Baywa muss Sanierungskonzept anpassen

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Der Agrarkonzern Baywa muss seine Sanierungspläne noch einmal überarbeiten. Foto: nmann77 - stock.adobe.com
Der Agrarkonzern Baywa muss seine Sanierungspläne noch einmal überarbeiten. Foto: nmann77 - stock.adobe.com

Die Baywa-Sanierung bleibt eine Hängepartie: Eine neue Mittelfristplanung für die kommenden zwei Jahre der Baywa Re macht die bestehenden Sanierungspläne des Baywa-Konzerns zu Nichte. Bereits Anfang Februar begann das Konzept zu wackeln, als Baywa mitteilte, die Erneuerbare-Energien-Tochter Baywa Re entwickle sich deutlich schlechter als erwartet. Konkrete Zahlen lagen damals noch nicht vor.

Nun teilte der Agrarkonzern per Ad-hoc-Mitteilung mit, die vorgelegte neue Mittelfristplanung für 2026 bis 2028 der Baywa Re gehe von einem signifikant niedrigeren Ergebnis im Vergleich zum Sanierungsgutachten der Tochtergesellschaft aus dem Juni 2025 aus. Als wesentliche Gründe würde der Vorstand der Baywa Re „die negativen Veränderungen der wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen für Projektentwickler für erneuerbare Energien in Europa und den USA sowie sonstige operative Plananpassungen“ nennen.

Für die Liquidität und das operative Geschäft der Baywa würden sich aus den niedrigeren Ergebnissen keine negativen Auswirkungen ergeben, da keine wesentlichen Liquiditätsflüsse zwischen den beiden Unternehmen bis zur Veräußerung der Baywa Re geplant seien, heißt es in der Mitteilung weiter.

Neue Sanierungspläne für Baywa und Baywa Re

Auswirkungen hat die geänderte Mittelfristplanung jedoch auf die Sanierungskonzepte der Baywa Re als auch der Baywa AG. Denn ursprünglich wollten die Münchener ihre Tochter bis zum Abschluss der Restrukturierung im Jahr 2028 verkaufen. Das Sanierungskonzept sah für die Veräußerung einen Erlös in Höhe von rund 1,7 Milliarden Euro vor und ging von einem für 2028 geplanten Ebitda der Baywa Re in Höhe von rund 230 Millionen Euro aus.

Die nun vorgelegte Mittelfristplanung zeichnet jedoch ein anderes Bild, welches die Refinanzierung der Baywa AG am Ende des Sanierungszeitraums auf die Kippe stellt. Im ursprünglich geplanten Zeitraum und der ursprünglich geplanten Höhe seien die Zahlen nicht mehr realisierbar, heißt es in der Mitteilung. Die neue Mittelfristplanung gehe für 2028 von einem „signifikant niedrigeren Ebitda“ aus, welches zudem auch hinter dem für 2027 geplanten zurückbleibe.

Zwar heißt es in einer Mitteilung von Baywa Re, dass das Geschäft nach der aktualisierten Planung bereits 2027 „deutlich profitabel“ sein soll. Für das Jahr 2030, also zwei Jahre nach dem planmäßigen Ende der Sanierung, rechnet die Baywa Re nun jedoch mit einem Ebitda in Höhe von nur 150 Millionen Euro. Und damit mit deutlich weniger, als mit den ursprünglich schon für 2028 geplanten 230 Millionen Euro.

Bei Baywa Re soll es deshalb weitere Restrukturierungsmaßnahmen geben und das Restrukturierungskonzept angepasst werden. Auch von einer möglichen Verlängerung der Restrukturierungsphase ist die Rede. So solle eine Verbesserung gegenüber der jetzt vorgelegten Ergebniserwartung erzielt werden.

Jahresabschluss für 2025 verschoben

Der Mutterkonzern Baywa AG muss deshalb ebenfalls sein Sanierungskonzept anpassen. Verhandlungen mit den Kernbanken und Hauptaktionären würden bereits laufen. Zudem sei kurzfristig der Abschluss einer Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026 vorgesehen, um eine entsprechende Anpassung des Konzepts sowie der Finanzierungsvereinbarungen auszuarbeiten und umzusetzen. Parallel laufen mit den Kernbanken und Großaktionären auch Gespräche über weitere Zugeständnisse.

Aufgrund der Anpassung des Sanierungskonzepts und der Bewertung der Beteiligung an Baywa Re verschiebe sich darüber hinaus die Erstellung und Veröffentlichung des Jahres- und Konzernabschlusses der Baywa AG für das Geschäftsjahr 2025 – gegebenenfalls auch bis ins vierte Quartal 2026.

Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.

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