MT-Energie reißt erneut die Covenants

MT-Energie

19.08.14
Finanzierungen

MT-Energie reißt erneut die Covenants

Die Eigenkapitaldecke des Anlagenbauers MT-Energie ist auch dieses Jahr wieder zu dünn. Das hat Folgen: CFO Sören Schleider muss erneut seine Bank- und Anleihegläubiger um Covenant Waivers bitten.

Sören Schleider, dem Finanzchef von MT-Energie, steht erneut eine Zitterpartie bevor. Der Biogasanlagenbauer wird voraussichtlich auch in diesem Jahr die Covenants seiner Mittelstandsanleihe reißen. Und wieder geht es um die Eigenkapitalausstattung. Nachdem sich erst Anfang Juli endgültig bestätigt hatte, dass das Unternehmen mit Sitz in Zeven die Mindestkapitalquote für 2013 nicht einhalten konnte, wiederholt sich dies laut einer heute Mittag lancierten Unternehmensmitteilung höchstwahrscheinlich auch 2014.

In den Kreditbedingungen der 13,6 Millionen Euro schweren Mittelstandsanleihe hatte MT-Energie mit seinen Gläubigern vereinbart, dass die Eigenkapitalquote 20 Prozent nicht unterschreiten darf. Laut den heute veröffentlichten vorläufigen Zahlen für das zweite Quartal des laufenden Jahres ist die wirtschaftliche Eigenkapitalquote von 9,6 Prozent im Vorjahr zum Ende des zweiten Quartals (30. Juni 2014) auf nur noch 3,3 Prozent geschrumpft. Das Nachrangkapital ist dabei schon mit eingerechnet, erläutert das Unternehmen.

MT-Energie hat bei den beteiligten Banken und dem gemeinsamen Vertreter der Anleihegläubiger, One Square Advisory, bereits Waiver-Anträge gestellt. Ihre „wohlwollende Prüfung“ wurde zugesagt, heißt es in der Mitteilung. Ende 2013 lag die Eigenkapitalquote noch bei 11,4 Prozent. Zuletzt konnte MT-Energie die Covenants 2012 mit einer Quote von 24,7 Prozent einhalten.

MT-Energie gilt als Waiver-Fee-Pionier am Mini-Bondmarkt

Seitdem er mit den Anleihegläubigern im Frühjahr dieses Jahres Waiver-Fees aushandelte, gilt MT-Energie-CFO Schleider als Pionier auf diesem Gebiet im Mini-Bondsegment.

Wie nachhaltig der damals implementierte Umgang mit den Bilanzproblemen des Biogasanlagenbauers ist, wird sich in den nächsten Wochen zeigen, denn die Lage scheint nach wie vor ernst zu sein. So kündigte MT-Energie heute auch an, dass das im vergangenen Jahr erstellte Sanierungsgutachten einem „Review“ nach IDW-S6-Standard unterzogen wird.

Die aktuelle Geschäftsentwicklung gibt nur wenig Anlass zur Zuversicht. Zwar konnte das Unternehmen den Konzernfehlbetrag von 20,3 Millionen Euro im zweiten Quartal 2013 auf ein Minus von 7,2 Millionen Euro reduzieren, doch im Sanierungsgutachten waren für 2014 noch schwarze Zahlen zu Grunde gelegt worden. „Nach deutlichem Verlust in 2013 wird der MT-Energie-Konzern ab 2014 wieder positive Ergebnisse realisieren“, hieß es in dem nach dem Standard des Instituts der Deutschen Wirtschaftsprüfer (IDW) erstellten Gutachten. Die Ergebnisse der Überprüfung erwartet MT-Energie für Mitte September.

anne-kathrin.meves[at]finance-magazin.de

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