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29.01.18
Finanzierungen

Unternehmenskredite werden teurer

Der Zinsanstieg bei deutschen Unternehmenskrediten hält an. Die durchschnittlichen Preise für Kredite steigen auf den höchsten Stand seit über zwei Jahren.

Deutsche Unternehmen müssen wieder tiefer in die Tasche greifen, wenn sie sich Geld von ihrer Bank leihen. Wie eine Studie der Finanzberatung Barkow Consulting zeigt, befindet sich der durchschnittliche Zinssatz für Unternehmenskredite aktuell bei 1,96 Prozent. Damit sind Kredite für deutsche Unternehmen so teuer wie seit Dezember 2015 nicht mehr, als dieser Wert noch bei 2,02 Prozent lag. Im Vergleich zum Vorjahr lässt sich ein Zinsanstieg von 0,19 Prozentpunkten verzeichnen. 

Der Erhebung des Beratungshauses liegt der Barkow Consulting Corporate Credit Index zugrunde, der die Entwicklung der Kreditkosten für deutsche Unternehmen abbildet. Dabei geht der Index von einem Neukredit mit fünfjähriger Laufzeit und fester Zinsbindung aus.

Kreditkosten steigen seit 2016

Den bisherigen historischen Tiefststand erreichten die Kreditzinsen im Jahr 2016 bei 1,51 Prozent. Dieser Wert markierte das Ende einer langen Talfahrt, die auf einem deutlich höheren Zinsniveau begann. Im Frühjahr 2011 lag der durchschnittliche Zins noch bei 4,63 Prozent, während der Eskalation der Finanzkrise 2008 waren es sogar nahezu 6 Prozent.

In den vergangenen drei Monaten hat der Zinssatz insgesamt um 0,26 Prozentpunkte zugelegt, mit zunehmender Dynamik seit Dezember. Auch am Kapitalmarkt haben die Renditen von Unternehmensanleihen in Europa seit dem Herbst ein wenig angezogen, ebenso im Bereich der erstklassigen Staatsanleihen. Aber auch am Kapitalmarkt liegen die Zinsen immer noch auf sehr niedrigem Niveau. Die Europäische Zentralbank hatte vergangene Woche hingegen bekräftigt, dass mit einer ersten Erhöhung der Leitzinsen frühestens im nächsten Jahr zu rechnen sei.

andreas.mehring[at]finance-magazin.de