Triton hat seine Beteiligung am Rüstungshersteller Renk reduziert. Der Finanzinvestor habe am gestrigen Donnerstag 10 Millionen Aktien zum Preis von je 25 Euro an institutionelle Investoren verkauft, teilten die begleitenden Investmentbanken Deutsche Bank, Goldman Sachs, J.P. Morgan und Citigroup mit. Wer die Investoren sind, ging nicht aus der Mitteilung hervor.
Der Verkaufspreis lag damit rund 5 Prozent unter dem gestrigen Schlusskurs von 26,30 Euro. Damit fließen weitere 250 Millionen Euro an Triton, die schon mit dem Börsengang im Februar knapp eine halbe Milliarde Euro erlöst hatten.
Mit dem Verkauf reduziert Triton seinen Anteil am Panzergetriebehersteller um knapp 10 Prozentpunkte auf 52 Prozent. Rund 6,7 Prozent hält der deutsch-französische Panzerbauer KNDS. Triton hatte beim Börsengang eine 90-tägige Lock-up-Vereinbarung abgeschlossen und nach deren Ablauf die Gelegenheit genutzt, sich von Aktien zu trennen. Mit dem Verkauf akzeptiert Triton eine neue 90-tägige Lock-up-Vereinbarung.
Renk ist seit Februar an der Börse gelistet
Der Augsburger Rüstungshersteller war Anfang Februar an die Börse gegangen und ist mittlerweile im SDax notiert. Der Ausgabekurs der 33,33 Millionen platzierten Aktien betrug 15 Euro. Damit hat sich Renks Börsenwert seitdem um 75 Prozent erhöht. Triton hatte im Januar 2020 für rund 530 Millionen Euro 76 Prozent der Renk-Anteile von VW übernommen und kurz darauf die restlichen Anteile für rund 180 Millionen Euro erworben.
Renk blickt auf ein gutes erstes Quartal zurück. Das Unternehmen konnte den Umsatz um 22,5 Prozent auf 237,7 Millionen Euro steigern. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit) stieg knapp um die Hälfte auf 27,8 Millionen Euro. Allerdings brach der Auftragseingang mit 208 Millionen Euro um mehr als die Hälfte ein, was Renk zufolge jedoch auf zwei Großaufträge aus dem Vorjahr zurückzuführen sei. Der Gesamtauftragsbestand lag bei 4,7 Milliarden Euro.
Renk erwartet Milliardenumsatz
Der Panzergetriebehersteller bestätigte die Prognose für 2024. „Die geopolitische Lage ist angespannt und hat sich in den letzten Monaten weiter verschärft“, sagte Susanne Wiegand, CEO der Renk Group bei Vorstellung der Zahlen am Mittwoch. „Die Nachfrage nach Renk-Technologien zur Sicherung und Stärkung der Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und seiner Bündnispartner ist weiterhin hoch.“
Renk erwartet weiterhin einen Umsatz in Höhe von 1 bis 1,1 Milliarden Euro und ein bereinigtes Ebit von 160 Millionen Euro. Die Auftragsaussichten für die nächsten Monate seien weiterhin in allen Regionen stark. Zuletzt hatte das Unternehmen im April einen Großauftrag der US-Army für HMPT-Getriebe in Höhe von rund 100 Millionen US-Dollar bekanntgegeben. Zudem will Renk seine Präsenz in Indien weiter ausbauen.
Falk Sinß ist Redakteur bei FINANCE. Er hat Soziologie, Politologie und Neuere und Mittlere Geschichte in Frankfurt am Main sowie in Mainz Journalismus studiert, wo er auch einen Lehrauftrag inne hatte. Vor seiner Zeit bei FINANCE war Falk Sinß drei Jahre Redakteur der Zeitschrift Versicherungswirtschaft und zehn Jahre für verschiedene Medien des Universum Verlags tätig.
