiten aus der Welt der Unternehmensfinanzierung erwarten Sie im wöchentlichen FINANCE-Ticker.

TF Bank strebt den IPO in Frankfurt an

Die schwedische TF Bank, ein Fintech-Unternehmen für Online-Kredite und E-Commerce-Lösungen plant einen Börsengang in Frankfurt. Zum Zeitrahmen des Börsengangs äußerte sich das Unternehmen nicht. Mit den Erlösen des IPOs plant die TF Bank die Wachstumsstrategie sowie eine Erweiterung des Produktportfolios zu finanzieren. Die Gruppe sei derzeit in sieben Ländern aktiv und prüfe derzeit den Eintritt in fünf weitere Länder, teilte das Unternehmen mit.

Die ICF BANK ist als Sole Global Coordinator, Sole Bookrunner und Joint Lead Manager mandatiert. MM M.M.Warburg & CO fungiert als Joint Lead Manager, die DZ Bank begleitet den Prozess als Co-Lead Manager.

GFKL begibt High-Yield-Bond

Der Forderungsmanager GFKL hat einen High-Yield-Bond mit einem Volumen von 365 Millionen Euro platziert. Der Bond wurde von der Luxemburger Holdinggesellschaft Garfunkelux Holdco 3 begeben und hat einen Kupon von 7,5 Prozent bei einer Laufzeit bis 2022. GFKL wurde bei der Transaktion von einem CMS Hasche Sigle-Team um Oliver Dreher und Marcel Hagemann beraten. Permira ließ sich von Latham & Watkins beraten.

Mit der Anleihe refinanziert die Private-Equity-Gesellschaft Permira ihren Einstieg bei dem Inkasso-Dienstleister. Permira hatte GFKL im Mai vom Konkurrenten Advent übernommen. Der Kaufpreis lag bei rund 600 Millionen Euro, wie FINANCE aus mit der Transaktion vertrauten Kreisen erfahren hatte. Das Private Equity Haus hat bereits für die GFKL zugekauft. Das Unternehmen wird sich mit dem britischen Forderungsmanager Lowell zusammenschließen.

Mögliche Börsenpläne bei Steilmann

Laut einem Bericht der F.A.Z. erwägt der Textilkonzern Steilmann den Gang aufs Parkett. Es sei eine Option unter mehreren, so die Zeitung. Das Unternehmen, das eine Mehrheit an dem Modefilialisten Adler Modemärkte hält, hat im letzten Jahr einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro erwirtschaftet und beschäftigt derzeit rund 9000 Mitarbeiter. Erst vor wenigen Wochen hat das Unternehmen Steilmann-Boecker, das unter der Steilmann Holding steht, eine Anleihe erneut aufgestockt.

Weitere Finanzierungen

Der Windanlagenbauer Eno Energy will eine 2011 begebene Anleihe die 2016 auslaufen sollte, um drei Jahre verlängern. Der Kupon soll bei 7,375 Prozent bestehen bleiben. Dazu führt das Unternehmen eine Abstimmung ohne Gläubigerversammlung durch. Diese soll im Zeitraum vom vierten bis zum zehnten September stattfinden. Die Änderung der Anleihebedingungen soll im Rahmen einer Neuausrichtung das zukünftige Wachstum festigen, teilte das Unternehmen mit.

Das Big-Data-Startup aus dem Silicon Valley Datameer hat eine Finanzierung von rund 40 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Das zusätzliche Kapital wird unter anderem für den Ausbau der deutschen Standorte Berlin und Halle, der Zentrale in San Francisco und der Niederlassung in New York verwendet. Die aktuelle Finanzierungsrunde wird von Hauptinvestor ST Telemedia und weiteren Investoren durchgeführt. Datameer wurde 2009 von Stefan Groschupf gegründet und hat mittlerweile weltweit fast 150 Mitarbeiter.

Das Kölner Fin-Tech-Start-Up moneymeets hat eine Kapitalerhöhung mit einem Volumen von 3,5 Millionen Euro durchgeführt. Zu den Investoren zählen neben dem Leadinvestor Woodman Asset Management auch die bisherigen Investoren Dieter von Holtzbrinck Ventures und zwei Kölner Family Offices, Dr. John Werner Madaus und Thomas May.

Nachdem der geplante Börsengang der German Startups Group im Juli abgesagt, plant Christoph Gerlinger, Chef und Gründer des Berliner Unternehmens, den Schritt weiterhin. German Startups Group ist an MisterSpex, Soundcloud und mehr als 40 weiteren Unternehmen beteiligt. In der ersten Hälfte dieses Jahres erwirtschaftete German Startups einen Gewinn von 2 Millionen Euro.

Ratingmeldungen

Die Ratingagentur Moody’s hat den Bonitätsausblick des deutschen Touristikunternehmens TUI von stabil auf positiv angehoben. Das Rating wurde bei Ba3 bestätigt. Grund für den besseren Ausblick sei die Reduzierung von TUIs Verschuldung und die verbesserte operative Entwicklung, trotz der erhöhten Sicherheitsrisiken in Ländern wie Griechenland oder Tunesien.

Scholz Holding wurde von Euler Hermes von B auf B- abgestuft. Die Abstufung erfolgte aufgrund des zunehmenden Finanzrisikos, wobei die schwache Ertragskraft und die negative Entwicklung der Kapitalstruktur als wichtige Faktoren genannt werden. Im Geschäftsjahr 2014 erwirtschaftete der Eisen- und Metallschrotthändler Scholz einen Umsatz von rund 3,1 Milliarden Euro.

Standard & Poor’s hat das Rating der Deutschen Bank bestätigt. Die Bonitätsnote bleibt nach wie vor bei BBB+. Der Ausblick ist stabil. Die Agentur geht davon aus, dass die Deutsche Bank über ausreichendes Kapital verfügt.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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