Galeria verschafft sich mit Massedarlehen Luft

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Die insolvente Warenhauskette Galeria bekommt ein Massedarlehen von Gordon Brothers. Foto: Claudia Nass - stock.adobe.com
Die insolvente Warenhauskette Galeria bekommt ein Massedarlehen von Gordon Brothers. Foto: Claudia Nass - stock.adobe.com

Galeria verschafft sich mit einem Massedarlehen finanzielle Luft für den Weiterbetrieb des Geschäfts, das mit dem anstehenden Weihnachtsgeschäft auf die umsatzstärkste Zeit des Jahres zusteuert. Das Unternehmen habe eine entsprechende Vereinbarung mit Gordon Brothers unterzeichnet, heißt es in einer internen Mitteilung der insolventen Warenhauskette, die FINANCE vorliegt.

Demnach liegen auch die erforderlichen Beschlüsse des Amtsgerichts und des Gläubigerausschusses vor, sodass die Finanzmittel nun zur Verfügung stünden. Dadurch habe man wieder „deutlich mehr Spielraum“, heißt es in der Mitteilung. Auch der „kontinuierliche Warenzufluss“ sei damit gesichert.

Zudem sei die Prüfung und Freigabe von Zahlungen wieder möglich. Auch Gutscheine könnten ab sofort wieder eingelöst und gekauft werden, heißt es.

Gordon Brothers hat Galeria schon im Sommer finanziert

Eine kurzfristige Anfrage von FINANCE an Galeria zu den finanziellen Details des Massedarlehens blieb zunächst unbeantwortet. Gordon Brothers rückt damit aber vor die einfachen Insolvenzgläubiger, da Masseverbindlichkeiten grundsätzlich zuerst bedient werden.

Der Finanzinvestor ist in der Düsseldorfer Unternehmenszentrale kein Unbekannter: Gordon Brothers hatte Galeria schon Ende Juni eine Finanzierung in Höhe von 160 Millionen Euro bereitgestellt. Doch nach Informationen von FINANCE zeigte sich der Investor zögerlich, Mittel für neue Ware bereitzustellen. Das erschwerte es dem Unternehmen, die Bestände für das laufende Einzelhandelsgeschäft aufzufüllen.

Galeria-Mitarbeitende bekommen Insolvenzgeld

Auch die parallel laufenden Verhandlungen mit den Vermietern brachten kaum Ergebnisse: Lediglich für den Standort Braunschweig gelang es Galeria, mit der Volksbank Brawo niedrigere Mietzahlungen zu vereinbaren. Anfang Oktober stellte die Warenhauskette schließlich erneut einen Insolvenzantrag.

Die Bundesagentur für Arbeit hat dem Antrag auf Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes mittlerweile zugestimmt. Die Löhne und Gehälter der etwa 12.000 Beschäftigten sind damit für Oktober, November und Dezember gesichert. Dass die Arbeitsagentur mitzieht, war keine Selbstverständlichkeit. Denn bis Ende Juli 2027 läuft bei Galeria noch die Planüberwachung aus der dritten Insolvenz.

Gleichzeitig hat der Insolvenzverwalter Frank Kebekus von der Düsseldorfer Kanzlei Kebekus Partner Vereinbarungen mit Lieferanten und Finanzierungspartnern getroffen, die den Geschäftsbetrieb für die kommenden Monate absichern sollen.

Lena Scherer ist Redakteurin bei FINANCE. Sie hat Publizistik, Anglistik und Komparatistik an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz studiert und nebenbei für verschiedene Redaktionen gearbeitet. Bevor sie zu FINANCE kam, war sie mehr als acht Jahre lang beim Branchen-Fachdienst buchreport aktiv, zuletzt als Co-Chefredakteurin. Dort hat sie unter anderem Marktanalysen vorgenommen sowie die Bereiche Fachinformation, Recht/Wirtschaft/Steuern und Digitales betreut.

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